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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Cambridgegolf; Cambridgeshire; Cambriels; Cambronne; Cambugos; Camden

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Cambridgegolf - Camden.

zahlreicher wohlthätiger Vereine in Anspruch nahm. Er starb 8. Juni 1850 in London. Aus seiner Ehe mit der Prinzessin Auguste von Hessen-Kassel hinterließ er einen Sohn und zwei Töchter: Auguste, geb. 19. Juli 1822, vermählt 28. Juni 1843 mit dem Großherzog Friedrich Wilhelm von Mecklenburg-Strelitz, und Maria Adelaide, geb. 27. Nov. 1833, vermählt 12. Juni 1866 mit Franz, Herzog von Teck, Sohn des Herzogs Alexander von Württemberg.

2) George Frederick William Charles, Herzog von, großbrit. General und Oberbefehlshaber des britischen Heers, Sohn des vorigen, geb. 26. März 1819 zu Hannover, erbte nach dem Tod seines Vaters dessen Titel und Sitz im Oberhaus und erhielt durch Parlamentsakte eine Apanage von 12,000 Pfd. Sterl. 1854 ward er Generalleutnant, erbielt in demselben Jahr das Kommando der 1. Division in dem nach dem Orient bestimmten englischen Heer unter Lord Raglan und machte die Schlachten an der Alma und bei Inkjerman sowie die Kämpfe vor Sebastopol mit; doch kehrte er vor Beendigung des Kriegs wegen geschwächte Gesundheit nach England zurück. Im Juli 1856 ward er zum General ernannt und als Oberbefehlshaber an die Spitze der englischen Armee gestellt, welchen Posten er noch jetzt bekleidet. Zu den wesentlichsten von C. angebahnten und zum Teil bereits durchgeführten Reformen gehören: die Abschaffung der Prügelstrafe, die erleichterte Equipierung und Feldausrüstung der Truppen, die gesteigerte Ausbildung der Truppen im leichten Dienst, wozu permanente Lager errichtet wurden, sowie die Einführung von Prüfungen für die Offizierskandidaten. Die Käuflichkeit der Offiziersstellen wurde von ihm lange in Schutz genommen, doch gab er in diesem Punkte den allgemeinen Wünschen nach und befürwortete 1870 ihre Abschaffung.

Cambridgegolf (spr. kehmbridsch-), tiefer, schmaler Einschnitt des Timormeers in die Nordküste von Australien. Vor der Einfahrt liegt die Lacrosse-, tiefer hinein die große Adolphusinsel. Die Ufer sind zum größten Teil niedriges Sumpfland. In den südlichsten Zipfel mündet der von A. Forrest 1879 aufgefundene und von ihm benannte Ordfluß. Auch versteht man unter C. zuweilen den ganzen großen Meereseinschnitt zwischen Kap Londonderry und Kap Ford, dessen südöstlichsten Teil der Queen's Channel bildet.

Cambridgeshire (spr. kehmbridschir), engl. Grafschaft, grenzt im N. an Lincoln, im O. an Norfolk und Suffolk, im S. an Essex und Hertford, im W. an Bedford, Huntington und Northampton und hat 2124 qkm (38,6 QM.) Flächeninhalt. Das Land liegt fast ganz im Gebiet der Fens (s. d.), und nur im S. bringen Kreidehügel von mäßiger Erhebung (Gog Magog Hills, südöstlich von Cambridge, 170 m) einige Abwechselung in die Oberfläche. Der Nen durchzieht die durch zahlreiche Kanäle entwässerten und so in ein fruchtbares Acker- und Weideland umgewandelten Fens; die Cam (früher Granta) bewässert den südlichen und östlichen Teil der Grafschaft. Die Bevölkerung zählte 1881: 158,594 Seelen. Landwirtschaft bildet den Haupterwerbszweig, und Butter, Rahmkäse, Würste und Tauben, die zu Tausenden gebrütet werden, sind unter den geschätzten Produkten. Von der Oberfläche sind 75 Proz. Ackerland, 17 Proz. Wiesen, 1 Proz. Wald. An Vieh zählte man 1884: 272,576 Schafe, 48,835 Rinder, 50,126 Schweine. Die Industrie ist unbedeutend. Eine Römerstraße durchschnitt früher den Südwesten der Grafschaft, und auch Reste der unter der Heptarchie als Schutz gegen die Mercianer angelegten Wälle sind noch vorhanden. Hauptstadt ist Cambridge.

