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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Chimära; Chimäre; Chimay; Chimborázo; Chimbote

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Chimära - Chimbote.

Guatemala, in schönem Thal, 22 km nördlich von La Antigua, hat besuchte Jahrmärkte u. (1880) 2733 Einw.

Chimära, in der griech. Mythologie ein feuerspeiendes Ungeheuer in Lykien, nach Homer von göttlichem Geschlecht, vorn Löwe, in der Mitte Ziege, hinten Drache, das, vom karischen König Amisodaros aufgezogen, lange das Land verwüstete, bis Bellerophon (s. d.) es erlegte; bei Hesiod eine Tochter des Typhon und der Echidna, mit den drei Köpfen der genannten Tiere. Später vermischten sich beide Vorstellungen zu einer. Das Bild der C. kommt auf Münzen von Korinth, Sikyon und andern Städten, die Erlegung der C. durch Bellerophon häufig auf Vasenbildern vor; ein in harten Umrissen, aber lebendig ausgeführtes antikes (etruskisches) Erzbild derselben enthält das etruskische Museum zu Florenz. Den Namen C. führte auch ein feuerspeiender Berg in Lykien, dessen vulkanische Beschaffenheit man überhaupt im Bilde der C. symbolisch dargestellt erkennen wollte.

Chimäre (franz.), s. Schimäre.

Chimay (spr. schimäh), Stadt in der belg. Provinz Hennegau, Arrondissement Thuin, am Blanchefluß und an der Eisenbahn von Mariembourg nach Laon, mit einem Schloß und Park der Fürsten gleichen Namens, 2 Kirchen, einem Athenäum, bischöflichem Seminar, zahlreichen Eisenwerken, Hochöfen, berühmten Marmorbrüchen und (1884) 3310 Einw. Die Herrschaft C. wurde 1473 zur Grafschaft, 1546 zum Fürstentum erhoben und befindet sich seit 1750 im Besitz des Hauses Caraman. Gegenwärtiger Inhaber ist Joseph von Riquet, Fürst von C. und Caraman.

Chimay (spr. schimäh), 1) François Joseph Philippe de Riquet, Graf Caraman, Fürst von, geb. 21. Sept. 1771, Sohn des Grafen Victor Maurice de Riquet de Caraman, des Gemahls der Prinzessin Marie Anne de C., welcher 24. Jan. 1807 in Paris starb, Nachkomme des Peter Paul Riquet, welcher sich durch Unternehmungsgeist und besonders durch den Bau des Kanals von Languedoc vom Gärtner zum berühmten Mann aufschwang und 1666 von Ludwig XIV. geadelt wurde. Beim Ausbruch der Revolution Offizier, verließ C. als Royalist Frankreich, wurde nach der Restauration Ludwigsritter und Oberst der Kavallerie, 1815 vom Departement Ardennen in die Deputiertenkammer gewählt, wo er zur Opposition hielt, und lebte seitdem meist in den Niederlanden, wo er vom König 1820 zum Mitglied der Ersten Kammer der Generalstaaten ernannt wurde, in welcher Stelle er stets einen anerkennenswerten Freimut zeigte. Obgleich er bereits seit 1804 als Neffe und Erbe des letzten Fürsten von C. aus dem Haus Bossu, Besitzer der Chimayschen Domänen war, wurde sein Fürstentitel doch erst 1824 vom König der Niederlande bestätigt. Er starb 2. März 1843. Er war seit 1805 mit Therese von Cabarrus, der Witwe Talliens (s. d.), vermählt.

