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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Buglahmheit; Buglas; Buglehorn; Bugsieren; Bugspriet; Bugulma; Buguruslan; Bühel; Buhl; Bühl; Buhle

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Buglahmheit - Buhle.

Stamm gehört, sich jedoch namentlich durch seinen Charakter vor den übrigen Malaien vorteilhaft auszeichnet. Die B. sind minder dunkel als die letztern, wohlgebaut, mit schönen Zügen, dabei intelligent, thätig, unternehmend und streitbar und auch in Bezug auf Ehrlichkeit und sittliche Führung jene weit überragend. Sie haben eine eigentümliche Mundart und Schriftsprache sowie eine eigne, bis jetzt noch wenig bekannte Litteratur. Als vorzügliche Seefahrer haben sie sich von Celebes aus über den ganzen Ostindischen Archipel verbreitet und in ziemlicher Anzahl in allen wichtigern Seeplätzen niedergelassen, wo sie die Rolle der unternehmenden Kaufleute spielen. Ihre eigentliche Heimat ist der Staat Boni im südlichen Celebes, wo sie in Städten und Dörfern an der Küste wohnen.

Buglahmheit (Brust- oder Schulterlahmheit), eine Gruppe von krankhaften Zuständen der Schultermuskeln und des Schultergelenks bei Pferden und Rindern, bei welchen die Tiere lahm gehen. Vorzugsweise leiden Pferde an der B. Dieselbe entwickelt sich nach Quetschungen, Überdehnungen und Zerreißungen einzelner Nerven oder Muskeln an der Schulter, besonders durch Gegenstoßen. Aber auch anhaltender, übermäßige Gebrauch, besonders in der Trabbewegung, verursacht die B. Bei hochgradiger Ausbildung derselben ist oft eine Heilung nicht mehr möglich, so daß die Pferde nur noch in langsamer Gangart zu gebrauchen sind. In andern Fällen wird neben anhaltender Ruhe oder beim Gebrauch im Acker die wiederholte subkutane Injektion einer Lösung von schwefelsaurem Veratrin, oder eine scharfe Einreibung, oder auch ein Fontanell oder Haarseil an der Schulter mit Vorteil appliziert.

Buglas, Insel, s. Negros.

Buglehorn (franz. u. engl. bugle, Flügelhorn, Bügel-, auch Signalhorn), das gewöhnliche Signalinstrument der Infanterie; dasselbe hat weite Mensur und keine eigentliche Stürze, daher einen vollen, nicht schmetternden Ton. Das B. ist in neuerer Zeit auch mit Tonlöchern und Klappen versehen worden, so daß es die Lücken der Naturskala ausfüllen kann (Klappenhorn).

Bugsieren (Schleppen), ein Schiff durch ein andres oder durch Boote fortbewegen. Kriegs- und Handelsschiffe werden überall geschleppt, wo hindernisreiches Fahrwasser dies wünschenswert macht, z. B. in den oder aus dem Binnenhafen, in und aus dem Trockendock, in Havariefällen der Maschine auch Dampfer; in und aus See werden die Segler bei ungünstigem Wind geschleppt. Die Schleppschiffahrt ist nicht nur in der Binnenschiffahrt ein sehr ausgedehnter Geschäftszweig, sondern auch in der Seeschiffahrt, wo sie sich auch die schwierige, aber dankbare Aufgabe stellt, Schiffe aus Seenot in die Häfen zu geleiten.

Bugspriet, der über das Schiffsvorderteil hinaustagende schräge Mast; über seine Teile s. Takelage. ^[richtig: Takelung.]

Bugulma, Kreisstadt im russ. Gouvernement Samara, an der Bugulminka (Nebenfluß der Kama), mit 3 Kirchen und (1879) 13,000 Einw. Anfang März findet daselbst ein sehr besuchter Jahrmarkt statt.

Buguruslan, Kreisstadt im russ. Gouvernement Samara, in der großen Wolgasteppe, am Kinel, mit (1879) 18,000 Einw. (Russen, Kosaken, Tataren, finnischen Proselyten), die einen lebhaften Handel mit den Wolga-Anwohnern und den Völkern der Steppe unterhalten. Anfang September wird ein besuchter Jahrmarkt in B. abgehalten. In der Nähe, am Sok, mehrere Schwefel- und Asphaltquellen.

