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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Carnotsche Batterie; Carnúntum; Carnuti; Caro

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Carnotsche Batterie - Caro.

einem wärmern zu einem kältern Körper, ein Satz, der in der ihm von Clausius gegebenen Modifikation jetzt den sogen. zweiten Hauptsatz der mechanischen Wärmetheorie bildet und vielfach auch der Carnotsche Satz genannt wird.

3) Lazare Hippolyte, franz. Publizist und Staatsmann, Bruder des vorigen, geb. 6. April 1801 zu St.-Omer, lebte mit dem Vater sieben Jahre in Magdeburg, wo er deutsche Sprache und Litteratur studierte. 1823 nach Frankreich zurückgekehrt, ward er Advokat und nahm als Redakteur mehrerer Zeitungen, in welchen er sehr radikale, anfangs sogar sozialistische Grundsätze verfocht, am politischen Leben teil. 1839 und dann wiederholt in die Abgeordnetenkammer gewählt, saß er hier auf der äußersten Linken und bekannte sich 1847 in der Schrift "Les radicaux et la charte" offen als Republikaner. Nach der Februarrevolution wurde C. Minister des öffentlichen Unterrichts und des Kultus. Trotz mancher Reformen verdarb er es aber mit der öffentlichen Meinung durch Verbreitung von Unterrichtsbüchern mit sozialistischer Tendenz und legte daher, als die Nationalversammlung ihre Mißbilligung aussprach, sein Amt (5. Juli) nieder. Eine Rechtfertigung seiner Verwaltung veröffentlichte er unter dem Titel: "Le ministère de l'instruction publique et des cultes depuis le 24 février jusqu'au 5 juillet" (Par. 1848). In der Nationalversammlung schloß er sich als Vertreter des Seinedepartements der republikanischen Linken an. Nach dem Staatsstreich vom 2. Dez. 1851 wurde er zwar in den Gesetzgebenden Körper gewählt, aber wegen Verweigerung des Huldigungseides (mit Cavaignac und Henon) nicht zugelassen; dasselbe geschah 1857. Erst 1864 trat er, nachdem er den Eid geleistet, in die Versammlung ein und gehörte dort der Opposition an. Nach dem Sturz des Kaiserreichs 4. Sept. 1870 ward er Maire eines der Arrondissements von Paris, und bei den Wahlen vom 8. Febr. 1871 wurde er in die Nationalversammlung gewählt, in welcher er mit der äußersten Linken stimmte. 1876 ward er Mitglied des Senats. Unter seinen Schriften sind noch zu nennen: "Exposé de la doctrine saint-simonienne" (Par. 1830); "Lazare Hoche" (das. 1874) u. a. Außer den Memoiren seines Vaters veröffentlichte er auch die "Mémoires de H. Grégoire, ancien évèque de Blois" (Par. 1837, 2 Bde.) und "Mémoires de Bertrand Barère" (das. 1842, 4 Bde.).

4) Marie François Sadi, franz. Staatsmann, geb. 11. Aug. 1837 zu Limoges, ältester Sohn des vorigen, trat 1857 in die polytechnische Schule ein, besuchte dann bis 1863 die École des ponts et chaussées und ward, nachdem er einige Zeit Sekretär des Conseil des ponts et chaussées gewesen, zum Ingenieur in Annecy ernannt. Gambetta übertrug ihm Ende 1870 die Präfektur des Departements der untern Seine und die Organisation der nationalen Verteidigung in der Normandie. Am 8. Febr. 1871 ward er im Departement Côte d'Or zum Mitglied der Nationalversammlung, 1876 zum Deputierten gewählt. In beiden Versammlungen schloß er sich der republikanischen Linken an und ward zum Sekretär der Deputiertenkammer ernannt; auch war er mehrere Male Mitglied und Berichterstatter der Budgetkommission. 1878 erhielt er den Posten eines Unterstaatssekretärs im Ministerium der öffentlichen Arbeiten und übernahm nach Freycinets Sturz 1880 am 22. Sept. das Portefeuille dieses Ministeriums, das er bis November 1882 behielt. 1885 ward er Finanzminister. Er ist Mitglied des Senats.

Carnotsche Batterie, s. Mörser.

