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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Campeador; Campéche; Campecheholz; Campeggi; Campement; Campenon

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Campeador - Campenon.

1836. - Seine geistig begabte Gattin Elisabeth, geborne Hoffmann, nahm an den politischen Angelegenheiten lebhaften Anteil und war auch mehrfach (anonym) als Schriftstellerin thätig. Sie veröffentlichte unter anderm: "Zur Erinnerung an F. L. W. Meyer, den Biographen Schröders" (Braunschw. 1847, 2 Bde.). Sie starb 27. Febr. 1873.

3) Friedrich, Bruder des vorigen, geb. 1777 zu Deensen, erlernte ebenfalls in Braunschweig den Buchhandel, studierte dann in Königsberg und etablierte sich mit dem vorigen 1800 in Hamburg. Später gab er diese Geschäftsverbindung auf und gründete eine große Buch- und Kunsthandlung in Nürnberg. Er brachte den gesunkenen Nürnberger Bilder- und Landkartenhandel in neuen Schwung und kaufte viele wertvolle Gemälde auf, die teilweise noch jetzt eine Zierde Nürnbergs sind. Auch eine Druckerei brachte er an sich. 1825 gab er den Hauptanstoß zur Stiftung des Börsenvereins der deutschen Buchhändler, dessen erster Vorsteher er wurde. C. starb 1846. Er schrieb: "Reliquien von Albrecht Dürer" (Nürnb. 1827) und ein "Malerlexikon" (das. 1833).

4) Julius, Bruder der vorigen, geb. 18. Febr. 1792, erlernte bei seinem Bruder August den Buchhandel und übernahm, nachdem er unter den Lützowschen Jägern den deutschen Befreiungskrieg mitgekämpft, sodann auch eine mehrjährige Reise durch Italien unternommen hatte, 1823 die Sortimentsbuchhandlung "Hoffmann u. Campe", mit der er in der Folge einen starken Verlag vereinigte. Die Werke der ersten belletristisch-politisch-satirischen Talente, eines Heine, Wienbarg, Gutzkow, Börne, Anast, Grün, Hoffmann von Fallersleben etc., fanden an ihm einen Verleger; selbst Drohungen und Maßregeln von benachbarten Regierungen, wie 1841 das Verbot Preußens gegen den gesamten Hoffmann-Campeschen Verlag etc., vermochten C. nicht einzuschüchtern. Daneben erschienen auch streng wissenschaftliche Werke unter seiner Firma. Er starb 14. Nov. 1867, worauf die Firma an seinen Sohn Julius C. überging.

5) Asche Burchhard Karl Ferdinand von, braunschweig. Minister, geb. 9. Okt. 1803 zu Wickensen im Herzogtum Braunschweig, studierte zu Göttingen die Rechte und trat 1827 in den Justizdienst. 1837 wurde er Assessor beim Landgericht in Wolfenbüttel, 1845 Direktor des Kreisgerichts in Braunschweig, zog sich 1849 auf sein Gut Deensen zurück, trat aber 1851 als Kreisgerichtsdirektor in Holzminden wieder in den Staatsdienst, 1856 als Chef des Justizdepartements in das Ministerium, wurde bald darauf Vorsitzender desselben, übernahm auch die auswärtigen Angelegenheiten und ward 1862 zum Staatsminister ernannt. Er verwaltete sein Amt mit Gerechtigkeit und Einsicht, überwand 1866 geschickt die großen Schwierigkeiten der Lage Braunschweigs und ward 1867 Bevollmächtigter beim Bundesrat. Er starb 14. Okt. 1874.

Campeador (span.), ein tapferer Kämpfer, Held, insbesondere Beiname des Cid.

