Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Chianciano; Chianti; Chiapa de los Indios; Chiapas; Chiaramonte; Chiaramonti; Chiaravalle; Chiari; Chiarini

1006

Chianciano - Chiarini.

den beiden kleinen Seen von Chiusi und Montepulciano. Der nördliche Arm, C. Toscana oder Canale Maestro, größtenteils kanalisiert und schiffbar, fließt gegen N. und mündet nordwestlich von Arezzo in den Arno; der andre, C. Romana, hat südliche Richtung, und gegenwärtig ist das Chianathal wieder eine der fruchtbarsten und bevölkertsten Gegenden Italiens. Vgl. Fossombroni, Memorie idraulico-storiche sopra la val di C. (3. Aufl., Montepulciano 1835).

Chianciano (spr. kjantschano), Flecken in der ital. Provinz Siena, Kreis Montepulciano, im Chianathal, an der Eisenbahn Empoli-Chiusi, hat eine Kollegiatkirche mit etruskischen und römischen Inschriften, Steinbrüche, Seidenzucht und (1881) 1231 Einw. Dabei Heilquellen (Säuerlinge) mit Badeanstalt.

Chianti (spr. kjánti), Hügellandschaft der ital. Provinz Siena, mit Pflanzungen von Oliven- und Maulbeerbäumen, vornehmlich aber mit Wein bedeckt. Der danach benannte wohlschmeckende, leichte Rotwein wird meist in Rom und Florenz konsumiert. Die beste Sorte ist der von Broglio.

Chiapa de los Indios (spr. tschiapa), Stadt im mexik. Staat Chiapas, am schiffbaren Chiapas, schon 1527 gegründet und daher die älteste Stadt des Staats, aber mit nur (1880) 4324 Einw., die meist Indianer sind.

Chiapas (spr. tschiapas, Las C.), ein mexikan. Bundesstaat, nordöstlich vom Meerbusen von Tehuantepec gelegen, grenzt gegen O. an Guatemala, gegen N. an Campeche und Tabasco, gegen W. an Veracruz und Oajaca, gegen S. an den Stillen Ozean und umfaßt ein Gebiet von 55,316 qkm (1004,6 QM.). Die Oberfläche ist größtenteils gebirgig. Über der Küstenebene von Soconusco am Stillen Ozean steigt schroff die Sierra Madre an, welche mehrere hohe Kuppen, größtenteils ausgebrannte Vulkane, wie den Soconusco (2377 m), trägt. Jenseit dieser Sierra liegt das eigentliche Plateau von C., eine Fortsetzung desjenigen von Guatemala, aber im Durchschnitt kaum über 1000 m hoch. Die Mitte dieses Plateaus durchschneidet der streckenweise schiffbare Rio C., im untern Lauf als Mescalapa und Grijalva bekannt, der sich als Tabasco in den Golf von Mexiko ergießt. Dieses ist der fruchtbarste Teil des Landes, mit herrlichstem Klima. Auf ihm erheben sich mehrere mit der Sierra Madre parallel laufende Höhenzüge (Hueitepec, 2670 m). Der Abfall zur Küstenebene am Golf ist stellenweise sehr steil. Von Flüssen ist außer dem Chiapas nur der Usumacinta der Erwähnung wert; er bildet einen Teil der Grenze gegen Guatemala. Im Innern kommen einige unbedeutende Seen vor, aber an der guter Häfen ermangelnden Küste des Stillen Ozeans liegen einige ausgedehnte Lagunen. Das Klima gilt im ganzen für gesund und gestattet im Hochland auch noch den Anbau europäischer Gartenfrüchte. Die Zahl der Einwohner schätzte man 1882 auf 205,362 Seelen, größtenteils Indianer vom Stamm der Zoque. Sie zerfallen in angesiedelte (avecindados) und freie (lacandones), und vielfache alte Bauwerke, von denen die von Palenque zu den berühmtesten Amerikas gehören, zeigen, daß sie früher auf einer viel höhern Bildungsstufe standen. Der größte Teil des Landes ist noch mit üppigen Urwäldern bedeckt, welche wertvolle Holzarten enthalten. Ackerbau und Viehzucht sind noch wenig entwickelt. Angebaut werden vornehmlich Mais, Kakao, Frijolen, spanischer Pfeffer, Kaffee, Zuckerrohr, Tabak und Indigo. Leinöl bildet einen Ausfuhrartikel. Trotz des Vorkommens von Gold, Silber, Kupfer, Steinkohlen und Petroleum wird kein Bergbau betrieben. Die Hauptstadt des Staats ist San Cristóbal. - Bei der Ankunft der Spanier in Mexiko war C. ein unabhängiger Staat mit republikanischer Verfassung, dessen Bewohner von den Azteken den Kalender und das chronologische System angenommen hatten und geschickte Weber, Schmiede, Korbflechter etc. unter sich zählten. Nach der Eroberung Mexikos durch Cortez wurden aus C. und Soconusco besondere Provinzen gebildet, die dem Vizekönig von Mexiko untergeben waren. Später gehörte das Land zur Capitania general von Guatemala, von welcher es mit Tuxtla und Soconusco zusammen die Intendancia von C. bildete. Nach der Revolution schlossen sich C. und Tuxtla als eigner Staat C. der mexikanischen Föderation an, während sich Soconusco zur Republik von Zentralamerika schlug, bei welcher es verblieb, bis 1854 Guatemala alle seine Ansprüche aus C. und Soconusco gegen eine Entschädigungssumme von 420,000 Pesos an Mexiko abtrat. S. Karte "Mexiko".

