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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Cacio cavallo; Cacongo; Cactus; Cäculus; Cacus; Cada Mosto; Cadahalso; Cadaver; Cade; Cadéac; Cadeau; Cadell; Caecubus Ager

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Cacio cavallo - Cadell.

Cacio cavallo (ital., spr. katscho), Stutenmilchkäse, oft in Form von Pferdchen und Reitern, gewöhnlich aber von Flaschen oder Birnen; besonders in der römischen Campagna bereitet.

Cacongo, Landschaft in Westafrika, am rechten Ufer des untern Congo, von welchem sie zum Teil durch das Land Ngoyo getrennt wird, während im N. der Tschiloango und sein Nebenfluß, der Lukula, die Grenze bilden. Das Land ist schön und weniger ungesund als andre Küstenstriche dieser Breiten. Hauptorte sind an der Küste Cabinda und Malemba mit europäischen Faktoreien, im Innern Tschengela, die Residenz des Königs. Durch die Beschlüsse der Congokonferenz ist C. an Portugal überlassen worden, nur der südöstlichste Teil ist dem Congostaat zugefallen.

Cactus, Pflanzengattung, s. Kakteen.

Caecubus Ager, sumpfige Ebene in Latium, am See von Fundi, unfern von Terracina, beim jetzigen Castel Vetere, berühmt durch den von Horaz und Martial hochgepriesenen Wein (Vinum Caecubum), dessen Rebe, abweichend von aller Analogie, in dieser sumpfigen und niedrigen Gegend wuchs. Derselbe war übrigens schon zu Plinius' Zeiten entartet.

Cäculus, italischer Heros, erzeugt durch einen Funken, der vom Herd (Vulkan) der Schwester der Divi Fratres Depidii (Indigeten von Präneste?) in den Schoß fiel, ward ausgesetzt und von Jungfrauen gefunden, wuchs wie Romulus unter Hirten und Räubern auf und gründete die Stadt Präneste. Wie jener vereinte er die benachbarten Völker zu festlichen Spielen. Dabei bezeugte Vulkan des E.' göttliche Abkunft, indem er auf dessen Bitten durch ein Feuer die ganze Versammlung umleuchtete.

Cacus, in der röm. Mythologie ein Räuber, der von Herkules getötet ward. Als dieser nämlich die Rinder des Geryon durch das Gebiet der Aboriginer trieb, stahl C. einen Teil derselben, zog sie, um den Suchenden zu täuschen, rückwärts an den Schwänzen in seine am Fuß des Aventin gelegene Höhle und verschloß deren Eingang mit einem Felsen, den zehn Paar Ochsen nicht fortzurücken vermochten. Dem lange suchenden Herkules verriet endlich Caca (s. d.) oder die brüllenden Tiere selbst ihren Aufenthalt; die Höhle wurde geöffnet, und C. erlag der Keule des Helden. Evander und die Umwohnenden brachten dem Sieger Dankopfer; dieser weihte zum Gedächtnis der That die Ara maxima (zwischen Palatin und Aventin). Andre machten C. zu einem Sohn des Vulkan und einem gewaltigen, flammenspeienden Ungetüm. Preller möchte unter C. und seiner Schwester Caca altrömische unterweltliche Feuergottheiten verstehen und im Kampf des Herkules mit ihm den Kampf eines schützenden Genius der Flur mit vulkanischen Kräften sehen.

