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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Camphora; Camphuisen; Campi; Campi doctores; Campi Raudii; Campiglia; Campina; Campinas; Campine; Campio; Campistron

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Camphora - Campistron.

steller nicht ohne Erfolg auf. Seine vielen Gedichte und Festspiele für die Feste im Düsseldorfer Künstlerverein "Malkasten" sowie seine im mittelalterlichen Stil verfaßte Chronik desselben sind zwar nur in engern Kreisen bekannt geworden, sein Tagebuch aus dem schleswig-holsteinischen Feldzug aber ist unter dem Titel: "Der Maler auf dem Kriegsfeld" (Leipz. 1865) mit zahlreichen Illustrationen im Buchhandel erschienen und hat weite Verbreitung gefunden. In einem Wandgemälde in Wachsfarben für die Herrscherhalle des Zeughauses: die Huldigung Friedrichs II. in Breslau, versuchte er sich auch im monumentalen Stil. C. starb 18. Juni 1885 in Düsseldorf. Er hatte 1859 vom König von Preußen den Professortitel erhalten und war Mitglied mehrerer Akademien.

Camphora Nees (Kampferbaum, s. Tafel "Arzneipflanzen I"), Gattung aus der Familie der Lauraceen, zierliche, immergrüne Bäume mit lederartigen Blättern, in Rispen gestellten Blüten und Beerenfrüchten, in China, Japan und Ostindien. C. officinalis Nees (Laurus C. L., Cinnamomum C. Nees et Eberm.), ein lindenähnlicher, 8-10 m hoher Baum mit brauner, runzeliger, abschälbarer Rinde, wechselständigen, gestielten, eiförmigen bis oblongen, zugespitzten Blättern, achselständigen Blütenrispen, kleinen, weißen Blüten und dunkelroten, erbsengroßen Beeren mit einem pfefferkornähnlichen Samen, in Kochinchina und den südlichen Provinzen Chinas bis nördlich vom Amur und durch Japan sehr verbreitet, in größter Menge im Küstenland zwischen Schanghai und Amoy und auf Formosa dichte Wälder bildend und vielfach kultiviert, ist die Stammpflanze des echten Kampfers, wonach auch alle Teile des Baums, besonders die Wurzel, riechen und schmecken. Der Kampferbaum wird bei uns in Kalthäusern überwintert. Er gedeiht in allen tropischen und subtropischen Ländern, sogar in ganz Italien, schon bei Genua und in der Provence. Das harte, weiße, rot geäderte Holz wird in China und Japan als seines Möbelholz benutzt und auch für Insektensammlungen nach Europa gebracht, da es den Kampfergeruch dauernd bewahrt. Von C. glandulifera Nees (Laurus glandulifera Wall.), auf den Bergen in Nepal, wird die Rinde daselbst wie Sassafras gebraucht. S. Kampfer.

Camphuisen (spr. kamp-heu-), Dirk Rafelsz, niederländ. Dichter, geb. 1586 zu Gorinchem, wurde, früh verwaist, von einem ältern Bruder erzogen, der ihn zu einem Maler in die Lehre that. C. machte treffliche Fortschritte, studierte aber später in Leiden Theologie, wurde Prediger in dem Dorfe Vleuten bei Utrecht, als Arminianer aber aus seinem Amt vertrieben, und führte nun ein unstetes Leben, bis er zu Dokkum in Friesland ein Asyl fand, wo er 9. Juli 1627 starb. Seine Gedichte "Stichtelijke rijmen" (4. Aufl., Amsterd. 1652; Auswahl, Utrecht 1869), zum großen Teil erbaulicher Natur, zeichnen sich durch innere Wahrheit aus und sind einfach und kräftig gehalten.

