Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Buffone; Bufleben; Bufo; Bufoniten; Bug; Bugallal; Bugas; Bugeaud

605

Buffone - Bugeaud.

culière" (Par. 1749-88, 36 Bde.) ist vorzüglich wegen der Schönheit der Kupfer schätzbar. Lacépèdes "Histoire des quadrupèdes ovipares et des serpents" (1787-89, 2 Bde.), dessen "Histoire des poissons" (1799-1803, 5 Bde.) und "Histoire des cétacées" dienen dem Werk als Ergänzung. Die "OEuvres ^[Œuvres] complètes de B.", von Bassieu herausgegeben (Par. 1810 ff., 34 Bde.), sind vollständig, aber mit schlechten Kupfern versehen. Die "OEuvres ^[Œuvres] complètes de B., mises en ordre et précédées d'une notice historique, par A. Richard" (Par. 1825-1828) sind die schönste vollständige und zugleich die einzige Ausgabe, welche in gleicher Höhe mit der Wissenschaft steht; die kolorierten Abbildungen derselben sind vorzüglich. Diesen und andern Ausgaben schlossen sich dann mehrere, meist vollständigere Umarbeitungen darstellende sowie verschiedene Fortsetzungen und Suites à B. an, welche mit Buffons Originalwerk nur den Namen gemein haben. Übersetzungen von Buffons Naturgeschichte sind in fast allen Sprachen erschienen. Unerreicht ist B. hinsichtlich der ganzen Form der Darstellung wie in der Erhabenheit und Freisinnigkeit seines Standpunktes, seines gelehrten Ideengangs und der Majestät seiner Bilder; seine Gemälde großer Naturszenen sind von überraschender Wahrheit und hinreißender Schönheit. Infolge seiner begeisternden Darstellungsweise bei nicht hinreichend auf alle Einzelheiten sich erstreckender Kritik sind freilich auch manche Märchen durch seine Schriften verbreitet und von neuem befestigt worden. Ihm fehlte die streng wissenschaftliche Methode Linnés, und er war sehr geneigt, glänzende Hypothesen an die Stelle mangelnder Thatsachen zu setzen. Für die Wissenschaft haben seine Werke geringere Bedeutung, und besonders seine Epochen der Natur wurden bereits von Condillac heftig angegriffen. Ganz unbedeutend ist der mineralogische Teil des großen Werks, während Daubentons systematische und anatomische Beiträge bleibenden wissenschaftlichen Wert besitzen. Jedenfalls hat B. auf weite Kreise anregend gewirkt und namentlich auch die Trennung der Theologie von der Naturwissenschaft überzeugend vollzogen. Buffons "Correspondance" (Par. 1860, 2 Bde.) gab sein Großenkel Henri Nadault de B. heraus, von dem das Werk herrührt: "B., sa famille, ses collaborateurs et ses familiers" (Par. 1863).

Buffone (ital., franz. Bouffon), Possenreißer.

Bufleben, Dorf im Herzogtum Sachsen-Gotha, unfern der Nesse, mit (1880) 599 Einw. In der Nähe das Steinsalzwerk Ernsthall, dessen mächtiges Lager in einer Tiefe von 215 m 1828 aufgefunden wurde und jährlich gegen 15,000 metr. Ztr. Salz liefert.

Bufo, Kröte; Bufonidae (Kröten), Familie aus der Ordnung der Frösche; s. Kröten.

Bufoniten (Bufonitae), Krötensteine, versteinerte Zähne gewisser Fischarten, Pyknodonten (besonders Sphaerodus) aus der Juraformation.

Bug (nicht von "biegen" abzuleiten), bei Säugetieren, insbesondere beim Pferde, die Gegend des Schultergelenks; im Schiffswesen die Vorderfläche des Schiffskörpers, deren Form beim Widerstand des Wassers gegen das Vorderteil des Schiffs besonders in Betracht kommt. Scharf oder schmal ist der B., wenn das Schiff vorn scharf und eng, voll ist derselbe, wenn es vorn rund und bauchig, ausschießend, wenn sein oberer Teil, eingezogen, wenn sein unterer Teil weiter nach vorn heraustritt als der übrige B.

