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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Chablis; Chaboras; Chabot; Chabotte; Chabrias; Chabrus; Chabur; Chacabuco; Chacham; Chachapoyas; Chaco

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Chablis - Chaco.

zum Schutz der Schweiz für neutral erklärt. 1860 kam C. mit Savoyen wieder an Frankreich.

Chablis (spr. schabli), Stadt im franz. Departement Yonne, Arrondissement Auxerre, am Serein zwischen Rebenhügeln, mit mehreren alten Kirchen (aus dem 12. und 13. Jahrh.) und (1876) 2185 Einw., welche ausgezeichneten weißen Burgunderwein (Vin de C.) bauen. Derselbe besitzt Geist, ohne stark zu berauschen, Körper, Feinheit und angenehmen Geruch, auch behält er sein durchsichtiges Weiß. Während des ersten Jahrs besitzt er die Moustille, ist dann sehr angenehm, aber leicht berauschend. Die besten Lagen sind: Clos Valmur, Grenouille, Vosdésirs, Bougérau, Mont de Milieu.

Chaboras, Fluß, s. Chabur.

Chabot (spr. schaboh), François, franz. Revolutionsmann, geb. 1759 zu St.-Geniez-Dol in Rouergue, ward in Rodez Kapuziner. Mit dem Studium unsittlicher Bücher, das er angeblich trieb, um der Unsittlichkeit besser entgegenwirken zu können, verband sich bei ihm selbst ein höchst unsittlicher Lebenswandel. Der Revolution schloß er sich mit Eifer an, legte sein Mönchsgewand ab und verheiratete sich. 1791 ward er in die Gesetzgebende Versammlung und 1792 in den Konvent gewählt. Hier schloß er sich den Cordeliers an und that sich durch seinen Cynismus und seine Grausamkeit hervor; er hieß der wütende Mönch. Von ihm rührt der Name Montagnards, Männer vom Berg, für die auf den höchsten Bänken sitzende Partei her; auf seinen Vorschlag ward die Kathedrale Notre Dame in den Tempel der Vernunft verwandelt. Auch beabsichtigte er eine Verteilung des Vermögens unter die Proletarier. Dabei bereicherte er sich selbst auf unredliche Weise bei der Auflösung der Ostindischen Kompanie. Dies wurde einer der Anklagepunkte Robespierres gegen die Dantonisten, mit denen C. vom Konvent verurteilt wurde. Er nahm erfolglos Gift und wurde drei Tage später (5. April 1794) guillotiniert.

Chabotte (franz., spr. schabott), s. Hammer.

Chabrias, athen. Feldherr, der seine infolge des Peloponnesischen Kriegs schwer daniederliegende Vaterstadt zu neuer Blüte und Macht erhob. Seine ersten Expeditionen machte er nach Ägina, wo er den Spartanern empfindlichen Verlust zufügte, und nach Cypern, wo er den König Euagoras gegen die Perser unterstützte, 388 v. Chr. Auch diente er eine Zeitlang in Ägypten gegen die Perser. Als 378 Athen sich mit Theben gegen Sparta verband, wurde C. den Thebanern, welche von Agesilaos bedrängt wurden, zu Hilfe geschickt und bewog durch eine neue taktische Einrichtung (indem er den Soldaten befahl, sich auf ein Knie niederzulassen und, den Schild aufs Knie gestemmt, mit gefälltem Speer den Feind zu erwarten) Agesilaos zum Rückzug. Noch berühmter wurde C. durch den Seesieg, den er 376 bei Naxos über die Spartaner davontrug. Auch in den folgenden Kämpfen zeigte er große Thätigkeit, mit mehr oder weniger Glück. Als die Thebaner 366 den Athenern Oropos entrissen, wurde er deshalb angeklagt, doch freigesprochen. Nach der Schlacht bei Mantineia 362 diente er (jedoch ohne viel Erfolg) dem ägyptischen König Tachos gegen die Perser als Admiral. Im Bundesgenossenkrieg 357 zog C. an der Spitze einer athenischen Flotte gegen Chios und fand beim Angriff auf die Insel seinen Tod.

