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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Château-Chinon - Châteauroux.

Château-Chinon (spr. schätoh-schinóng), Arrondissementshauptstadt im franz. Departement Nièvre, auf einer Anhöhe über der Yonne und an der Eisenbahn nach Lyon, mit umfangreichen Schloßruinen, Zeugfabriken, Gerberei, Handel mit Wein, Vieh und Getreide und (1881) 2581 Einw.

Château d'If (spr. schatoh d'if), Schloß auf der Felseninsel If, in der Bucht von Marseille (s. d.).

Château d'Oleron (spr. schatoh dolerong), s. Oleron.

Château d'Öx (spr. schatoh d'öh, deutsch Ösch), Bezirkshauptort des Pays d'en Haut im schweizer. Kanton Waadt, 994 m hoch, an der Saane, mit (1880) 2771 Einw.; als Luftkurort berühmt.

Château du Loir (spr. schatoh dü loahr), Stadt im franz. Departement Sarthe, Arrondissement St.-Calais, nahe dem Loir, an der Orléansbahn, mit einer gotischen Kirche, renommierten Webereien, Wein- und Obstbau und (1876) 2527 Einw.

Châteaudun (spr. schatodong, Castrum Dunii), Arrondissementshauptstadt im franz. Departement Eure-et-Loir, am Loir und an der Orléansbahn, in reizender Lage, seit dem Brand von 1723 eine der hübschesten Städte Frankreichs, mit 7 Kirchen (darunter mehrere aus dem 12. und 14. Jahrh.), einem neuerbauten Justizpalast, einem Collège, einer Bibliothek (7000 Bände), Fabrikation von Hüten und Wolldecken, Handel mit Vieh, Wolle, Getreide, Hanf etc. und (1881) 6468 Einw. Oberhalb der Stadt steht das alte stattliche und wohlerhaltene Schloß (aus dem 15. Jahrh., mit einem berühmten Turm aus dem 12. Jahrh.), in dessen Kapelle das Grabmal der Grafen Dunois. Im deutsch-französischen Krieg fand bei C. 18. Okt. 1870 ein siegreiches Gefecht der 22. preußischen Division unter v. Wittich gegen französische Franctireurs unter Lipowsky statt. Die Stadt wurde nach hartnäckigem Widerstand genommen und in Brand gesteckt.

Château-Gontier (spr. schatoh-gougtjeh), Arrondissementshauptstadt im franz. Departement Mayenne, an der schiffbaren Mayenne und der Westbahn, von Nußbaum- und Weinpflanzungen umgeben, hat eine interessante Kirche (St.-Jean, aus dem 11. Jahrh.), ein Collège, eine Bibliothek (6000 Bände), ein Museum und (1881) 7107 Einw., welche Fabrikation von Leinwand und Serge, Wollspinnerei, Ölbereitung etc. betreiben. Unmittelbar bei C. zwei eisenhaltige Mineralquellen von 7° C. Hier 26. Okt. 1793 Sieg der Vendéer über die Republikaner.

Château-Lafitte (spr. schatoh-lafitt), Schloß im franz. Departement Gironde, Arrondissement Lesparre, bei Pauillac; danach benannt einer der besten Medocweine.

Château-Landon (spr. schatoh-langdóng), Städtchen im franz. Departement Seine-et-Marne, Arrondissement Fontainebleau, 104 m hoch, mit der Kirche Notre Dame aus dem 12. Jahrh., den Ruinen mittelalterlicher Kirchen und eines Schlosses aus dem 13. Jahrh. und (1876) 1373 Einw.

Châteaulin (spr. schatolang), Arrondissementshauptstadt im franz. Departement Finistère, an der Aulne, dem Kanal von Nantes nach Brest und der Orléansbahn, hat einen für Seeschiffe zugänglichen Hafen (Port Launay), Lachsfischerei, Handel mit Vieh, Geflügel, Butter, Getreide etc. und (1881) 2356 Einw. In der Nähe bedeutende Schieferbrüche und eine eisenhaltige Quelle.

Château-Margaux (spr. schatoh-margoh), s. Margaux.

