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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Calvi Risorta; Calvisius; Calvo; Calvus; Calx; Calycanthus; Calymene; Calyptra; Calystegia Sepium; Calyx; Camaco; Camaïeu; Camail

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Calvi Risorta - Camail.

stellungsgabe und Feinheit des Geistes war C. (nach Spittlers Urteil) allen andern Reformatoren weit überlegen. Seine Gemütsstimmung war meist melancholisch und finster. Sein harter und unbeugsamer Sinn steigerte sich, durch Widerspruch gereizt, bis zu bitterm Hohn und stolzer Verachtung gegen diejenigen, welche sein Scharfsinn durchschaute und sein Geist beherrschte. Calvins Werke, namentlich seine "Institutio religionis christianae" (zuerst lateinisch 1536, später öfter, auch französisch, am besten von Rob. Stephanus 1559, neuerlich von Tholuck, 2. Aufl., Berl. 1846, herausgegeben) und seine "Commentarii in libros N. T." (hrsg. von demselben, das. 1833-34, 7 Bde.; 4. Aufl., das. 1864, 4 Tle.), sind noch heute für die theologische Wissenschaft von Bedeutung. Eine Gesamtausgabe seiner Werke besorgen Baum, Reuß und Cunitz im "Corpus reformatorum" (Braunschw. 1863-84, Bd. 1-28). Calvins Briefe wurden von Bonnet (Par. 1854, 2 Bde.) herausgegeben. Von C. rührt auch die Verbesserung der französischen Bibel (nach Olivetans Übersetzung) her. Sein Leben beschrieben von feindlicher Seite Bolsec (Par. 1577; neu hrsg. von Chastel, Lyon 1875), von befreundeter Th. Beza (Genf 1576; neue franz. Bearbeitung von Franklin, das. 1864); neuerdings Henry (Hamb. 1835-44, 3 Bde.; Auszug in 1 Bd. 1846), Bungener (2. Aufl., Genf 1863; deutsch, Leipz. 1863), Stähelin (Elberf. 1863), Viguet und Tissot ("C. d'après Calvin", das. 1864); vom katholischen Standpunkt: Audin (6. Aufl., Par. 1873, 2 Bde.; deutsch von Egger, Augsb. 1843-44, 2 Bde.). Vgl. auch außer den allgemeinen reformationsgeschichtlichen Werken: Galiffe, Quelques pages d'histoire exacte sur les procès intentés à Genève en 1547-59 (Vevey 1862); Derselbe, Nouvelles pages d'histoire exacte, etc. (das. 1863); Kampschulte, Johann C., seine Kirche und sein Staat in Genf (Leipz. 1869, Bd. 1); Lobstein, Die Ethik Calvins (Straßb. 1877); Ch. Schmidt, Les libertins spirituels (Basel 1876); Pierson, Studien over Joh. Kalvijn (Amsterd. 1881).

Calvi Risorta, Stadt in der ital. Provinz und im Kreis Caserta, in ungesunder und den Erdbeben sehr ausgesetzter Gegend, Bischofsitz (mit Teano), mit alter Kathedrale und (1881) 2747 Einw. An dieser Stelle stand das alte ausonische Cales, berühmt durch seine Weinberge, deren Erzeugnis (vinum Calenum) Horaz lobt. Noch zeugen Ruinen eines Amphitheaters und eines Merkurtempels von der alten Stadt. Hier 9. Dez. 1798 Sieg der Franzosen über die Neapolitaner und 10. Jan. 1799 Abschluß eines Vertrags zwischen beiden.