Bühel, Hans von, Dichter, s. Hans der Büheler.

Buhl, 1) Ludwig von, Mediziner, geb. 4. Jan. 1816 zu München, studierte daselbst und in Wien, ward 1842 Assistent am Münchener Krankenhaus, setzte seit 1844 seine Studien in Paris fort, habilitierte sich 1847 in München für physikalische Diagnostik, pathologische Anatomie und Mikroskopie und richtete mit Thiersch die pathologisch-anatomischen Demonstrationen ein, wobei er selbst hauptsächlich die innern Fälle behandelte. Nach Thiersch' Abgang ward B. Prosektor, 1850 außerordentlicher, 1859 ordentlicher Professor der allgemeinen Pathologie und pathologischen Anatomie, 1875 auch Direktor des pathologischen Instituts. Er starb 30. Juli 1880. B. gilt als Begründer der pathologischen Anatomie und Histologie an der Münchener Universität und hielt länger als 25 Jahre diagnostische Vorträge am Krankenbett. Er schrieb über epidemische Cholera, über 280 Leichenöffnungen, wobei er besonders die akute Miliartuberkulose als Resorptions- und Infektionskrankheit schilderte; auch lieferte er Arbeiten über den Wassergehalt des Gehirns bei Typhus, über Kapillarektasie der Lungen, über das Faserstoffexsudat, Beiträge zur Ätiologie des Typhus, über das konstante Vorkommen eines Pilzes bei Diphtheritis, über Intestinalmykosis etc. Selbständig erschienen von ihm: "Lungenentzündung, Tuberkulose und Schwindsucht" (2. Aufl., Münch. 1874) und der pathologisch-anatomische Teil von Heckers "Klinik für Geburtskunde" (Leipz. 1861). 2) Amand, deutscher Reichstagsabgeordneter, geb. 2. Aug. 1837 zu Ettlingen, studierte in Heidelberg Naturwissenschaften und erlangte die philosophische Doktorwürde, widmete sich aber sodann der Verwaltung seines Gutes zu Deidesheim in der Pfalz und namentlich der Pflege des Weinbaues. Liberales Mitglied des bayrischen Abgeordnetenhauses, ward er 1871 im fünften pfälzischen Wahlkreis (Homburg-Kusel) auch in den Reichstag gewählt und schloß sich hier der nationalliberalen Partei an, zu deren bedeutendsten Mitgliedern er bald zählte. Er wandte sich mit Vorliebe volkswirtschaftlichen Fragen zu und trat besonders eifrig für den Schutz der deutschen Weinkultur gegen Verfälschungen und ausländische Konkurrenz ein; er bewirkte 1881 die Einführung eines Zolles auf fremde Trauben und die Annahme eines Gesetzes gegen die Weinfälschung. An den Beratungen über das Krankenkassen- und das Unfallversicherungsgesetz nahm er hervorragenden Anteil.

Bühl, Amtsstadt im bad. Kreis Baden, im fruchtbaren sogen. "goldenen Land", Station der Heidelberg-Baseler Eisenbahn, hat ein Amtsgericht, eine evangelische und eine gotische kath. Pfarrkirche, ein schönes Rathaus, Baumwollspinnerei und -Zwirnerei, Färberei und Bleicherei, Trikot-, Strick- und Zichorienfabrikation, Gerberei, 2 Dampfsägemühlen, Bierbrauerei, Ziegelbrennerei, Weinbau, Weinhandel (Affenthaler), Obst-, Vieh- und Viktualienmärkte und (1880) 3070 meist kath. Einwohner. B. ward 1835 Stadt. 4 km östlich die zerstreute Gemeinde Bühlerthal mit kath. Pfarrkirche, Sägemühlen, Holzhandel und (1880) 3452 Einw.

Buhle, Johann Gottlieb, Geschichtschreiber der Philosophie, geb. 29. Sept. 1763 zu Braunschweig, ward 1787 Professor der Philosophie in Göttingen, 1804 zu Moskau, 1814 am Collegium Carolinum seiner Vaterstadt, wo er 11. Aug. 1821 starb. Außer mehreren in Kantscher Richtung gehaltenen Schriften: "Über Logik" (Götting. 1798), "Transcendentalphilosophie" (das. 1798), "Naturrecht" (das. 1799), schrieb er zwei Hauptwerke: "Lehrbuch der Geschichte