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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Camerun

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Camerun.

Br., bildet in seinem obern Lauf den 20 m hohen Mungofall, dann die Elikistromschnellen, ist darauf aber selbst für Dampfer befahrbar, nimmt rechts den Peteh oder Kleinen Mungo mit dem Abfluß des Sees Balombi ba Kotta auf und mündet in zahlreichen Armen, ein Gewirr sumpfiger Inseln bildend, in den Camerunfluß. Ein westlicher Arm fließt als Bimbia direkt dem Meer zu. Ganz nahe dem Oberlauf des Mungo entsteht aus zahlreichen kleinen Bergströmen der Yabiang oder Abo, welcher in vielfachen Krümmungen südwärts fließt, um unter 4° 12' nördl. Br. mit dem von NO. aus noch völlig unbekannten Gebiet herzuströmenden Madiba ma Dualla, der weiter auswärts die große Insel Wuri und andre kleinere umschließt, und dessen Schiffbarkeit etwas nördlich von 4° 30' nördl. Br. gleichfalls durch Stromschnellen behindert wird, sich zu vereinigen und, ebenso Inseln bildend, sich in den Camerunfluß zu ergießen, dem von O. und S. noch der Lungasi, der Donga und der Quaqua zugehen. Den Lungasi kennen wir nur eine kurze Strecke aufwärts bis zu den Katarakten von Ebong; der Donga ist vielleicht nur ein breites Ästuarium, an das zahlreiche kleinere Flüsse ihre Gewässer abgeben; der Quaqua ist ein nach N. sich abzweigender Mündungsarm des wasser- und inselreichen Edea, der sich in zwei breiten Mündungen, Borno und Barea, welche die Insel Malimba einschließen, direkt in die Bucht von Biafra ergießt. Aus diesen Flüssen: Mungo, Madiba ma Dualla, Lungasi, Donga und Quaqua entsteht der mächtige Camerunfluß (Madiba di Dualla), welcher schon in seinem obern Teil eine Breite von 1-1½ km hat und weiter dem Meer zu weniger einem Fluß als einem beträchtlichen Meeresarm gleicht, dessen Gegenwart schon weit in die See hinaus an der schmutziggelben Farbe des Wassers erkennbar ist, eine Folge der mitgerissenen Sand- und Schlammmassen, welche mit Hilfe der verschiedenen Strömungen der Gezeiten und des Flusses an der Mündung Barren bilden und somit das Fahrwasser für tiefer gehende Schiffe auf das äußerste beschränken. Zur Zeit des Hochwassers hat der Strom eine Geschwindigkeit von 6½-8 km pro Stunde, dann sieht man riesige Baumstämme und mit Strauchwerk bewachsene Inselchen den Strom hinabtreiben. Durch beständige Ablagerungen hat der Strom an seiner Mündung große, sumpfige, von Kanälen durchzogene Inseln gebildet, welche, gleichwie die Ufer, dunkle Mangrovenwälder bedecken. Westlich vom obern

^[Abb.: Karte von Camerun.]

^[Artikel, die unter C vermißt werden, sind unter K oder Z nachzuschlagen.]