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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Chasmogame Blüten; Chasmus; Chasot; Chassa; Chasse; Chassé; Chasseki; Chasseloup-Laubat

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Chasmogame Blüten - Chasseloup-Laubat.

bekleidete. Er starb 18. Juli 1873 in Venedig. C. war ein ungemein fruchtbarer Schriftsteller. Außer mehreren Geschichtswerken: "Révolution d'Angleterre; Charles I., sa cour, son peuple et son parlement" (1844; deutsch, Mainz 1845), "Olivier Cromwell, sa vie privée, ses discours publics, sa correspondance particuljère" (1847) u. a., schrieb er Romane, Novellen, Erzählungen von allen Farben, Sittenschilderungen, Reisebilder, hauptsächlich aber (für das "Journal des Débats", die "Revue de Paris", "Revue des Deux Mondes" etc.) litterarische Abhandlungen und Feuilletons, die durchgängig geistreich geschrieben sind, aber mit allzu deutlicher Absicht auf gesuchte Wendungen, Paradoxen, Überraschungen aller Art ausgehen. Die wichtigsten dieser Aufsätze gab E. unter dem Titel: "Études de littérature comparée", später "OEuvres" (1847-77) gesammelt heraus. Wir erwähnen davon: "Études sur le moyen-âge"; "Études sur le XVI. siècle en France"; "Études sur l'Espagne"; "Études sur le XVIII. siècle en Angleterre"; "Études sur les hommes et les moeurs au XIX. siècle"; "Études sur W. Shakespeare, Marie Stuart et l'Arétin"; "Études sur l'Allemagne ancienne et moderne"; "Voyages d'un critique à travers la vie et les livres"; "Études contemporaines"; "L'antiquité" und "La psychologie sociale des nouveaux peuples" (aus dem Nachlaß, 1875). Auch Übersetzungen aus dem Lateinischen und Englischen hat C. geliefert. Seine "Mémoires" erschienen 1876-78 in 2 Bänden, befriedigten aber die daran geknüpften Erwartungen nicht. - Sein Sohn Emile C., geb. 1827, nacheinander Lehrer zu St.-Menehould, Mâcon und Douai, dann an den Fakultäten zu Dijon und Paris, seit 1873 Generalinspekteur für den Unterricht in neuern Sprachen, veröffentlichte eine "Étude sur la comédie au XVI. siècle" (1856); "Michel de Cervantes, sa vie, son temps, son oeuvre" (2. Aufl. 1866) u. a.

Chasmogame Blüten, s. Blütenbestäubung.

Chasmus, Gähnkrampf.

Chasot (spr. schasoh), Isaak Franz Egmont, Graf von, geb. 18. Febr. 1716 zu Caen in der Normandie, trat erst in ein französisches Infanterieregiment und stand mit demselben 1734 am Rhein, als er wegen eines unglücklichen Duells zur deutschen Armee fliehen mußte. Hier machte er die Bekanntschaft des damaligen Kronprinzen, nachmaligen Königs Friedrich II. von Preußen, der ihn in preußische Dienste zog und enge Freundschaft mit ihm schloß. In der Schlacht bei Hohenfriedberg zeichnete er sich als Major bei den Baireuth-Dragonern aufs glänzendste aus, verscherzte aber durch Geldforderungen, lose Reden und Reizbarkeit die Gunst des Königs und ward 1752 entlassen. Auf Friedrichs II. Empfehlung wurde er endlich Kommandant von Lübeck, wo er 24. Aug. 1797 starb. - Sein zweiter Sohn, Graf Ludwig August Friedrich Adolf von C., geb. 10. Okt. 1763, trat 1780 in ein preußisches Kürassierregiment, ward 1804 Flügeladjutant Friedrich Wilhelms III., nahm am Krieg 1807 teil und war einer der feurigsten Patrioten. Als Schill 1809 sein Regiment von Berlin wegführte, war C. Kommandant von Berlin und ward infolge jenes Vorfalls verabschiedet. 1812 ging er nach Rußland, wo er die russisch-deutsche Legion bildete, starb aber schon 13. Jan. 1813 in Pskow. Vgl. v. Schlözer, Chasot. Zur Geschichte Friedrichs d. Gr. und seiner Zeit (Berl. 1856).

