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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Cherwell; Chesapeakebai; Cheshire; Cheshunt; Chesnelong; Chesney

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Cherwell - Chesney.

ten diese als besonderes Volk auf. Von da an jedoch verschwindet ihr Name, indem sie mit dem sächsischen Völkerbund verschmelzen.

Cherwell (spr. tscher-), Nebenfluß der Themse (s. d.).

Chesapeakebai (spr. tschessäpik-), der größte Meerbusen an der Ostküste der Vereinigten Staaten von Nordamerika, ist 320 km tief, 10-55 km breit und empfängt durch breite Ästuarien die Flüsse James, Potomac, Patapsco und Susquehanna, an denen die Städte Norfolk, Washington, Baltimore und Havre de Grace liegen. Ein Kanal (27 km lang) verbindet die C. mit dem Delaware, ein andrer (70 km) mit dem Albemarlesund.

Cheshire (spr. tscheschir), Grafschaft an der Westküste von England, wird nördlich von den Grafschaften Lancashire und Yorkshire, östlich von Derby, südöstlich von Stafford, südlich von Shropshire, westlich von Denbigh und Flint und nordwestlich vom Irischen Meer begrenzt und umfaßt 2659 qkm (48,3 QM.). Die Grafschaft besteht vorwiegend aus einer Ebene, die sich vom Dee bis zum Mersey erstreckt und von dem Weaver und seinen Zuflüssen durchschnitten wird. Der Lehmboden dieser Ebene ist von ungemeiner Fruchtbarkeit, und ihr stets saftiges Gras kommt der Viehzucht sehr zu statten. Im NW. erstreckt sich diese Ebene in die Halbinsel von Wirral hinein, die zwischen den breiten Flutmündungen von Dee und Mersey in das Irische Meer vorspringt. In ihrer Mitte treten einige Hügel auf (Delamere Forest, Beeston Hill), durch welche sie in eine westliche und östliche Hälfte geteilt wird. Im O. begrenzen die als Congleton Edge und Macclesfield Forest bekannten Höhenzüge die Ebene. Sie sind reich an Kohlen, Eisen und Blei. Weit wertvoller aber als diese Mineralien sind die Steinsalzlager und Solquellen, die im Buntsandstein bei Northwich und anderswo vorkommen und die seit ihrer Entdeckung im J. 1670 noch kein Zeichen von Erschöpfung gegeben haben. Die Bevölkerung zählte 1881: 644,037 Seelen. Von der Oberfläche sind 25 Proz. Ackerland, 52 Proz. Wiesen und Weiden, 3 Proz. Wald. Die Viehzucht (1884: 164,410 Rinder, 78,741 Schafe, 65,855 Schweine) ist wichtiger als der Feldbau, und Chesterkäse geht durch die ganze Welt. An Mineralien werden jährlich über 600,000 Ton. Steinkohlen und fast 2 Mill. T. Salz gewonnen. Die Industrie hat sich in jüngerer Zeit sehr gehoben, und 1881 beschäftigten die Baumwollfabriken 27,805 Arbeiter, die Setdenfabriken 14,611, der Maschinenbau 7085, die Hutfabrikation 5426, Eisen- und Stahlfabrikation 4183, Schiffbau 1446 und chemische Fabriken 1373 Arbeiter. Hauptstadt ist Chester.

Cheshunt (spr. tscheschönt), Stadt in Hertfordshire (England), mit (1881) 7736 Einw. und einem berühmten Seminar der Huntingdonianer.

