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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Burslem; Bürstadt; Burstel; Bürsten; Bürstenbinder; Bürstenkraut; Bursztyn; Burtenbach; Burton

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Burslem - Burton.

"Allgemeiner Encyklopädie", Sekt. 1, Bd. 82, Leipz. 1864); "Aventicum Helvetiorum" (Zürich 1867-1870); "Über den religiösen Charakter des griechischen Mythus" (Münch. 1875); "Die wissenschaftlichen Ergebnisse der Ausgrabungen in Dacien" (das. 1878); "Der Rhetor Menandros und seine Schriften" (das. 1882). Seit 1874 gab er einen "Jahresbericht über die Fortschritte der klassischen Altertumswissenschaft" (Berlin), seit 1879 damit in Verbindung auch ein "Biographisches Jahrbuch für Altertumskunde" heraus. Vgl. Richter, Nekrolog für K. B. (Berl. 1884).

Burslem (spr. börslem), Stadt im Töpfereibezirk Staffordshires (England), 3 km nördlich von Stoke, mit (1881) 26,522 Einw. Steingut- und Porzellanfabriken, Töpfereien und Kohlengruben beschäftigen die Mehrzahl der Einwohner. B. hat eine Kunstschule und ein Museum mit Gemäldegalerie, erstere in der Wedgwood Memorial Hall, letzteres im Wedgwood Institute. Vor der Stadt liegt ein großes Krankenhaus.

Bürstadt, Dorf in der hess. Provinz Starkenburg, Kreis Bensheim, an den Eisenbahnen Bensheim-Worms und Frankfurt a. M.- Mannheim, mit kath. Kirche und (1880) 3227 Einw.

Burstel (Bürstling), s. Barsch.

Bürsten werden aus Schweinsborsten, Ziegen-, Pferde- und Dachshaaren, Reisstroh, Piassava, Stahldraht, verschiedenem von Palmen stammenden Fasermaterial, aus den Blütenständen des Sorghum etc. dargestellt. Die sortierten, gereinigten, wohl auch gefärbten Haare oder Borsten werden auf verschiedene Weise in den aus Holz, Knochen, Elfenbein bestehenden Rücken gefügt. Bei der Rauharbeit gehen die Löcher nicht durch das Holz, sondern es werden die durch Aufstoßen auf den Tisch gleichgerichteten Borsten oder deren Surrogate bündelweise am Ende mit ungebleichtem Garn festgebunden, in geschmolzenes, recht zähes, schwarzes Pech getaucht, in die Löcher gedreht und dann die so eingesetzten Borsten mit der Schere gleich gemacht. Bei der eingezogenen Arbeit werden die Büschel in der Mitte zusammengebogen und daselbst durch Messingdraht festgehalten. Die Löcher werden ganz durchgebohrt und sind unten etwas enger als oben. Man steckt den Draht durch ein Loch, legt das Bündel in der Mitte auf denselben, führt ihn durch dasselbe Loch wieder zurück, zieht stark an und fährt so fort, bis der Länge nach eine Reihe fertig ist, worauf man die Enden des fortlaufenden Drahts fest ineinander schlingt, die Reihe flach auf einen Bleiblock legt und mit einem Beil (Haumesser) mit gerader Schneide das Überflüssige der Borstenreihe abhaut. Zur Verdeckung des Drahts an der Oberseite leimt man oft eine dünne Holzplatte darüber. Bei der gedrehten Arbeit schneidet man die Borsten an beiden Enden in gleiche Länge, schiebt sie als ein Band zwischen zwei Drähte und dreht diese schraubenartig zusammen, so daß sich mit dem Draht auch die zwischen ihm befindlichen Borsten winden. Diese Drahtbürsten dienen zum Reinigen von Siederohren, Flintenläufen, Pfeifenrohren, Krügen, Flaschen, Gläsern etc. In neuerer Zeit arbeitet man auch in der Bürstenfabrikation viel mit Maschinen. Woodburys Maschine (beschrieben in Dinglers "Polytechnischem Journal", Bd. 206, S. 178), welche 10-12 Arbeiter ersetzt und gutes, dauerhaftes Fabrikat liefert, teilt die Borsten in gleiche Bündel von der erforderlichen Größe, faltet diese doppelt, umwickelt sie an der Umbiegung mit Metalldraht und schraubt sie dann in die Löcher des Bürstenrückens, worauf die Drahtenden in die Wandungen der Löcher so versenkt werden, daß ein Zurückschrauben oder Herausziehen unmöglich wird. Metallbürsten mit kurzen, steifen Borsten und langem Griff dienen zum Blankbürsten und Bronzieren metallener Gegenstände, zum Reinigen der Feilen etc. (Kratzbürsten).