Chiaramonte (spr. kja-), Stadt in der ital. Provinz Siracusa (Sizilien), Kreis Modica, hoch gelegen, mit altem Schloß und (1881) 9364 Einw., welche vornehmlich Weinbau treiben.

Chiaramonti (spr. kja-), Familienname des Papstes Pius VII.; von ihm haben mehrere wissenschaftliche und Kunstsammlungen, z. B. das Museo C. im Vatikan etc., ihren Namen.

Chiaravalle (spr. kjaraw-), Dorf in der ital. Provinz Mailand, mit ehemaliger, vom heil. Bernhard 1135 gegründeter Abtei und bemerkenswerter gotischer Klosterkirche, 1221 geweiht, mit hohem Turm.

Chiari (spr. kja-), Kreishauptstadt in der ital. Provinz Brescia, an der Eisenbahn Mailand-Verona, mit Gymnasium, technischer Schule, Bibliothek, Seidenbau und (1881) 5999 Einw. Ehemals befestigt, ist C. geschichtlich denkwürdig durch den Sieg der Österreicher unter Prinz Eugen über die Franzosen und Spanier unter Villeroi 2. Sept. 1701.

Chiari (spr. kja-), Pietro, ital. Dichter und Romanschreiber, geb. 1700 zu Brescia, war anfangs Jesuit, wurde später Weltgeistlicher und lebte ohne öffentliches Amt meistens in Venedig mit dem Titel eines Hofdichters des Herzogs von Modena. Dort verfaßte er in einer kurzen Reihe von Jahren mehr als 60 Lustspiele, durch welche er mit Goldoni vergebens zu wetteifern suchte. Denn obwohl er einigen seiner Stücke ein gewisses Interesse der Handlung zu verleihen wußte, fehlt es ihm dagegen durchaus an Lebendigkeit und echter komischer Kraft. Noch weit unbedeutender sind seine vier Trauerspiele. Auch seine übrigen Schriften, Romane, philosophische Abhandlungen (z. B. "L'uomo", Vened. 1755) etc., sind nur mittelmäßig. C. lebte zuletzt wieder in Brescia, wo er 1788 in hohem Alter starb. Seine dramatischen Arbeiten erschienen gesammelt als "Commedie" (Vened. 1756, 10 Bde., und Bologna 1759-62), wozu noch "Nuova raccolta di commedie" (Vened. 1762) und "Tragedie" (Bologna 1792) kamen.

Chiarini (spr- ^[richtig: spr.] kja-), Giuseppe, ital. Dichter und Kritiker, geb. 5. Aug. 1833 zu Arezzo, bildete sich nach absolviertem Gymnasium durch Privatstudien weiter aus, wurde 1860 Sekretär im Unterrichtsministerium und ist seit 1867 Inspektor der höhern Schulanstalten in Livorno. Während seines Aufenthalts in Turin hatte er die "Rivista italiana" redigiert, dann in Florenz, nachdem er mit der Regierung dahin übergesiedelt war, das "Ateneo italiano" gegründet, das indessen bald wieder einging. Er gab Leopardis "Operette morali" (Liv. 1869-70, 2 Bde.) und die aus dem 15. Jahrh. stammende Schrift "Leggenda

^[Artikel, die unter C vermißt werden, sind unter K oder Z nachzuschlagen.]