Chabrus (v. hebr. chabrusa), s. v. w. Gesellschaft, Vereinigung; auch der Gewinnanteil aus einem gemeinschaftlich mit mehreren unternommenen Geschäft. In den tschechischen Gegenden Böhmens bedeutet C. vorzugsweise die Vereinigung mehrerer zu dem Zweck, bei einer Feilbietung jeden Nichtbeteiligten in die Höhe zu treiben, wenn er nicht eine bestimmte Abfindungssumme zahlt. In der neuern Zeit wurde das Wort C. zuerst von der tschechischen Presse gebraucht, um eine Verbindung zu bezeichnen, welche Güter anzukaufen bezweckte, um das mit dem Großgrundbesitz verbundene Wahlrecht für Landtag und Reichsrat in Österreich zu erwerben, ein sowohl von der tschechischen als auch von der deutschen Partei besonders in den Jahren 1867-71 angewandtes Mittel.

Chabur, Nebenfluß des Euphrat in Mesopotamien, dessen zahlreiche Quellströme im Masius (Tur Abdin) entspringen, mündet bei Abu Serai (Circesium). Im Altertum hieß er Chaboras, bei Xenophon Araxes; seit 156 n. Chr. bildete er die Grenze des römischen Mesopotamien.

Chacabuco (spr. tscha-), Stadt in der südamerikan. Republik Chile, 81 km nordöstlich von Santiago, denkwürdig durch den Sieg San Martins, Generals der Argentinischen Republik, über die Spanier 12. Febr. 1817.

Chacham ("ein Weiser"), in einigen Gemeinden früher Titel der Rabbiner; C.-Baschi, das geistliche Oberhaupt aller in der Türkei wohnenden Juden, hat gleichen Rang mit dem Metropoliten der Griechen und Stimme im hohen Staatsrat.

Chachapoyas (spr. tschatscha-), Hauptstadt des Departements Amazonas der südamerikan. Republik Peru, am gleichnamigen Nebenfluß des Amazonenstroms, 2323 m ü. M., hat eine Kathedrale, ein bischöfliches Seminar und (1876) 3366 Einw. C. wurde 1536 von Pizarro gegründet.

Chaco (spr. tschako), Gesamtbezeichnung der ungeheuern Ebenen im S. der bolivian. Provinz Santa Cruz in Südamerika, zwischen dem Rio Paraguay, dem Rio Salado und der Sierra di Salta und de Jujuy. Er bildet einen Teil der südamerikanischen Pampas. Die drei Staaten Paraguay, Bolivia und die Argentinische Republik teilen sich in diesen großen Landstrich von über 500,000 qkm (9000 QM.), der sich sanft von NW. nach SO. herabsenkt und im nördlichen Teil eine mit weiten Sümpfen und flachen Seen bedeckte, zur Regenzeit weithin überschwemmte Ebene bildet, dagegen südlich in dem außertropischen Teil eher Mangel an Wasser leidet und nur längs der großen Ströme Pilcomayo und Vermejo periodisch überschwemmt wird. Die trocknen Striche zwischen den genannten Flüssen, Llanos de Manzo genannt, bieten weite Grasfluren dar oder bestehen, namentlich zwischen dem Rio Vermejo und dem Rio Salado, aus dürren, sandigen Wüstenregionen, die außer ärmlichen Kaktus- und Sabepflanzen fast keine Vegetation zeigen. Waldungen finden sich nur längs der Flüsse und innerhalb der Überschwemmungsgebiete. Abgesehen von einigen Jesuitenmissionen, wurden diese Ebenen bis in die jüngste Zeit nur von unabhängigen Indianerhorden durchzogen, die von der Jagd und dem Fischfang lebten und den benachbarten Ansiedelungen oft gefährlich wurden. Die argentinische Regierung hat indes angefangen, im südlichen Teil des C. Kolonien anzulegen, und 1884 züchtigte General Victorico die zwischen Salado und Vermejo hausenden Indianer. Von dem gesamten C. gehören 325,422 qkm (5910 QM.) mit etwa 50,000 Einw. zur Argentinischen Republik, 91,404 qkm (1660 QM.) zu Paraguay und etwa 120,000 qkm zu Bolivia. Der zur Argentinischen Republik gehörige Teil besteht aus den Territorien Gran C., zwischen Salado und Vermejo, und dem Territorium Vermejo (Llanos de

^[Artikel, die unter C vermißt werden, sind unter K oder Z nachzuschlagen.]