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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Buschir; Buschkatze; Buschklepper; Buschmann; Buschmänner

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Buschir - Buschmänner.

rika behandelnd, Bd. 1-6, das. 1800-1803). Von Büschings Werken sind sonst zu erwähnen: "Magazin für Historiographie und Geographie" (Hamb. 1767-1793, 25 Bde.); "Beiträge zur Lebensgeschichte merkwürdiger Personen" (das. 1783-89, 6 Bde.); "Neueste Geschichte der evangelischen Brüderkonfessionen in Polen" (Halle 1784-87, 3 Bde.); "Grundriß zu einer Historie der Philosophie" (Berl. 1772-74, 2 Tle.).

2) Johann Gustav Gottlieb, ein um die altdeutsche Litteratur sowie um die deutsche Kunst und Altertumskunde verdienter Schriftsteller, Sohn des vorigen, geb. 19. Sept. 1783 zu Berlin, studierte in Halle und Erlangen Jura und wurde 1806 Referendar bei der Regierung zu Berlin. 1810 erhielt er den Auftrag, die säkularisierten Klöster zu bereisen, um die darin verborgenen wissenschaftlichen und Kunstschätze ans Licht zu ziehen. Er wurde 1811 Archivar in Breslau, habilitierte sich 1816 an der dortigen Universität und erhielt 1817 eine außerordentliche und 1823 die ordentliche Professur der Altertumswissenschaften. Er starb 4. Mai 1829 in Breslau. Von seinen Publikationen sind zu erwähnen: "Deutsche Gedichte des Mittelalters" (Berl. 1808-25, 3 Tle.), "Sammlung deutscher Volkslieder" (mit Melodien, das. 1807), "Buch der Liebe" (das. 1809, Bd. 1, "Tristan und Isolde", "Fierrabras" etc. enthaltend), sämtlich in Gemeinschaft mit H. v. d. Hagen herausgegeben; "Museum für altdeutsche Litteratur und Kunst" (mit v. d. Hagen und Docen, das. 1809-11, 3 Hefte); "Grundriß zur Geschichte der deutschen Poesie" (mit v. d. Hagen, das. 1812); "Erzählungen, Dichtungen, Fastnachtsspiele und Schwänke des Mittelalters" (Bresl. 1814, 3 Bde.); "Volkssagen, Märchen und Legenden" (Leipz. 1812-19, 4 Tle.); "Lust und Abenteuer des schlesischen Ritters Hans von Schweinichen" (das. 1820-23, 3 Bde.); "Des Deutschen Leben, Kunst und Wissen im Mittelalter" (neue Aufl., das. 1821, 4 Bde.); "Die heidnischen Altertümer Schlesiens" (das. 1820-24, Bd. 1); "Das Schloß der Deutschen Ritter zu Marienburg" (Berl. 1823) u. das vorzügliche Werk "Ritterzeit und Ritterwesen" (Leipz. 1823, 2 Bde.).

Buschir (Abuschehr), Seestadt in der pers. Provinz Farsistan, an der Küste des Persischen Meerbusens aus einer sandigen Halbinsel gelegen, der Haupthafen Persiens, hat eine besonders von Indien aus stark besuchte Reede, Woll- und Waffenfabriken sowie wichtigen Handel. Die Einwohner (die Angaben schwanken zwischen 11,000 und 25,000) sind meist Araber unter einem eignen zinspflichtigen Scheich; armenische Christen bilden ein Drittel der Bevölkerung. Die Umgegend der Stadt ist völlige Wüste, das Klima ein mörderisches. Im Krieg mit Persien eroberten die Engländer B. und die naheliegende Insel Kerak und hielten sie bis zum Pariser Frieden (1857) besetzt. Sollte der Euphrat dereinst ein Kommunikationsweg nach Indien werden, so würde sich B. zu großer Bedeutung erheben. Im nahen Dorf Rischehr Ruinen mit Keilinschriften, in welchen 1876 Andreas und Stolze Ausgrabungen veranstalteten.

Buschkatze, s. v. w. Serval.

Buschklepper, ein Jäger, meist Wilddieb, der ohne Hund im Buschwerk und Vorholz das Wild zu erlegen sucht; dann auch s. v. w. Strauchdieb, Räuber.

Buschmann (engl. Bushman), eine in den austral. Kolonien übliche Bezeichnung für einen im Busch, d. h. in dem nicht von Ackerbauern, sondern nur von Viehzüchtern bewohnten Teil des Landes, Lebenden.

