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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Chignon; Chihuáhua; Chijs; Chilapa; Chilat; Child

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Chignon - Child.

fico (Rom 1881). Ein Nachkomme, Fabio E., bestieg als Alexander VII. den päpstlichen Thron. Das Geschlecht besitzt das Fürstentum Campagnano in der römischen Campagna, das Herzogtum Ariccia und den Palast C. am Corso in Rom mit Kunstsammlungen und Bibliothek (Handschriften). Auch die Kirche Santa Maria della Pace mit Raffaels Sibyllen in Fresko und eine Kapelle in Santa Maria del Popolo mit nach Raffaels Zeichnungen ausgeführten Mosaiken in der Kuppel sind in ihrem Besitz. Sie bekleiden die Erbmarschallswürde im Konklave und haben infolge von Erbschaft in neuester Zeit den Namen der Albani neben dem ihrigen angenommen. Don Flavio, Fürst C., geb. 1810, war bis 1848 Offizier in der päpstlichen Nobelgarde, trat dann in den geistlichen Stand, wurde, zum Erzbischof von Mira in partibus ernannt, Nunzius in München, dann bis 1873 in Paris. Er starb als Kardinal und Großprior des Johanniterordens 15. Febr. 1885. Chef des Hauses ist gegenwärtig Don Mario (geb. 1832), Marschall der römischen Kirche und Hüter des Konklave.

Chignon (franz., spr. schiujóug), eigentlich Genick, Nacken; dann auch das in einen beutelähnlichen Wulst hinaufgeschlagene und auf dem Scheitel mit einem Kamm befestigte Haar. Diese Haartracht, schon bei den gepuderten Frisuren der Frauen im 18. Jahrh. fast allgemein angewendet, war neuerlich wieder von Paris aus allgemein Mode geworden; dabei waren die Chignons gewöhnlich von fremdem Haar gefertigt.

Chihuáhua (spr. dschi-), mexikan. Staat im nordöstlichen Teil der Republik (s. Karte "Mexiko"), grenzt südlich an Durango, östlich an Coahuila, nördlich an die Vereinigten Staaten, westlich an Sinaloa und Sonora und umfaßt, nach Feststellung der Grenze gegen die Vereinigten Staaten (durch den Gadsden-Vertrag 1854), ein Areal von 228,946 qkm (4157,7 QM.). Der Westen des Landes ist gebirgig und erstreckt sich bis zum Gipfel des als Sierra Madre und Sierra Tarahumare bekannten Randgebirges des mexikanischen Tafellandes, welches im W. mit tief eingeschnittenen Schluchten (Barrancas) zu den heißen Ebenen von Sonora und Sinaloa abfällt. Der höchste Gipfel (Los Frailecitos) erreicht eine Höhe von 3000 m. Den Übergang zum östlichen Tafelland vermitteln wohlbewaldete Mittelgebirgslandschaften mit reichbewässerten Thälern. Hier erheben sich isolierte Gebirgsgruppen, wie die Bufa de Cosihuiriáchi (2380 m), zu bedeutender Höhe. Die östliche Hälfte des Staats wird von einer wellenförmigen Hochebene eingenommen, die weithin mit Mesquite (Akazien) bedeckt ist, eine durchschnittliche Höhe von 1200-1600 m hat, und an deren tiefsten Stellen salzige Seen (wie die Lagunen von Patos, Santa Maria und Guzman) liegen, in welchen die in der Sierra entspringenden Flüsse sich verlieren. Von allen nach O. ihren Lauf nehmenden Flüssen erreicht nur ein einziger, der Rio de los Conchos, den Rio Grande del Norte. Im SO. geht die Hochebene in die Bolson de Mapimi genannte Wüste über. Die nach W. zum Kalifornischen Meerbusen fließenden Flüsse (wie Rio Fuerte, Rio Mayo und Rio Yaqui) gehören nur in ihrem Oberlauf dem Staat an. Das Klima von C. ist im allgemeinen mild und gesund. Im Gebirge kommen ziemlich auffallende Kontraste (heiße Sommer und strenge Winter) vor; auf den zwischen 1300 und 1600 m hoch liegenden Ebenen des Plateaus herrscht dagegen ein sehr angenehmes, beständiges Wetter mit klarem Himmel und gemäßigter Temperatur, das nur durch die Regenzeit (Juli und August) unterbrochen wird. Die Zahl der Bewohner schätzte man 1882 auf 225,541. Der Mehrzahl nach sind es seßhafte Indianer (Tarumares) und Mestizen. Sie bewohnen den südwestlichen Teil des Staats, während der Norden und die ausgedehnten Lianos des Ostens noch meist im Besitz von umherschweifenden Apatschen und Concho sind. C. eignet sich mehr zur Viehzucht als zum Ackerbau und besitzt zahlreiche Herden von Pferden, Maultieren, Rindern und Schafen. Angebaut werden namentlich: Mais, Waizen, Gerste, Baumwolle, Anis, Hülsenfrüchte und auch Wein. Außerordentlich ist der Reichtum an Silber. Außerdem sind auch Gold, Kupfer, Blei und Eisen gefunden worden. Berühmt waren früher namentlich die Silbergruben von Santa Eulalia, Jesus Maria, Guadalupe y Calvo und Parral, deren Bau in jüngerer Zeit teilweise von amerikanischen Gesellschaften betrieben wird. Seit Eröffnung der Eisenbahn, welche den Staat von N. nach S. durchschneidet, fängt die Baumwollindustrie an sich zu entwickeln. - Die Hauptstadt C., 1400 m ü. M., an einem Nebenfluß des Rio de los Contos reizend gelegen und von Gärten umgeben, ist eine der schönsten Städte Mexikos. An der Plaza mayor erhebt sich die stattliche Kathedrale, aus den Erträgen der Silberminen von Santa Eulalia erbaut. Bemerkenswert sind ferner: das alte Regierungsgebäude, die Münze, das Hospital und das Jesuitenkollegium von San Francisco an der Plaza de Armas, die ein einfaches Denkmal der Insurgentenführer Hidalgo, Allende und Ilmenes ziert. An Bildungsanstalten verdienen Erwähnung eine Rechtsschule und ein Seminar. Eine großartige Wasserleitung, von einem reichen Grubenbesitzer erbaut, versorgt die Stadt mit Trinkwasser aus den benachbarten Bergen. Zur Zeit ihres Glanzes, als C. Sitz des Generalkapitäns der Provincias internos war, soll die Stadt 76,000 Einw. gehabt haben, während jetzt ihre Zahl nur 18,000 beträgt. C. ist Sitz eines deutschen Konsuls.