Bürstenbinder, Elisabeth, unter dem Namen E. Werner bekannte und beliebte Romanschriftstellerin, geb. 25. Nov. 1838 zu Berlin als die Tochter eines Kaufmanns, verlebte in gesicherten und gesellschaftlich angenehmen Verhältnissen eine ziemlich einsame Jugend und sah sich frühzeitig aus innere Erlebnisse angewiesen. Als Schriftstellerin trat sie zuerst mit kleinern Erzählungen in einem süddeutschen Blatt auf; doch machten erst ihre in der "Gartenlaube" veröffentlichten Romane, die ein sicheres Erzählertalent bekunden und sich durch große Mannigfaltigkeit in der Verknüpfung der Ereignisse und Fülle des Details auszeichnen, ihren Namen allgemein bekannt. Von ihr erschienen: "Gartenlaubenblüten" (Leipz. 1872, 2 Bde.); "Am Altar" (das. 1873, 2 Bde.); "Glück auf!" (das. 1874); "Gesprengte Fesseln" (das. 1875, 2 Bde.); "Vineta" (das. 1877, 2 Bde.); "Um hohen Preis" (das. 1878, 2 Bde.); "Frühlingsboten" (Roman, das. 1880); "Der Egoist" (Stuttg. 1883); "Gebannt und erlöst" (Leipz. 1884, 2 Bde.); "Ein Gottesurteil" (Stuttg. 1884).

Bürstenkraut, s. Carthamus.

Bursztyn (spr. burschtün), Marktflecken in Galizien, Bezirkshauptmannschaft Rohatyn, in hübscher Lage an einem großen Teich und an der Lemberg-Czernowitzer Bahn, hat ein Bezirksgericht, ein Schloß mit Park, Bierbrauerei, Getreidebau, Viehzucht und (1880) 4081 Einw.

Burtenbach, s. Schärtlin von Burtenbach.

Burton (spr. bört'n), 1) John Hill, schott. Historiker und Jurist, geb. 22. Aug. 1809 zu Aberdeen, studierte am Marischal College und wandte sich, nachdem er eine Zeitlang bei einem Rechtsgelehrten seiner Vaterstadt gearbeitet, der höhern juristischen Karriere zu. 1831 ward er Advokat am schottischen Gerichtshof und verwandte hier seine reichliche Muße auf das Studium des Rechts, der Geschichte und der Nationalökonomie. 1854-68 war B. Beamter bei der Gefängnisbehörde für Schottland und wurde 1877 zum Kommissar dieser Behörde und zum königlichen Historiographen für Schottland ernannt. Er starb 10. Aug. 1881. Seine ersten schriftstellerischen Arbeiten auf diesen Gebieten waren Aufsätze (seit 1833) für die "Westminster Review"; später lieferte er auch Beiträge für die "Edinburgh Review" und das "Blackwood's Magazine". Außerdem publizierte er folgende größere Schriften: "Manual of the law of Scotland" (1839, zahlreiche Auflagen); "The law of bankruptcy" (1845); "Life and correspondence of David Hume" (1846, 2 Tle.); "Lives of Simon Lord Lovat and Duncan Forbes of Culloden" (1847); "Political and social economy" und "Emigration" (beides für Chambers' "Library" 1849 u. 1851); "Narratives from criminal trials in Scotland" (1852, 2 Bde.); "History of Scotland from the Revolution to the extinction of the last Jacobite insurrection" (1853, 2 Tle.); "The book-hunter" (1862) und "The Scot abroad" (neue Ausg. 1881), zwei Sammlungen litterarischer Skizzen; "The history of Scotland from Agricola's invasion to the revolution of 1688" (2. Aufl. 1873, 8 Bde.), ein Werk von epochemachende Bedeutung, und endlich "History of the reign of Queen Anne" (1880, 3 Bde.).

2) Richard Francis, brit. Reisender, geb. 19. März 1821 zu Barbamhouse in Hertfordshire, trat 1842 als Leutnant in die englisch-ostindische Armee, in