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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Caspe; Casper; Caspia porta; Casquet; Cass; Cass.; Cassa; Cassagnac; Cassai; Cassandrino; Cassano

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Caspe - Cassano.

nia 1866-69, 2 Bde.), "Quellen zur Geschichte des Taufsymbols" (das. 1875), "Alte und neue Quellen zur Geschichte des Taufsymbols und der Glaubensregel" (das. 1879), "Kirchenhistorische Anekdota" (das. 1883).

2) Otto, philosoph. Schriftsteller, geb. 24. Mai 1841 zu Berlin, seit 1869 Privatdozent, seit 1877 außerordentlicher Professor der Philosophie in Heidelberg. Durch Leibniz, Herbart und Lotze angeregt, hat C. in seinen Schriften: "Leibniz' Philosophie, beleuchtet vom Gesichtspunkt der physikalischen Grundbegriffe von Kraft und Stoff" (Leipz. 1870), "Die Urgeschichte der Menschheit" (das. 1873, 2. Aufl. 1877), "Grundprobleme der Erkenntnisthätigkeit" (Berl. 1876-79, 2 Bde.), "Das Erkenntnisproblem" (Bresl. 1881), "Der Zusammenhang der Dinge" (das. 1881), "Hermann Lotze" (das. 1883) sowie in der von Krause, Jäger und C. eine Zeitlang herausgegebenen Zeitschrift "Kosmos" um die Verständigung der Philosophie, insbesondere der Erkenntnislehre, mit der modernen Naturwissenschaft (Darwinismus und Anthropologie) sich verdient gemacht. Außerdem schrieb er: "Die Irrtümer der altklassischen Philosophen" (Heidelb. 1868); "Die psychophysische Bewegung in Rücksicht der Natur ihres Substrats" (das. 1879); "Die Thompsonsche Hypothese von der endlichen Temperaturausgleichung im Weltall" (Stuttg. 1874) u. a.

Caspe, Bezirksstadt in der span. Provinz Saragossa, an der Mündung des Guadalope in den Ebro, mit einem Schloß und (1878) 9157 Einw., welche Wein- und Ölbau und Fabrikation von Tuch, Hüten, Seide und Branntwein treiben. C. wurde 1168 den Sarazenen von Alfons II. von Aragonien entrissen und dann Eigentum des Johanniterordens.

Casper, Johann Ludwig, Mediziner, geb. 11. März 1796 zu Berlin, studierte daselbst sowie in Göttingen und Halle, habilitierte sich 1820 in Berlin und wurde hier 1825 außerordentlicher Professor der Medizin und Mitglied des Medizinalkollegiums für die Provinz Brandenburg, 1834 Mitglied der wissenschaftlichen Deputation für das Medizinalwesen im Ministerium und 1839 ordentlicher Professor. Seit 1841 bekleidete er auch die Stelle eines Gerichtsarztes von Berlin und Direktors der praktischen Unterrichtsanstalt für Staatsarzneikunde an der Universität. Er starb 24. Febr. 1864. C. schrieb: "Charakteristik der französischen Medizin, mit vergleichendem Hinblick auf die englische" (Leipz. 1822); "Über die Verletzungen des Rückenmarks in Hinsicht auf ihr Letalitätsverhältnis" (Berl. 1823); "Beiträge zur medizinischen Statistik und Staatsarzneikunde" (das. 1825-35, 2 Bde.), der erste Versuch zur Begründung einer medizinischen Statistik, für die er später namentlich durch seine "Denkwürdigkeiten für medizinische Statistik und Staatsarzneikunde" (das. 1846) hervorragende Autorität wurde. Das größte Verdienst erwarb sich C. durch sein klassisches Hauptwerk: "Praktisches Handbuch der gerichtlichen Medizin" (Berl. 1856-58, 2 Bde.; 7. Aufl. 1881), das von der fünften Auflage an durch Liman neu bearbeitet wurde. Auch schrieb er "Klinische Novellen zur gerichtlichen Medizin" (Berl. 1863); "Gerichtliche Leichenöffnungen" (das. 1851 und 1853). Mit Rust redigierte er das "Kritische Repertorium für die gesamte Heilkunde" (Berl. 1823 ff., Bd. 5 ff.), später allein die "Wochenschrift für die gesamte Heilkunde" (das. 1838 ff.) und die "Vierteljahrsschrift für gerichtliche und öffentliche Medizin" (1852-60).