Chesnelong (spr. schän'lóng), Pierre Charles, franz. ultramontaner Parteiführer, geb. 14. April 1820 zu Orthez (Niederpyrenäen), ward Kaufmann in seiner Vaterstadt und erwarb sich durch den Handel mit Bayonner Schinken ein bedeutendes Vermögen. Nachdem er sich für das Kaiserreich erklärt, ward er 1860 Maire von Orthez sowie 1865 und 1869 als offizieller Kandidat in seinem Departement zum Mitglied des Gesetzgebenden Körpers gewählt. Er war mehrere Male Berichterstatter in Budget- und Kreditfragen und neigte sich seit 1869 zu der liberalern Fraktion der bonapartistischen Majorität. Seit 7. Jan. 1872 Mitglied der Nationalversammlung, schloß er sich der äußersten Rechten an, war einer der eifrigsten Legitimisten und gehörte zu den Führern der Partei, die 1873 Thiers stürzten und den Versuch einer monarchischen Restauration machten. C. hatte im Oktober d. J. mit dem Grafen Chambord eine Zusammenkunft in Salzburg und erstattete über die Ansichten und Wünsche des Prätendenten sehr günstige Berichte, die aber von diesem desavouiert wurden, woran die Restauration scheiterte. Während er in der Kammer seinen Kampf gegen die Republik fortsetzte, stellte er sich zugleich an die Spitze der klerikalen Agitationen, ward Präsident der Katholischen Vereine, betrieb mit großem Eifer die Gründung der katholischen Universitäten und präsidierte den katholischen Parteiversammlungen, in denen seine volkstümliche Beredsamkeit ihm großen Beifall und Einfluß erwarb. 1877 ward er zum unabsetzbaren Senator gewählt.

Chesney (spr. tschessni), 1) Francis Rawdon, engl. General und Reisender, bekannt als der Pionier der Überlandroute von Indien, geb. 1789 zu Ballyrea in Irland, wurde auf der Militärakademie zu Woolwich gebildet u. 1815 zum Artilleriekapitän ernannt, diente darauf einige Zeit in Gibraltar und besuchte 1829 die Schlachtfelder des soeben beendeten Türkenkriegs, veröffentlichte aber sein interessantes und bedeutsames Geschichtswerk "Narrative of the Russo-Turkish campaigns of 1828-29" erst 1854, lange nach dem berühmten und bekanntern Werk des Grafen von Moltke. Von der Türkei aus begab sich C. nach Kleinasien und Ägypten, um das Problem einer direkten Dampfschiffsverbindung mit Indien zu lösen, und reichte 20. Okt. 1830 bei der englischen Regierung eine Denkschrift ein, worin er die Durchstechung der Landenge von Suez befürwortete. Diese Denkschrift blieb indessen unbeachtet und wurde erst, als das Werk Lesseps' schon im Entstehen begriffen war, von einem Londoner Journalisten ans Licht gebracht. C. setzte seine Forschungsreise durch die Wüsten Arabiens und Palästinas fort, erreichte den Euphrat bei Anah und fuhr den Strom auf einem selbsterbauten Floß hinab bis zum Persischen Meerbusen (Januar 1831). Über diese Reise erstattete B. dem Ministerium 1833 Bericht, worauf dasselbe ihm die Leitung einer Expedition übertrug, welche 1835 mitten durch Arabien hindurch bis an den Euphrat und den Indischen Ozean vordrang und die Ausführbarkeit einer Postverbindung mit Indien vermittelst des Euphrat und Tigris feststellte. C. berichtete darüber in den Schriften: "Éxpedition for the survey of the rivers Euphrates and Tigris" (Lond. 1856, 2 Bde.) und "Narrative of the Euphrates expedition carried by order of the British government during the years 1835-37" (das. 1868). C. war 1855 zum Generalmajor ernannt worden, 1860 wurde er Generalleutnant, 1866 General. Er starb 31. Jan. 1872 auf seinem Landsitz in Irland. Noch schrieb er: "Observations on the past and present state of firearms etc." (Lond. 1852). Vgl. Poole, Life of general F. R. C. (Lond. 1885).

2) Charles Cornwallis, engl. Militärschriftsteller, Sohn des vorigen, geb. 1826, trat 1845 in das englische Ingenieurkorps, stieg bis zum Obersten auf und ward zugleich Lehrer der Kriegsgeschichte an der Generalstabsschule; starb 19. März 1876. Am bekanntesten wurde er durch seine "Waterloo-lectures" (3. Aufl. 1874; deutsch, 2. Aufl., Berl. 1869), in denen er im Gegensatz zu der bisher in England geltenden Ansicht die Entscheidung der Schlacht von Waterloo dem Eingreifen Blüchers beimißt. Außerdem schrieb er: "Campaigns in Virginia and Maryland" (1863-65, 2 Bde.); "The military resources

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