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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Caccini; Cáceres; Cachar; Cachenez; Cachet; Cachetero; Cacheu; Cachoeira

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Caccini - Cachoeira.

"Lo Spirito Folletto" begründete. Nach der Revolution verlebte er sechs Jahre in der Verbannung, korrespondierte von Paris aus in mehrere italienische Blätter und schrieb seinen als Bild französischen Lebens geschätzten Roman "Il Proscritto" (1853; deutsch von Flor, Berl. 1868). Ins Vaterland zurückgekehrt, bekleidete er eine Reihe von Jahren hindurch hervorragende Stellen in der öffentlichen Verwaltung, wurde Podesta von Treviso, auch Präfekt von Udine und Parlamentsmitglied, zog sich dann aber auf eine ländliche Besitzung, Villa Saltore bei Treviso, zurück. Er veröffentlichte zunächst agronomische Werke voll gesunder wirtschaftlicher Ansichten und gereifter Lebensanschauung, wie: "La vita campestre" (neue Ausg., Mail. 1870), "Bozzetti morali ed economici" (Treviso 1869) und "Le cronache di villaggio" (Mail. 1872). Sodann ließ er seinem ersten Roman noch einige beachtenswerte andre Produkte dieser Art folgen: "Il dolce far Diente" (Mail. 1869), ein Bild venezianischen Lebens aus dem vorigen jahrhundert; "I vampiri e l'incubo" (das. 1869); "Il hacio della contessa Savina" (das. 1875); "Villa Ortensia" (das. 1876); "Sotto i ligustri" (das. 1881); "Il convento" (das. 1883) u. a. Den Werken Caccianigas sind Leichtigkeit des Stils und eine im besten Sinn volkstümliche Ausdrucksweise eigentümlich. Ein Bericht von ihm über die Pariser Ausstellung erschien unter dem Titel "Novità dell' industria applicate alla vita domestica" (1878). Vier Jahre lang gab C. auch einen "Almanacco d'un eremita" (seit 1870) heraus, der sehr populär in Italien wurde.

Caccini (spr. katschi-), Giulio, Komponist, geboren um 1550 zu Rom, stand von 1564 an als Sänger im Dienste des Hofs zu Florenz und wurde hier Mitglied jenes Kreises im Bardischen Haus, welcher die Wiederbelebung des antiken Musikdramas sich zur Aufgabe gemacht hatte. Er beteiligte sich an den Bestrebungen jener Gesellschaft teils durch die künstlerische Ausbildung der von einem ihrer Mitglieder, Vincenzo Galilei, gleichsam neuentdeckten Vokalformen des ariosen und recitativischen Einzelgesanges (Monodie), teils als Komponist der Dramen: "Il combattimento d'Apolline col serpente" von Bardi (1590), "Dafne" und "Euridice" von Rinuccini (1594 und 1600, beide auch von Peri komponiert) und "Il rapimento di Cefalo" von Chiabrera. Neben diesen Arbeiten, in denen der Recitativstil vorherrscht, veröffentlichte er noch "Nuove musiche" (Flor. 1601), eine Sammlung von Einzelgesängen, in denen der ariose Stil auf seiner derzeit höchsten Ausbildungsstufe erscheint, und deren Vorrede wegen der dort gegebenen Vortragsanweisungen als die älteste Kunstgesangschule gelten darf. Ort und Zeit seines Todes sind unbekannt; doch war er, wie die von ihm unterzeichnete Vorrede einer spätern Ausgabe des letztgenannten Werkes beweist, 18. Aug. 1614 noch am Leben und hatte Florenz nicht verlassen. Ein Neudruck der "Euridice" befindet sich in den Publikationen der Gesellschaft für Musikforschung (hrsg. von Eitner, Berl. 1881, Bd. 10).