Chijs (sp. chheis), Peter Otto van den, niederländ. Numismatiker, geb. 22. Aug. 1802 zu Delft, studierte aus der Universität in Leiden, löste frühzeitig mehrere akademische Preisfragen und führte dann die Redaktion des Journals "De Vriend des Vaterlands", bis er zum Amanuensis am Antiquitätenkabinett zu Leiden ernannt wurde. Nachdem er 1829 eine größere Arbeit über die Münzen seit dem Altertum veröffentlicht, auch 1833 eine numismatische Zeitschrift gegründet hatte, von der zwei Bände erschienen, übertrug man ihm die Direktion des Münzkabinetts der Universität, das seinen Bemühungen in der Folge vielfache Bereicherungen verdankte. Er starb 4. Nov. 1867. Seine Lösung einer Preisfrage, welche Abbildung und Beschreibung der niederländischen Münzen von den ältesten Zeiten bis zur Befreiung Gents (1576) forderte, war 1846 mit der großen goldenen Medaille gekrönt worden; eine vollständige Umarbeitung der Preisschrift erschien 1866.

Chilapa (spr. tschi-), Stadt im mexikan. Staat Guerrero, hoch gelegen, hat ein Seminar, Zuckerbau, Töpferei, etwas Bergbau und etwa 2000 Einw. (im ganzen Munizipium 1877: 15,328).

Chilat (arab.), ein kostbares Kleid, das die Fürsten Persiens und Mittelasiens als Gnadengeschenk hohen Beamten bei guten Nachrichten etc. verleihen, und das in Persien mit feierlicher Zeremonie (C.-puschan) vom Schah angelegt wird.

Child (spr. tscheild), 1) Sir Josiah, geb. 1630, ein engl. Kaufmann, welcher, nachdem er als armer Knabe begonnen, einen der Cityläden in London rein zu fegen, sich durch seine Fähigkeiten zu großem Reichtum und

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