Châteauneuf (spr. schatonöff), 1) Stadt im franz. Departement Charente, Arrondissement Cognac, an der Charente und der Charentes-Eisenbahn, mit einer zum Teil aus dem 12. Jahrh. stammenden Kirche, Wollspinnerei, Zeug- und Hutfabrikation Steinbrüchen und (1876) 2691 Einw. -

2) Stadt im franz. Departement Finistère, Arrondissement Châteaulin, an der Aulne, mit einer durch Skulpturen ausgezeichneten Kapelle, Schloßruinen, Schieferbrüchen, Bienenzucht und (1876) 1126 Einw. -

3) Badeort im franz. Departement Puy de Dôme, Arrondissement Riom, an der Sioule, mit den Ruinen eines alten Schlosses, Steindenkmälern aus der Keltenzeit und (1876) 910 Einw. C. besitzt 15 Mineralquellen (Säuerlinge) von 15-38° C. Temperatur, die besonders exzitierend und diuretisch wirken und jährlich von 500-600 Kranken besucht werden. -

4) (C. en Thymerais) Flecken im franz. Departement Eure-et-Loir, Arrondissement Dreux, nahe dem Wald gleichen Namens, mit (1876) 1425 Einw., war 18. Nov. 1870 Schauplatz eines heftigen, für die Deutschen siegreichen Gefechts mit den Franzosen. -

5) (C. sur Loire) Stadt im franz. Departement Loiret, Arrondissement Orléans, an der Loire und der Orléansbahn (Orléans-Gien), mit Resten eines von Philipp I. erbauten Schlosses, in welchem die französischen Könige oft Hof hielten, hat Tuch- und Weinessigfabrikation, wichtige Jahrmärkte und (1876) 2799 Einw. In der Nähe ein merkwürdiger Tumulus (Butte aux prètres). C., 1428 von den Engländern erobert, wurde 1429 von der Jungfrau von Orléans befreit. -

6) C. sur Sarthe (spr. ßür ßart, ehemals Seronnes) Stadt im franz. Departement Maine-et-Loire, Arrondissement Segré, an der Sarthe, mit 1620 Einw., ist wegen des Schlosses bemerkenswert, welches Gottfried Plantagenet 1131 erbaute, und wovon noch ein Turm übrig ist.

Château-Porcien (spr. schatoh-porßiang), Stadt im franz. Departement Ardennen, Arrondissement Rethel, an der Aisne, mit Trümmern eines alten Schlosses und 1820 Einw. C. stammt noch aus der Römerzeit, wurde um 1300 Hauptort einer Grafschaft, 1561 eines Fürstentums und gehörte später dem Kardinal Mazarin.

Château-Renard (spr. schatoh-ronár), 1) Stadt im franz. Departement Rhônemündungen, Arrondissement Arles, nahe der Durance, mit zwei alten Türmen (Resten eines Schlosses der Grafen von Provence), Maulbeerpflanzungen und (1876) 2055 Einw. -

2) Stadt im franz. Departement Loiret, Arrondissement Montargis, an der Eisenbahn von Orléans nach Châlons, mit einem Schloß der Coligny (16. Jahrh.), einer Kirche aus dem 11. Jahrh. (Rest eines 1627 zerstörten Schlosses), Seidenzucht, Fabrikation von Tuch und Wollkratzen und (1876) 2799 Einw.

Châteaurenault (spr. schatoronoh), Stadt im franz. Departement Indre-et-Loire, Arrondissement Tours, an der Brenne und der Orléansbahn, hat Schloßruinen, Gerbereien, Fabrikation von Leim und Drainageröhren, Getreidehandel und (1876) 3487 Einw.

Châteauroux (spr. schatoruh), Hauptstadt des franz. Departements Indre, im weiten Thal des Flusses Indre, an der Orléansbahn und um den Hügel gebaut, der das alte Feudalschloß Château-Raoul (mit dem Departementsarchiv) trägt, mit der gegenüberliegenden weit ältern Vorstadt Déols (mit ehemaliger reicher Abtei) durch zwei Brücken verbunden, hat 4 Kirchen, ein Stadthaus mit antiken Resten und (1881) 18,741 Einw., welche Fabrikation von ordinären Tuchen (ca. 2000 Arbeiter), Leder, Ackerbauwerkzeugen, Tabaksmanufaktur und Handel mit Wolle, Getreide, Eisen, Schafen, Wein etc. betreiben. C. hat ein Lyceum, eine Normalschule, ein Museum, eine

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