Chassa (arab.), Name der Leibgarde des Sultans, auch der Garderegimenter.

Chasse (franz., spr. schaß), Jagd.

Chassé (franz., spr. schach), Tanzpas, mit dem man rechts oder links schreitet; C. croisé, das gleichzeitige Schassieren zweier Tanzpartner nach entgegengesetzter Richtung (s. Schassieren).

Chassé (spr. sch-), David Hendrik, Baron, niederländ. General, geb. 18. März 1765 zu Thiel in Geldern, trat 1775 als Kadett in holländische Kriegsdienste, wurde 1781 Leutnant und 1787 Kapitän, floh aber nach der Unterdrückung der Patriotenpartei (1787), welcher er anhing, nach Frankreich, trat in die dortige Armee und kehrte erst 1795 mit Pichegru nach Holland zurück. Er machte 1796 unter Daendels den Feldzug in Deutschland mit, zeichnete sich später bei der Belagerung von Würzburg und 1799 bei der englisch-russischen Landung in Nordholland aus, ward 1803 Oberst und 1806 Generalmajor. Vorzüglich that er sich 1812-13 im spanischen Krieg hervor und erwarb sich wegen seiner Vorliebe für Bajonettangriffe den Namen General Bajonett, von Ludwig Bonaparte aber 1809 den Baronstitel. 1814 avancierte er während des ersten Feldzugs der Alliierten in Frankreich zum Divisionsgeneral und leistete 27. Febr. 1814 bei Bar sur Aube einer starken preußischen Heeresabteilung tapfern Widerstand. Nach dem Frieden trat er als Generalleutnant in die niederländische Armee ein und machte die Schlacht von Waterloo mit. Nach dem zweiten Pariser Frieden stand C. an der Spitze des vierten großen Militärkommandos zu Antwerpen. In der belgischen Revolution machte er sich durch das brutale Bombardement Antwerpens (27. Okt. 1830) und durch die hartnäckige Verteidigung der Citadelle daselbst (Ende 1832) bekannt und wurde zum General der Infanterie ernannt. Den Franzosen als Geisel übergeben, kehrte er nach dem Präliminarvertrag vom 12. Mai 1833 in sein Vaterland zurück. Er lebte seitdem auf seinem Stammsitz Thiel in Geldern, trat 1840 völlig in den Ruhestand und starb 2. Mai 1849 in Breda.

Chasseki, ursprünglich Name der in unmittelbarer Nähe des Sultans Bediensteten, später Name der Lieblingsfrau (Favoritin) des Sultans.

Chasseloup-Laubat (spr. schafs'lu-loba), 1) François, Marquis de, franz. General, geb. 18. Aug. 1754 zu St.-Sornin bei Marennes (Niedercharente), wurde in der Kriegsschule zu Mézières gebildet, 1774 Leutnant beim Geniekorps, schloß sich, 1789 Oberst, der Revolution an, verteidigte 1792 Montmédy, leitete 1794 vor Maastricht den Hauptangriff, 1795 vor Mainz die Belagerungsarbeiten, fungierte 1796 als Chef des Genies bei der Armee von Italien unter Bonaparte, namentlich bei der Belagerung von Mantua, und wurde von Bonaparte zum Brigadegeneral des Geniekorps ernannt. Nach dem Friedensschluß war er bei der Regulierung der neuen Grenzen Italiens beschäftigt. 1799 bahnte er im Schwarzwald Moreaus Korps einen sichern Rückweg und rettete so dasselbe. Nach der Schlacht von Marengo belagerte er Peschiera und führte dann die Schleifung der Citadelle von Mantua mittels neuerfundenen Minenöfen aus. Nach dem Lüneviller Frieden entwarf er ein neues Verteidigungssystem von Norditalien und machte Alessandria zu einem Hauptwaffenplatz. Ein Hauptverdienst Chasseloup-Laubats war die Befestigung von Château-Vieux, Legnago, Peschiera, Mantua und Alessandria. Auch schrieb er: "Essai sur quelques parties des fortifications et de l'artillerie" (Mail. 1811). Im Krieg 1806 übernahm er die großen Arbeiten an den Elb- und Oderfestungen, die Napoleon I. behalten wollte. Auch

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