2) Joseph de Riquet, Fürst von Caraman und C., belg. Diplomat, geb. 20. Aug. 1808 zu Brüssel, Sohn des vorigen, folgte 1843 seinem Vater in der Fürstenwürde, stand mehrere Jahre im Dienste der belgischen Regierung und vertrat dieselbe als Gesandter im Haag, in Frankfurt a. M. und in Rom. Später lebte er teils auf seinem Schloß C., teils in Brüssel, wo er den seine Güter umfassenden Bezirk Thuin fast fortwährend im Kongreß vertrat. - Sein ältester Sohn, Prinz Joseph von Caraman-C., geb. 9. Okt. 1836, früher in diplomatischem Dienst, 1870-78 Gouverneur des Hennegaus, erhielt 1884 im klerikalen Kabinett das Portefeuille des Auswärtigen, trat aber nach wenigen Monaten zurück.

Chimborázo (spr. tschim-), Provinz der südamerikan. Republik Ecuador, umfaßt den südlichen Teil der zwischen den beiden Kordilleren liegenden Hochebene von Tacunga und den Abhang der Ostkordillere und hat ein Areal von 14,360 qkm (260,8 QM.). Ackerbau und Viehzucht bilden die Hauptbeschäftigung der (1878) 128,310 Einw., die nebenher auch baumwollene und wollene Zeuge weben. Sehr groß ist der Reichtum an Alaun und Schwefel, namentlich bei Alausi, wo ganze Schwefelberge sind. Eine Eisenbahn verbindet die Provinz mit Guayaquil. Hauptstadt ist Cajabamba.

Chimborázo (spr. tschim-), ein Gipfel der Kordilleren von Quito, liegt in der Republik Ecuador, in der westlichen Gebirgskette zwischen dem zweigipfeligen Iliniza und dem viergipfeligen Pichincha, unter 1° 47' südl. Br. und erreicht nach Reiß' und Stübels Messungen eine Höhe von 6310 m. Den Ruhm, der höchste Berg der Kordilleren zu sein, hat er zwar längst verloren; doch bleibt er durch das Andenken wichtiger wissenschaftlicher Untersuchungen, das sich an ihn knüpft, immerhin der interessanteste Andesgipfel. Er bildet einen mächtigen abgestumpften Kegel, der am imposantesten von der 2630 m hohen Hochebene von Tapi aus erscheint. Er ist ein erloschener, vorwiegend trachytischer Vulkan; seine steilen Abhänge sind durch zahllose Barrancos (Schluchten) gefurcht. Den ersten Versuch der Besteigung machte 1745 La Condamine. Im Juni 1802 unternahmen es A. v. Humboldt und Bonpland, vom Dorf Calpi aus (3150 m ü. M.) den Berg zu besteigen. Sie fanden ihn von SSO. her von großen, stufenweise übereinander liegenden Ebenen umgeben und diese bis 3800 m Höhe mit Gras bewachsen. Über dieser Höhe erreichte man einen kleinen See (Laguna de Yanacoche) von ca. 42 m Durchmesser. Etwa 290 m über dem See verschwand erst die Grasdecke auf dem Gestein. Jenseit der Schneegrenze, die etwa in Montblanc-Höhe liegt, erhoben sich große Felsmauern, von NO. nach SW. streichend, aus der ewigen Schneedecke, zum Teil in unförmliche, dünne, 16-20 m hohe Säulen gespalten. Endlich gewahrten die Reisenden durch den zerreißenden Nebel den domförmigen Gipfel, aber eine klaffende, nicht zu umgehende Thalschlucht von 130 m Tiefe und 6,5 m Breite zwang sie in 5882 m Höhe zur Umkehr. Eine neue Besteigung versuchten im Dezember 1831 Boussingault und der Engländer Hall, die bis über 6000 m empordrangen, aber den Gipfel ebenfalls nicht zu erklimmen vermochten. Als erstem gelang die Besteigung A. Stübel, 1872.

Chimbote (spr. tschim-), Hafenort im Departement Ancachs der südamerikan. Republik Peru, mit lebhaftem Handel. Eine Eisenbahn verbindet C. mit Huaraz.

^[Artikel, die unter C vermißt werden, sind unter K oder Z nachzuschlagen.]