Campi, ital. Künstlerfamilie, welche in der Mitte und gegen das Ende des 16. Jahrh. zu Cremona lebte und daselbst zahlreiche Werke hinterließ. Galeazzo, geb. 1475 zu Cremona, gest. 1536, stand unter dem Einfluß Boccaccinos. Seine Art der Darstellung war ziemlich steif, aber sorgfältig. Bedeutender sind seine drei Söhne: Giulio, Antonio und Vincenzo. Giulio, der älteste, um 1500 geboren, war schon 1522 Schüler Giulio Romanos, damals in Mantua, erlernte von diesem außer der Malerei auch Plastik und Baukunst, ist jedoch kein hervorragender Meister. Ausnahmsweise gut ist sein Hochaltar von 1527 in Sant' Abondio zu Cremona, Maria mit den heiligen Rittern Celso und Nazaro, voll venezianischer Farbenschönheit; seine Wandmalereien hingegen in Santa Margarita daselbst sind kalt und gespreizt. C. starb 1572. Sein Bruder Antonio, Maler und Architekt, daneben auch Bildhauer und Kupferstecher, Cremonese genannt, war gewandter Nachahmer Correggios. Er hatte die Gewohnheit, selbst in heilige Gegenstände Zerrbilder einzuführen. Er gab eine (öfter aufgelegte) Chronik seiner Vaterstadt unter dem Titel: "Cremona fidelissima città illustrata etc." heraus und starb nach 1591. Der dritte Bruder, Vincenzo, war ein unermüdlicher Gefährte seiner Brüder, denen er im Kolorit fast gleichkommt, jedoch in der Zeichnung nachsteht. Zu Cremona sieht man von seiner Hand vier Darstellungen der Abnahme vom Kreuz. In kleinen Figuren war Vincenzo besser als in großen; auch seine Bildnisse und Früchte wurden geschätzt. Viele seiner Kabinettsstücke waren auf Schiefer gemalt. Er starb 1591. - Bernardino, Maler zu Cremona, vielleicht ein Verwandter der vorigen, Sohn eines Goldschmieds, Pietro C., geb. 1522, legte sich anfangs auf die Goldschmiedekunst, widmete sich nachher der Malerei unter Giulio C. und studierte später in Mantua bei Ippolito Costa. Er wußte sich Tizians Manier in dem Grad zu eigen zu machen, daß man selten die Kopien von den Originalen unterscheiden konnte; doch ist er keineswegs ein reiner Venezianer, sondern hat auch von Correggio und Raffael vieles angenommen. Die meisten Werke Campis befinden sich in Cremona; außerdem besitzt auch Mantua Vortreffliches. Seine bedeutendsten Schüler sind Sofonisba Anguisciola und G. B. Trotto. Als Schriftsteller trat C. auf mit einem Werk: "Parer sulla pittura" (1584). C. starb um 1590.

Campi doctores (lat.), die Fecht- und Exerziermeister im römischen Heer.

Campiglia (spr. -pilja, C. marittima), Flecken in der ital. Provinz Pisa, Kreis Volterra, im Corniathal, an der Eisenbahn Livorno-Rom, mit mittelalterlicher Schloßruine, alter Kirche, etruskischen Gräbern, Bergbau auf Blei, Eisen und Kupfer und (1881) 3536 Einw.

Campina (span., spr. -pinja), Ebene.

Campinas (São Carlos de C.), Stadt in der brasil. Provinz São Paulo, auf einer Hochebene 70 km nordwestlich von São Paulo, in ungemein fruchtbarer Gegend, die sich namentlich für den Kaffeebau eignet, ist weitläufig gebaut, hat viele schöne Privathäuser mit wohlgepflegten Gärten und 12,000 Einw.; Sitz eines deutschen Konsuls.

Campine (Kempenland), Landrücken im N. und NO. der belg. Provinzen Antwerpen und Limburg und im S. der holländ. Provinz Brabant und teilweise auch Limburg, zieht sich östlich bis gegen die Maas und ist von weiten Heideflächen bedeckt, in denen oasenartig vereinzelte Ortschaften auftauchen. Er wird von der Demer, Großen und Kleinen Nethe durchzogen, welche zum Gebiet der Schelde gehören. Man hat durch Überrieselung weite Strecken Wiesland erzielt und einen großen Kanal (Canal de la C.) mit vielen Seitenkanälen hindurchgeführt. Die Bevölkerung ist fast ausschließlich vlämisch. Hauptorte in der belgischen C. sind Turnhout und Gheel.

Campio, im Mittelalter Fußkämpfer in den Ordalien oder Gottesurteilen.

Campi Raudii, s. Raudische Felder.

Campistron (spr. kangpistróng), Jean Galbert de, franz. Dramatiker, geb. 1656 zu Toulouse, war ein treuer Schüler Racines, den er in seinen Dramen

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