Carnúntum, alte kelt. Stadt in Pannonien, an der Donau, früher östlichster Platz des norischen Reichs, ein für den Handel der Römer mit Germanien und auch militärisch höchst wichtig gelegener Ort. C. war das gewöhnliche pannonische Winterquartier der römischen Truppen und Station der Donauflottille. Von hier aus unternahm Kaiser Marcus Aurelius, welcher drei Jahre in C. zubrachte und daselbst einen Teil seiner Selbstgespräche schrieb, seine Züge gegen die Markomannen; hier wurde auch Severus zum Kaiser ausgerufen. Bei dem Einfall der Ungarn fand C. seinen Untergang, nachdem es schon im 4. Jahrh. einmal von deutschen Stämmen zerstört worden war. Ausgedehnte Ruinen finden sich zu Deutsch-Altenburg bei Hainburg östlich von Wien.

Carnuti, s. Karnuten.

Caro (lat.), Fleisch; C. luxurians, wildes Fleisch; C. citri, Zitronat.

Caro (ital.), lieb, teuer; C. mio, mein Teurer.

Caro, 1) Annibale, berühmter ital. Schriftsteller und Dichter, geb. 1507 zu Cittanuova in der Mark Ancona von armen Eltern, war anfangs Erzieher der Kinder des reichen Florentiners Ludovico Gaddi; später nahm ihn dessen Bruder, der Kardinal Giovanni Gaddi, als Sekretär mit nach Rom und verhalf ihm zu mehreren einträglichen Pfründen, die es ihm möglich machten, im Umgang mit den bedeutendsten Gelehrten und Schriftstellern Roms sorgenfrei seinen Studien zu leben. Nach des Kardinals Tode trat er (1543) in die Dienste Pier Luigi Farneses, der zwei Jahre darauf Herzog von Parma und Piacenza wurde und C. verschiedene wichtige Missionen, unter andern an Karl V., anvertraute. Nach Pier Luigis Ermordung nahm ihn zuerst der Kardinal Ranuccio, später der Kardinal Alessandro Farnese als Sekretär in seine Dienste, und in diesem Amt starb er 1566 in Rom. C. gehört zu den ausgezeichnetsten italienischen Dichtern und Prosaisten, und seine Werke werden wegen der Meisterschaft, mit welcher er die toscanische Sprache behandelte, zu den klassischen gerechnet. Bei seinen Lebzeiten erschienen von ihm nur zwei humoristische Schriften, der Kommentar zu dem "Capitolo de' Fichi" des Dichters Molza unter dem Titel: "La Ficheide del P. Siceo col comento di Ser Agresto" und die "Diceria de' nasi", eine Abhandlung über die Nase eines seiner Freunde (beide Rom 1539). Seine übrigen Werke wurden erst nach seinem Tod gedruckt. Am berühmtesten darunter sind seine Übersetzung der "Äneide" in reimlosen Versen (Vened. 1584; Par. 1760, 2 Bde.) und seine "Rime" (Vened. 1569 u. öfter), unter welchen die Sonette besonders geschätzt werden. Sein Lustspiel "Gli straccioni" (Vened. 1582 u. öfter) zeichnet sich durch komische Kraft und vortreffliche Sprache aus. Als Muster schöner Prosa und eleganten Briefstils gelten mit Recht seine "Lettere familiari" (Vened. 1572-75, 2 Bde., u. öfter) und die "Lettere scritte a nome del cardinal Aless. Farnese" (Padua 1756, 3 Bde.; beide Sammlungen vereinigt, das. 1764-65, 6 Bde.; Mail. 1807, 6 Bde.). Eine dritte Sammlung "Lettere" gab G. B. Tomitano heraus (Vened. 1791); eine vierte P. Mazzuchelli (Mail. 1827-29, 3 Bde.). Außerdem hat man von C. noch einige geschätzte Übersetzungen aus dem Griechischen, so der Rhetorik des Aristoteles und des Longos. Eine Gesamtausgabe seiner Werke erschien in der Sammlung der "Classici italiani" (Mail. 1806, 8 Bde.); einen Band "Prose inedite" veröffentlichte Cugnoni (Imola 1872).

2) Elme Marie, franz. Philosoph und Schriftsteller, geb. 4. März 1826 zu Poitiers als der Sohn

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