Cambriels (spr. kaugbriell), Albert, franz. General, geb. 11. Aug. 1816 zu Lagrasse (Aude), besuchte die Schule von St.-Cyr, trat 1836 als Unterleutnant in die Infanterie, ward 1847 Kapitän, 1853 Major und während des italienischen Kriegs 1859 Oberst. Seit 1863 Brigadegeneral, befehligte er 1870 die 1. Brigade der 1. Infanteriedivision in dem zu Châlons neugebildeten 12. Armeekorps und erhielt in der Schlacht bei Sedan eine Kopfwunde. Auf dem Transport benutzte er die rücksichtsvoll Behandlung, welche dem verwundeten Gefangenen zu teil wurde, und entfloh. Er begab sich nach Tours und stellte sich der dortigen Regierung zur Verfügung. Diese übergab ihm das Kommando über die Ostarmee. Nachdem er Werder 22. Okt. das unglückliche Gefecht am Oignon geliefert hatte, veranlaßten ihn Konflikte mit Garibaldi und Verschlimmerung seiner Kopfwunde, sein Kommando niederzulegen. Er wurde Anfang Januar an die Spitze des zur Verdeckung des Bourbakischen Zugs in Vierzon zurückgelassenen 19. Korps gestellt, mußte aber, da seine Wunde wieder aufbrach, 27. Jan. 1871 den aktiven Dienst aufgeben. 1873 wurde er zum Kommandeur des 10. Armeekorps in Rennes ernannt, 1879 nach Besançon versetzt und trat 1879 in den Ruhestand.

Cambronne (spr. kangbronn), Pierre Jacques Etienne, Graf von, franz. General, geb. 26. Dez. 1770 zu St.-Sébastien bei Nantes, trat 1792 in die Nationalgarde, diente als Nationalgardist in der Vendée, trat 1795 in die Linie unter Masséna und zeichnete sich 1799 bei Zürich als Kapitän durch Wegnahme einer russischen Batterie aus. Als Latour d'Auvergne, der "erste Grenadier von Frankreich", 1800 bei Neuburg fiel, wollten die Soldaten auf dem Schlachtfeld dieses Ehrenprädikat auf C. übertragen, doch lehnte es derselbe ab mit dem Bemerken, daß "allen" französischen Kriegern diese Auszeichnung zukomme. Als Oberst machte er die Kriege von 1806 bis 1813 mit, ging 1814 mit Napoleon nach Elba und kehrte mit demselben im März 1815 nach Frankreich zurück. Napoleon ernannte ihn zum Generalleutnant, Grafen und Pair. Bei Waterloo befehligte er eine Division der alten Garde und soll, lange Widerstand leistend, die berühmten Worte gesprochen haben: "La garde meurt et ne se rend pas!" ("Die Garde stirbt, aber ergibt sich nicht"); doch gehören diese Worte ohne Zweifel der patriotischen Erfindung an, und C. selbst machte keinen Anspruch aus ihre Urheberschaft. Ebenso wird die cynische Zurückweisung der Übergabe durch das Wort: "Merde!" nicht C., sondern dem General Michel zugeschrieben, der gleich darauf einer feindlichen Kugel erlag. Vielmehr gab sich C. dem General Halkett auf dessen Aufforderung gefangen und wurde nach England gebracht. Als nach der Restauration auch Cambronnes Name mit auf die Proskriptionsliste kam, reiste er 1815 selbst nach Paris, um sich vor dem Kriegsrat zu verteidigen, und wurde 1816 von zwei Kriegsgerichten freigesprochen, da er den Bourbonen keinen Eid der Treue geleistet hatte. Ludwig XVIII. ernannte ihn später zum Maréchal de Camp und 1820 zum Kommandanten von Lille. Er legte jedoch seiner zerrütteten Gesundheit wegen 1824 diesen Posten nieder und zog sich auf ein Dorf bei Nantes zurück, wo er 5. März 1842 starb.

Cambugos, s. Farbige.

Camden (spr. kämmd'n), 1) Stadt im nordamerikan. Staat New Jersey, am Delaware, Philadelphia gegenüber, ist wohlgebaut, hat Eisengießereien, Glashütten, Schiffswerften, chemische und andre Fabriken und zählt (1880) 41,659 Einw. In der Umgegend Obst- und

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