Cáceres, span. Provinz, nördlicher Teil von Estremadura, grenzt im N. an die Provinzen Salamanca und Avila, im O. an Toledo, im S. an Badajoz, im W. an Portugal und hat einen Flächenraum von 20,755 qkm (376 QM., nächst Badajoz die größte spanische Provinz). Das Land wird vom Tajo in zwei Teile von verschiedenem Charakter geschieden. Der nördliche Teil wird von der Kette des kastilischen Scheidegebirges mit den Gebirgsstöcken der Sierra de Gredos (s. d.) und der Sierra de Gata (2300 m, mit dem durch seine Felsenwildnis und die Roheit seiner Bewohner bekannten Val de Hurdes) durchzogen, ist bewaldet, gut bewässert und fruchtbar, namentlich an Wein. Der südliche Teil, meist Plateau, enthält Ausläufer der Berge von Toledo, darunter die Sierra de Guadalupe (1559 m), Sierra de San Pedro etc., ist kahl und trocken, trägt aber Getreide und ernährt viel Vieh. Hauptfluß ist der Tajo mit seinen zahlreichen, im Sommer großenteils ausgetrockneten Nebenflüssen, darunter Tietar und Alagon im N., Almonte und Salor im S. Das Klima ist im ganzen gesund, doch ist wegen der häufigen Temperaturwechsel und der kühlen Nächte das Wechselfieber nicht selten. Die Bevölkerung beläuft sich auf (1878) 306,594 Einw. (1883 auf 318,125 berechnet) und ist sehr dünn (15 Einw. auf 1 qkm). Die landwirtschaftlichen Verhältnisse sind trotz der Fruchtbarkeit des Bodens keine günstigen; der kleine und mittlere Grundbesitz sind selten. Das Land gehört meist großen Grundbesitzern, wird wenig melioriert und viel als Viehweiden benutzt. Die Viehzucht ist ansehnlich (Schafe, Rinder, Pferde und wegen ihres Fleisches geschätzte Schweine) und liefert Wolle, Käse und Schinken. Die Gebirge sind reich an Erzlagerstätten, welche aber wenig ausgebeutet werden (bedeutend ist nur die Ausbeute an dem für die Landwirtschaftwichtigen Phosphorit in neun Minen, welche ca. 1,8 Mill. metr. Ztr. liefern), an Steinbrüchen, Mineralquellen und Thermen (darunter Banos und Brozas). Die wenig entwickelte Industrie beschäftigt sich mit Wollwäscherei, Fabrikation von ordinären Wollstoffen, Gerberei, Seifen-, Kork- und Thonwarenerzeugung. Mit Portugal wird viel Schleichhandel getrieben. Eine Eisenbahn führt von C. nach Portugal, sie soll gegen Madrid und Merida fortgesetzt werden. Die Provinz umfaßt 13 Gerichtsbezirke (darunter Alcantara, Coria, Guadalupe, Montanchez, Plasencia). - Die gleichnamige Hauptstadt liegt auf einer Anhöhe an der oben erwähnten Eisenbahn, 473 m ü. M.; sie zählt (1878) 14,816 Einw., welche Gerberei, Fayencefabrikation, Seilerei, Färberei und Wollhandel treiben, und ist Sitz eines Gouverneurs und eines Appellationsgerichts. Sie wurde 74 v. Chr. von den Römern gegründet und erhielt den Namen Castra, Caecilia, aus dem der jetzige Name C. entstanden ist. Hier schlugen 7. April 1706 die Alliierten die Arrieregarde des Herzogs von Berwick.

Cachar, ind. Distrikt, s. Katschar.

Cachenez (franz., spr. kaschueh, "Nasenverstecker"), Tuch oder Shawl zum Einhüllen des Halses und untern Teils des Gesichts.

Cachet (franz., spr. kascheh), Petschaft, Siegel, Gepräge, Stempel.

Cachetero (span., spr. katsch-), s. Stiergefechte.

Cacheu (Kachéu, Cacheo), portug. Handelsfaktorei in Senegambien, am São Domingo, 15 km vom Meer, mit einem schlechten Fort und 15,000 Einw., worunter sehr wenige Portugiesen; 1588 gegründet.

Cachoeira (spr. kaschnera), 1) gut gebaute Stadt in der brasil. Provinz Bahia, am schiffbaren Paraguassu, der 60 km unterhalb in die Bahia de Todos Santos mündet, hat 10,000 Einw., große Zigarrenfabriken und ist Stapelplatz für Tabak. In der Vorstadt Porto de São Feliz sind Schneidemühlen für die Herstellung von Zigarrenkistchen. Eine Eisenbahn nach Diamantino ist im Bau. -

2) (São João da C.) Blühendes Städtchen in der brasil. Provinz Rio Grande do Sul, bei den Stromschnellen des Jacuhy, der bis hierher von Dampfschiffen befahren wird, und in der Nähe der deutschen Kolonie Santa Cruz (s. d.),

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