Bug, 1) (westlicher B.) rechter Nebenfluß der Weichsel, entspringt in Galizien unweit Glinany in den Karpathen, tritt bei Krylow nach Rußland über, bildet, in nordwestlicher Hauptrichtung fließend, bis in die Gegend von Sterdyn hin die Grenze zwischen Polen und Rußland, wendet sich dann mit einer westlichen Krümmung noch Polen und mündet nach einem Laufe von etwa 750 km bei Nowogeorgiewsk (ehemals Modlin). Er wird bei Brest-Litewsk schiffbar. Seine Zuflüsse sind links die Huszwa, Wlodawka, Krzna und der Liwiec, rechts die Muchawiec, der Narew und die Wkra. - 2) (Östlicher B.) Fluß in Südrußland, der beim Flecken Kupel in Podolien entspringt, eine südöstliche Hauptrichtung verfolgend bei Olwiopol in das Gouvernement Cherson tritt, bei Nikolajew den Ingul aufnimmt und darauf, sich zu einem Liman erweiternd, in den Mündungssee (Liman) des Dnjepr mündet. Ehe der B. ins Steppenland tritt, bildet er zahlreiche (über 100) Stromschnellen. Er ist ca. 820 km lang und bis 160 m breit, aber wegen der vielen sein Bett beengenden Felsblöcke und Sandbänke schwer befahrbar.

Bugallal, Saturnino Alvarez, span. Staatsmann, geb. 1824, gab schon als Student Beweise großer Intelligenz und Beredsamkeit bei den von Olozaga veranstalteten Diskussionen der Academia de jurisprudencia und widmete sich frühzeitig dem Journalismus, indem er in der "Epoca" zahlreiche polemische Artikel schrieb. Sobald er das erforderliche Alter hatte, öffneten sich ihm die Cortes, denen er von 1859 bis 1866 angehörte, und in denen er sich den Konservativen unter Canovas del Castillo anschloß; ebenso saß er in den konstituierenden Cortes von 1869, in der Nationalversammlung von 1873 und in den Cortes der Restauration seit 1875. Außerdem hatte er hervorragende Ämter inne; so war er Fiscal de imprente und erhielt 1866 nach dem Sturz O'Donnells die Fiscalia de hacienda de la audiencia de Madrid. In den Ministerien Martinez Campos und Canovas 1879-81 war er Justizminister.

Bugas, Landspitze im Gebiet der Tschernomorischen Kosaken, am Eingang des Kubenskoi Liman (Kyzyltaschbai), östlich der Straße von Kertsch, ist befestigt und hat einen Hafen. In der Nähe, bei dem Dorf Sjennaja, alte Grabmäler aus den Zeiten des alten pontischen Königreichs.

Bugeaud (spr. büscho), Thomas Robert, Marquis de la Piconnerie, Herzog von Isly, franz. Marschall, geb. 15. Okt. 1784 zu Limoges aus einer altadligen Familie des Périgord, trat, 18 Jahre alt, in die Armee, nahm mit Auszeichnung an den Feldzügen Napoleons I., namentlich in Spanien, teil, ward 1814 Oberst und kommandierte unter Suchet 1815 die Avantgarde des Armeekorps der Alpen. Während der Restauration inaktiv, lebte B. auf seinem Landgut La Durantie (Dordogne) und war in seinem Departement für Hebung der Landwirtschaft und des Volksunterrichts thätig. 1830 schloß er sich an Ludwig Philipp an und ward 1831 Maréchal de Camp und Deputierter für Périgueux in der Kammer. 1832 erhielt er eine Brigade der Pariser Garnison, und bald darauf ward er Oberkommandant von Blaye, wo damals die Herzogin von Berri gefangen saß. Als er der Bewachung der Herzogin wegen vom Deputierten Dulong beleidigt wurde, erschoß er denselben 1834 im Duell. In der Kammer erklärte sich B. gegen das allgemeine Stimmrecht, die Wahlreform, die Associationen, war ein entschiedener Gegner der freien Presse und stimmte für Erhöhung des Kriegsbudgets u. dgl. Im Mai 1836 erhielt er das Kommando in Oran gegen Abd el Kader. Durch Entsetzung der von Abd el Kader an der Tafna eingeschlossenen Truppen sowie durch den Sieg am Flusse Sika (6. Juli) erwarb er sich den