Buschmann, Karl Eduard, namhafter Linguist, besonders als Mitarbeiter der Brüder Humboldt bekannt, geb. 14. Febr. 1805 zu Magdeburg, studierte seit 1823 in Berlin, später in Göttingen klassische und orientalische Philologie und neuere Sprachen und ging 1827 als Erzieher auf ein Jahr nach Mexiko, das er nach verschiedenen Richtungen hin durchstreifte. Nach seiner Rückkehr trat er durch Bopps Vermittelung in nähere Beziehungen zu W. v. Humboldt, der ihn 1832 an die königliche Bibliothek in Berlin brachte, an der er 1835 Kustos, 1853 Bibliothekar wurde; 1851 ward er zum Mitglied der Akademie der Wissenschaften gewählt. Auf seine Anfangsarbeiten über das französische Verbum (2. Aufl., Berl. 1833) und die englische Aussprache (das. 1832) folgten seine durch W. v. Humboldts Untersuchungen angeregten, teilweise der Redaktion und Fortführung derselben gewidmeten ausgezeichneten Werke über den malaiisch-polynesischen Sprachstamm, dann über die Sprachen Nord- und Mittelamerikas. Hierher gehören einerseits seine Ausgabe des bekannten, durch den Tod des Verfassers unterbrochenen Werkes von W. v. Humboldt: "Über die Kawisprache auf der Insel Java" (Berl. 1836-40, 3 Bde.), dessen dritter Teil, eine vergleichende Grammatik der malaiisch-polynesischen Sprachen, von B. allein, teilweise auf Grund von Humboldts Nachlaß, zum größern Teil aber nach eignen Forschungen, bearbeitet ist, und der "Apercu de la langue des iles Marquises et la langue tartienne" (das. 1843), anderseits die Schriften: "Über die aztekischen Ortsnamen" (das. 1853); "Die Spuren der aztekischen Sprache im nördlichen Mexiko" (das. 1859, 2 Bde.), mit einem Überblick über fast alle Indianersprachen; "Der athapaskische Sprachstamm" (das. 1856); "Das Apache und der athapaskische Sprachstamm" (das. 1860-63, 3 Tle.); "Die Verwandtschaftsverhältnisse der athapaskischen Sprachen" (das. 1863); "Grammatik der sonorischen Sprachen" (das. 1864-69) u. a.; außerdem die linguistische Abhandlung "Über den Naturlaut" (das. 1853). Nach dem Tod W. v. Humboldts kam B. zu Alex. v. Humboldt in ein ähnliches Verhältnis wie zu seinem Bruder und unterstützte ihn von 1839 an in allen seinen Arbeiten. Der ganze "Kosmos" sowie der erste Band der "Kleinern Schriften" wurden von B. nach Humboldts Entwurf geschrieben und der Druck von beiden besorgt. Nach dem Tode desselben beendigte B., dem Auftrag des Autors gemäß, das berühmte Werk durch ein großartiges, kunstvolles Register. B. starb 21. April 1880 in Berlin.

Buschmänner, ein zur Hottentotenrasse gehöriges Volk im südwestlichen Afrika (s. Tafel "Afrikanische Völker", Fig. 25, 26), wahrscheinlich die Urbewohner des Landes, die aus einer sehr tiefen Gesittungsstufe stehen und allmählich dem Untergang entgegengehen. Sie selbst nennen sich Saan (Sân) oder Sagua (Singular Maskulinum Sap, Femininum Sas), was wahrscheinlich von sâ (ruhen) abzuleiten ist, wonach es die "Seßhaften" bedeutet. Die Kaffern nennen sie Abatua, die Basuto Baroa ("Bogenmänner"), die Betschuanen Makautu. Der Name B. (Bosjemans, "Waldmenschen") wurde ihnen von den ersten holländischen Kolonisten des Kaplandes gegeben. Die Wohnsitze dieses zwischen Hottentoten und Betschuanen inselartig eingesprengten Volkes erstrecken sich vom Atlantischen Ozean bis etwa zum 23.° östl. L. v. Gr. und vom 20. bis 30.° südl. Br. Nirgends wohnen sie aber auf diesem Raum in größern Mengen zusammen, überall nur horden- und stammweise in den traurigsten und ödesten Landstrichen, fast in beständiger feindlicher Berührung