Caspia porta, s. Kaspische Pforte.

Casquet (franz., spr. kaska), s. Kaskett.

Cass (spr. käß), Lewis, amerikan. Staatsmann, geb. 9. Okt. 1782 zu Exeter im Staat New Hampshire, siedelte mit seiner Familie nach Ohio über und studierte die Rechte. 1802 trat er als Anwalt auf, und vier Jahre später ward er in die Legislatur des Staats gewählt. Nach dem Kriege gegen England von 1812, an dem er teilgenommen, wurde er Gouverneur des Territoriums von Michigan. Hier schloß er mit den Indianern vorteilhafte Verträge über Landabtretungen zu gunsten der Republik und erwarb selbst ein großes Vermögen dabei. 1831 wurde er als entschiedener Anhänger des Präsidenten Jackson zum Kriegsminister ernannt, und 1835 ging er als außerordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister der Vereinigten Staaten nach Paris. Hier geriet er wegen des von England behaupteten Durchsuchungsrechts mit Guizot und dem Staatssekretär in Washington in eine politisch-litterarische Fehde und kehrte daher 1843 nach Amerika zurück. Der Staat Michigan wählte ihn 1845 in den Senat, wo er namentlich Polks Administration während der Dauer des mexikanischen Kriegs gegen die Angriffe der Whigs verteidigte. Für die nächste Präsidentenwahl von den Demokraten zum Kandidaten ausgestellt, unterlag er gegen den Whig Taylor infolge von Spaltungen in der demokratischen Partei. Seitdem that er sich im Kongreß mehr und mehr durch sein Einstehen für die Interessen der Südstaaten und alle Anmaßungen der Sklavenhalter hervor. Im März 1857 ward C. Staatssekretär in Buchanans Kabinett. Doch war er hellsehend genug, um die vom Übermut der Sklavenstaaten der Union drohende Gefahr zu erkennen. Er gab daher im Dezember 1860 sein Amt auf und zog sich nach Detroit zurück. Während des bald darauf ausbrechenden Kriegs war seine Haltung entschieden unionstreu: in seinem Kreis bot er alle ihm zu Gebote stehende Energie auf, um den Krieg zu einem für die Union glücklichen Erfolg zu lenken. Er starb zu Detroit in Michigan 17. Juni 1866. Unter seinen Schriften sind hervorzuheben die "Inquiries respecting the history, traditions, language etc. of the Indians living within the United States" (Detroit 1823). Vgl. Smith, Life and times of Lewis C. (New York 1856).

Cass., bei botan. Namen Abkürzung für A. H. G. Cassini, geb. 1781 zu Paris, Jurist, starb daselbst 1832. Synanthereen.

Cassa (ital.), Kasse (s. d.); in c., bar vorrätig; per c. zahlen, mit barem Geld zahlen.

Cassagnac, s. Granier de Cassagnac.

Cassai, afrikan. Fluß, s. Kassai.

Cassandrino, Maske des ital. Volkstheaters, Rom; der italienische Philister.

Cassano, 1) (C. al Ionio), Stadt in der ital. Provinz Cosenza, Kreis Castrovillari, an der Eisenbahn Buffaloria-Cosenza, malerisch zwischen Wein-, Öl- und Maulbeerpflanzungen gelegen, Sitz eines Bischofs, mit Schwefelbäder und (1881) 7407 Einw. Auf dem Hügel, an welchem sich die Stadt hinzieht, liegt eine alte Burg mit prächtiger Aussicht.

2) (C. d'Adda) Flecken in der ital. Provinz Mailand, an der Adda und der Eisenbahn von Mailand nach Venedig, welche den Fluß auf einer 143 m langen Brücke mit fünf Bogen überschreitet, hat Burgruinen, Seidenspinnereien und (1881) 3554 Einw. Der Ort ist merkwürdig durch Schlachten: am 16. Aug. 1705, zwischen den österreichern unter dem Prinzen Eugen und den Franzosen unter Vendôme (die einzige Schlacht, welche Prinz Eugen nicht gewann), und 27. April 1799, zwischen den Österreichern und Russen

^[Artikel, die unter C vermißt werden, sind unter K oder Z nachzuschlagen.]