Calvisius (eigentlich Kalwitz), Sethus, Komponist und Musikschriftsteller, geb. 21. Febr. 1556 zu Gorschleben in Thüringen, erhielt seine musikalische Erziehung an den Gymnasien von Frankenhausen und Magdeburg, bezog 1579 mit dem Geld, welches er sich durch Mitwirkung bei den Schülerchören erworben, die Universitäten Helmstedt und Leipzig, um Mathematik zu studieren, brachte aber gleichzeitig seine musikalischen Studien zum Abschluß, so daß er bereits 1580 in letzterer Stadt zum Musikdirektor an der Paulinerkirche ernannt wurde. Im J. 1582 wurde er Kantor zu Schulpforta und 1594 Kantor an der Thomasschule in Leipzig, woselbst er 24. Nov. 1615 starb. Unter C.' Kompositionen sind die durch Sangbarkeit und Reinheit der Stimmführung ausgezeichneten Tonsätze zu geistlichen Melodien hervorzuheben, betitelt: "Harmonia cantionum ecclesiasticarum" (Leipz. 1596 und in mehrfach wiederholten Auflagen erschienen). Als Theoretiker hat er sich durch folgende, noch gegenwärtig mit Recht geschätzte Schriften bekannt gemacht: "Melopoeia, sive melodiae condendae ratio" (Erfurt 1582, 1592); "Exercitationes musicae duae" (Leipz. 1600, 2. vermehrte Auflage 1611); "Compendium musicae practicae" (das. 1594, 1602; 3. Aufl. u. d. T.: "Musicae artis praecepta etc.", Jena 1612). Bekannt ist er außerdem durch seine mathematisch-chronologischen und seine sprachlichen Studien, deren Resultate niedergelegt sind in dem "Opus chronologicum" (1605), in der "Formula calendarii novi" (1613), in dem "Elenchus calendarii Gregoriani" (1613), dem "Thesaurus latini sermonis" (1614), dem "Enchiridion lexici latino-germanici" und verschiedenen andern Schriften.

Calvo, Carlos, völkerrechtlicher Schriftsteller, geb. 1824 zu Buenos Ayres, seit 1860 im diplomatischen Dienst, gegenwärtig Gesandter der Argentinischen Republik in Berlin, Mitbegründer des Institut de droit international. Er machte sich besonders durch das Werk "Le droit international théorique et pratique" (3. Aufl., Par. 1880-81, 4 Bde.) einen Namen; ihm folgten neuerdings das "Dictionnaire de droit international public et privé" (Berl. 1885, 2 Bde.), von dem gleichzeitig ein Auszug in einem Band erschien. Von seinen frühern Werken sind besonders zu erwähnen: "Recueil complet des traités etc. de tous les États de l'Amérique latine" (1862-69, 11 Bde.; auch in spanischer Sprache herausgegeben); "Une page du droit international, ou l'Amérique du Sud devant le droit des gens moderne" (1864); "Annales historiques de la révolution de l'Amérique latine" (1864-75, 5 Bde.). C. ist Mitglied der Pariser Akademie der moralischen und politischen Wissenschaften.

Calvus (lat., "Kahlkopf"), bei den alten Dialektikern ein Trug- oder Fangschluß, welcher z. B. die Frage aufwirft: wie viel oder wie wenig Haare nötig seien, um jemand einen Kahlkopf zu nennen. Man sucht dem so Gefragten eine absolut bestimmte Frage abzulocken, um sie dann als irrig zu verwerfen. Vgl. Acervus und Sorites.

Calx (lat.), Kalk; C. chlorata, Chlorkalk; C. extincta, gelöschter Kalk; C. viva, gebrannter Kalk.

Calycanthus L. (Gewürzstrauch), Gattung aus der Familie der Kalykanthaceen, buschige Sträucher mit ganzrandigen, gegenüberstehenden, ungeteilten Blättern und in den Blattwinkeln einzeln stehenden, dunkelbraunen, großen Blüten, welche an heißen Tagen, besonders des Abends, einen sehr angenehmen Geruch verbreiten. Zwei Arten in Nordamerika werden bei uns als Ziersträucher kultiviert: C. floridus L. (gemeiner Gewürzstrauch), aus den Nordoststaaten Nordamerikas, gegen 2 m hoch, mit eirunden oder breit länglichen Blättern und zahlreichen, lange Zeit dauernden Blüten, und C. occidentalis Hook. et Arn. (großblätteriger Gewürzstrauch), von der Westküste Nordamerikas, mit größern Blättern und großen, aber schwach riechenden Blüten.

Calymene, s. Trilobiten.

Calyptra, die Mütze der Laubmoose (s. Moose).

Calystegia Sepium, s. Convolvulus.

Calyx (lat.), Kelch (s. Blüte).

Camaco, Längenmaß auf den Ionischen Inseln, entspricht der engl. Rute (rod), = 5,029 m.

Camaïeu (franz.), s. Kamaïeu.

Camail (franz., spr. -máj, vom ital. camaglio), s. v. w. Humerale oder bei den Bischöfen Mozetta, ein von den Bischöfen und Domherren getragener leichter, bis zum Ellbogen reichender, vorn zugeknöpfter Schulterkragen mit Kapuze, von schwarzer

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