Cadahalso (Cadalso), Don José de, span. Dichter, geb. 8. Okt. 1741 zu Cadiz aus einem altadligen Geschlecht der nordspanischen (Gebirge, ward in Paris erzogen und machte sich dann auf Reisen in England, Frankreich, Deutschland, Italien und Portugal mit den Sprachen und Litteraturen dieser Länder vertraut. Nach seiner Rückkehr trat er (1762) ins Militär, stieg hier schnell bis zur Würde eines Obersten, suchte aber an allen Orten, wohin ihn sein Beruf führte, in Saragossa, Madrid, Alcala de Henares und Salamanca, seine Kenntnisse zu vervollständigen und setzte sich mit den bedeutendsten Geistern jener Zeit, wie Moratin, Iglesias, Yriarte, Jovellanos u. a., in Verbindung. Er wurde bei der Belagerung von Gibraltar 27. Febr. 1782 durch eine Bombe getötet. Seine bekanntesten Werke sind: die Tragödie "Sancho Garcia" (1771), ein schwaches Stück im streng französischen Geschmack; "Los eruditos à la violett" ("Die Gelehrten nach der Mode"), eine Satire auf seichte Vielwisserei, in Prosa (1772), und die Gedichte "Los ocios de mi juventud" (1773), die er beide unter dem Namen J. ^[Josef] Vasquez herausgab. Eine Auswahl aus seinen Satiren, Novellen und kleinen anakreontischen Dichtungen enthält Wolfs "Floresta de rimas modernas castellanas". Nach seinem Tod erschienen noch die "Cartas marruecas" (Isla de Leon 1820), eine Nachahmung der "Lettres persanes" des Montesquieu, doch mehr litterarischen und satirischen Inhalts. Die beste Ausgabe seiner Werke, mit Lebensbeschreibung des Verfassers von Navarrete, erschien Madrid 1818, 3 Bände, u. öfter; seine lyrischen Gedichte sind in der "Biblioteca de autores españoles" (Bd. 61, das. 1869) herausgegeben.

Cada Mosto (Cademosto), Aloys da, Erforscher der Westküste von Afrika, geboren um 1432 zu Venedig, machte mehrere Handelsreisen im Mittelländischen und Atlantischen Meer, dann 1455 für den Infanten Heinrich eine Entdeckungsreise nach den Kanarischen Inseln, dem Grünen Vorgebirge und bis an die Mündung des Gambia. Feindseligkeiten mit den Einwohnern zwangen ihn, nach Portugal zurückzukehren; doch fuhr er 1456 mit Ant. Uso aufs neue aus, entdeckte die Inseln des Grünen Vorgebirges und segelte von dort zum Casamanze und Rio Grande. Nach dem Tod Heinrichs kehrte C. nach Venedig zurück. Er starb um 1480. Die von ihm selbst verfaßte Beschreibung seiner Reise: "El libro de la prima navigazione per oceano a le terre de' Nigri della Bassa Aethiopia" (Vicenza 1507, Mail. 1519), erschien deutsch in Jobst Ruchamers Werk "Unbekannte Leute und eine neue Welt in kurz vergangenen Zeiten erfunden" (Nürnb. 1503).

Cadaver, s. Kadaver.

Cade (spr. kehd), John, ein Irländer (nach andern Angaben war sein Name John Alymere), trat 1450 unter dem Namen John Mortimer als angeblicher Sohn des letzten Grafen von March an die Spitze eines Volksaufstandes gegen König Heinrich VI., drang als "Hauptmann von Kent" mit 20,000 Mann in London ein, ließ mehrere Vertraute des Königs hinrichten, wurde aber 5. Juli 1450 wegen seiner Gewaltthätigkeiten von den Bürgern und Anhängern des Königs vertrieben und auf der Flucht niedergemacht, womit der Aufstand ein Ende hatte.

Cadéac, Badeort im franz. Departement Oberpyrenäen, Arrondissement Bagnères de Bigorre, an der Neste d'Aure, 725 m ü. M., mit 450 Einw. und vier Schwefelquellen (15,6° C.), welche besonders gegen Skrofeln, Blasenkatarrh, chronische Bronchitis u. dgl. angewendet und auch verschickt werden. Das Bad wurde bereits im 16. Jahrh. von Margarete von Valois benutzt.

Cadeau (franz., spr. -doh), Geschenk.

Cadell (spr. ke-), Francis, der Erforscher des Murraystroms in Australien, geb. 1822 in der schottischen Grafschaft Haddington, erhielt zu Edinburg und später in Deutschland seine Ausbildung und machte, noch sehr jung, als Midshipman auf einem Ostindienfahrer den chinesischen Krieg mit. Nachdem er sich gelegentlich eines Besuchs des Amazonenstroms auch mit der Flußschiffahrt vertraut gemacht hatte, richtete er 1848 bei seiner Anwesenheit in Australien zuerst sein Augenmerk auf die Möglichkeit einer Beschiffung des Murray und seiner Hauptzuflüsse. In einem kleinen Boot schiffte er sich 1851 am obern Murray ein und fuhr stromabwärts bis zum Victoriasee. Darauf gelang

^[Artikel, die unter C vermißt werden, sind unter K oder Z nachzuschlagen.]