Campéche (spr. -tsche), einer der Staaten der mexikan. Bundesrepublik Mexiko, umfaßt den westlichen Teil der Halbinsel Yucatan, grenzt an Yucatan, Guatemala, Tabasco und den Golf von Mexiko und hat ein Areal von 56,462 qkm (1025,1 QM.). Das Land ist fast ganz Ebene, und nur im Innern treten einzelne Hügelzüge auf; die Küste ist flach und besitzt nur in der Laguna de Terminos einen guten Hafen. Die Bewässerung ist keineswegs eine reichliche, und nur die der genannten Lagune zuströmenden Flüsse Candelaria und Usumacinta sind von einiger Bedeutung. Die Bevölkerung schätzt man auf (1882) 90,413 Seelen. Die noch zahlreichen Indianer gehören zum Stamm der Maya. Die Landwirtschaft bildet die Hauptbeschäftigung und liefert namentlich Mais, Zucker, Henequen (Sisalhanf), Tabak, Pfeffer und Reis. In seinen ausgedehnten Waldungen besitzt der Staat einen großen Reichtum an Nutz- und Farbhölzern wie an kostbaren Droguen. Wertvolle Metalle kommen nicht vor. - Die gleichnamige Hauptstadt (San Francisco de C.) liegt an der nach ihr genannten Bai des Golfs von Mexiko in fruchtbarer Gegend und gewährt mit ihrer Citadelle von der See aus gesehen einen schönen Anblick. C. ist regelmäßig gebaut, hat eine Universität mit drei Fakultäten und Museum (Instituto Campechana), eine Seeschule, ein Lyceum, ein Theater und (1880) 12,600 (mit Gebiet 15,190) Einw. Der Hafen ist versandet, was nicht verhindert hat, in demselben ein Schiffswerfte der Republik anzulegen. Die Industrie ist gering und beschränkt sich fast auf die Herstellung von Holzmöbeln, Palmblatthüten und Zigarren, und auch der Handel ist ohne hervorragende Bedeutung. Wichtigster Handelshafen des Staats ist Carmen (s. d.). C. wurde 1540 gegründet, aber 1659 von den Engländern, 1678 und 1685 von den Seeräubern erobert und teilweise zerstört. Am 18. Nov. 1842 fand bei C. ein harter, aber unentschiedener Kampf zwischen den Mexikanern und Yucatanern statt.

Campecheholz, s. Kampescheholz.

Campeggi (spr. -peddschi), Lorenzo, Kardinal, geb. 1474 zu Bologna, Sohn des berühmten Juristen Giovanni C., studierte die Rechte und wurde Professor, trat aber nach dem Tod seiner Gattin in den geistlichen Stand und wurde von Papst Julius II., dem er zur Herrschaft über Bologna verholfen hatte, zum Bischof von Feltre ernannt und als Nunzius nach Deutschland und Mailand geschickt. Leo X. übertrug ihm das Erzbistum Mailand und beförderte ihn 1517 zum Kardinal. 1519 ging er als päpstlicher Legat nach England, wo ihm Heinrich VIII. das Bistum Salisbury gab. Seine bekannteste Sendung ist die an den Reichstag zu Nürnberg 1524, wo er den entschiedenen Forderungen der Stände nach einer Kirchenreform geschickt auszuweichen wußte, während er gleichzeitig zu Regensburg einige deutsche Fürsten für festen Anschluß an den Papst gewann. Eine neue Mission nach England, um Heinrich VIII. von der Absicht einer Ehescheidung abzubringen oder Katharina zu freiwilligem Verzicht zu bewegen, war dagegen erfolglos (1528). Nachdem er der Krönung Karls V. zu Bologna beigewohnt hatte, begleitete er den Kaiser 1530 auf den Reichstag zu Augsburg, wo er denselben zur Unnachgiebigkeit gegen die Protestanten und im Notfall zur Gewalt antrieb. Nachdem er 1534 für die Wahl Pauls III. eifrig gewirkt hatte, starb er 1539. - Sein Neffe Thomas C. begleitete den Oheim bei mehreren Missionen, folgte ihm als Bischof von Feltre, nahm als päpstlicher Nunzius am Wormser Religionsgespräch 1540 teil und war in der ersten Zeit des Trienter Konzils päpstlicher Legat. Er starb 1564.

Campement (franz., spr. kangp'mang), das Lagern von Truppen unter freiem Himmel; Feldlager.

Campenon (spr. kangp'nóng), franz. Kriegsminister, geb. 4. Mai 1819 zu Tonnerre, erhielt seine militärische Erziehung in St.-Cyr, ward nach Entlassung aus dieser Anstalt 1840 in die Generalstabsschule kommandiert und 1846 zum Kapitän im Generalstab befördert. Da er seiner republikanischen Überzeugung wegen seine Mitwirkung beim Staatsstreich vom

^[Artikel, die unter C vermißt werden, sind unter K oder Z nachzuschlagen.]