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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Chloanthít; Chloásma; Chlodio; Chlodomer; Chlodwig; Chloë; Chlopicki

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Chloanthit - Chlopicki.

tum Posen, trat 1807 in das polnische Heer ein, wurde Ordonnanzoffizier Napoleons I. und dann Eskadronschef der Gardekavallerie. Er machte den Feldzug in Rußland mit und wußte sich die Gunst Napoleons zu erwerben, nahm jedoch 1813, weil er sich zurückgesetzt glaubte, seinen Abschied. Nach dem Ausbruch der polnischen Revolution von 1830 schloß er sich derselben an, ward von Chlopicki zum Brigadegeneral ernannt und zeichnete sich namentlich in der Schlacht von Grochow aus. Er drang sodann nach Litauen vor, unterstützte den dortigen Aufstand und machte gemeinschaftlich mit Gielgud an der Spitze von 5000 Litauern einen Angriff auf Wilna, wurde aber zurückgeschlagen und mußte sich 1831 über die preußische Grenze zurückziehen. Hier streckte er die Waffen, erlitt eine längere Haft und wurde zur Bezahlung einer bedeutenden Strafsumme verurteilt. Später lebte er wieder auf seinen Gütern in Posen und starb 27. März 1879. Er schrieb: "Lettres sur les événements militaires en Pologne et en Lithuanie" (Par. 1832).

Chloanthít (zum Teil auch Weißnickelkies, Arsennickel), Mineral aus der Ordnung der einfachen Sulfuride, kristallisiert regulär und zwar parallel-flächig-hemiedrisch, findet sich aber meist derb von feinkörniger bis dichter, zuweilen von stängeliger Zusammensetzung, ist zinnweiß, läuft grau und schwärzlich an, bedeckt sich auch nicht selten mit grüner Nickelblüte, Härte 5,5, spez. Gew. 6,4-6,8, besteht aus Nickel und Arsen NiAs2 ^[NiAs_{2}] mit 28,2 Nickel, doch wird oft etwas Nickel durch Eisen und Kobalt ersetzt. Er findet sich auf Gängen bei Schneeberg, Richelsdorf, Kamsdorf, Joachimsthal, Allamont, in Connecticut und dient zur Darstellung von Nickel, Arsen und arseniger Säure.

Chloásma (griech.), Leberfleck (s. d.).

Chlodio (Chlojo), König der salischen Franken, trat um 428 die Regierung an, fiel in Hennegau und Artois ein, schlug die Römer und eroberte Cambrai, Tournai und Amiens, wo er seinen Sitz aufschlug. Bis 445 hatte er alles Land bis an die Somme erobert, ward aber, diesen Fluß überschreitend, von Aëtius geschlagen und starb 448. Er gilt als Ahnherr der fränkischen Könige.

Chlodomer, fränk. König, Chlodwigs I. zweiter Sohn, erhielt nach dessen Tod (511) das Land zwischen Loire und Garonne mit der Hauptstadt Orléans. Mit seinen Brüdern zog er gegen die Burgunderkönige Siegmund und Godomar. C. nahm Siegmund gefangen und ließ ihn mit den Seinen umbringen, fiel aber 524 in der Schlacht bei Véséronce gegen Godomar. Seine Söhne wurden von seinen Brüdern Childebert und Chlotar umgebracht und sein Reich geteilt.

Chlodwig (Chlodovech, s. v. w. Ludwig, "berühmter Kämpfer"), Name mehrerer fränkischer Könige aus dem Geschlecht der Merowinger:

1) C. I., Childerichs I. und Basinas Sohn, geb. 465, folgte 481, 15 Jahre alt, seinem Vater als König eines Teils der salischen Franken in Tournai (Doornik). Er ist der Gründer des großen Frankenreichs. Zuerst vernichtete er den Rest römischer Herrschaft in Gallien 486 durch seinen Sieg über Syagrius bei Soissons, wodurch er das Land bis zur Seine gewann. Bald darauf eroberte er das Land der Thoringer (das Land von Tongern). 493 vermählte er sich mit Klothilde (Chrotechildis), einer Nichte des burgundischen Königs Gundobad, die ihn zum Christentum zu bekehren suchte, doch zunächst ohne Erfolg. Erst als er, von dem ripuarischen König Siegbert zu Hilfe gerufen, gegen die Alemannen zog und in der Entscheidungsschlacht (496) der Sieg sich von ihm abzuwenden schien, gelobte er, Christ zu werden, wenn ihm Christus den Sieg verleihe. Als es darauf gelang, die Alemannen zu besiegen, ließ sich C. nebst 3000 Franken zu Reims durch den Bischof Remigius taufen und zwar auf den römisch-katholischen Glauben. Das bei seiner Salbung angeblich gebrauchte heilige Öl (s. Ampulla) diente seitdem bei der Salbung aller fränkischen und französischen Könige. C. fand fortan in der Geistlichkeit eine wesentliche Stütze für seine Herrschaft. Nun unterwarfen sich ihm die unabhängigen katholischen Städte Aremoricas zwischen Seine und Loire freiwillig. 500 zog C. gegen den Burgunderkönig Gundobad, schlug ihn, von dessen Bruder Godegisil unterstützt, bei Dijon und belagerte ihn in Avignon, schloß aber dann gegen das Versprechen eines jährlichen Tributs Frieden. Angeblich aus Glaubenseifer, in der That aber aus Eroberungssucht zog C. 507 gegen die arianischen Westgoten unter Alarich, schlug sie bei Voullon unweit Poitiers und drang bis Bordeaux vor, während sein natürlicher Sohn Theoderich alle Städte bis an die Grenze von Burgund einnahm. Vom griechischen Kaiser Anastasius erhielt C. hierfür den Titel eines Patricius und Konsuls. Er verlegte nun seine Residenz nach Paris. Die weitere Eroberung des westgotischen Reichs hinderte der Ostgotenkönig Theoderich, doch blieben den Franken Aquitanien und Toulouse. Um alle Frankenstämme unter seiner Herrschaft zu vereinigen, beseitigte er deren Könige mit Hinterlist und Gewalt. Chararich ließ er mit seinem Sohn töten. Als er den Fürsten von Cambrai, Ragnachar, und dessen Bruder Richar gefangen genommen, schlug er den ersten mit der Streitaxt nieder, weil er durch seine Feigheit das königliche Geschlecht geschändet habe, und dann auch den letztern, weil er seinem Bruder nicht genug beigestanden. Den Sohn des ripuarischen Königs Siegbert von Köln, Chloderich, verleitete er zur Ermordung seines Vaters und ließ ihn dann selbst ermorden. Er starb 511 in Paris und wurde in der von ihm den heiligen Aposteln zu Ehren erbauten, nachher der heil. Genoveva gewidmeten Kirche bestattet. Sein Reich teilten seine vier Söhne, Theoderich, Chlodomar, Childebert und Chlotar, unter sich. Vgl. Junghans, Die Geschichte der fränkischen Könige Childerich und Chlodovech (Götting. 1857).

2) C. II., Dagoberts I. zweiter Sohn, geb. 633, ward 638 König von Neustrien und Burgund unter der Vormundschaft seiner Mutter Nantechilde, bemächtigte sich nach König Siegberts von Austrasien Tod (656) und nach Ermordung Grimoalds, des Majordomus desselben, der seinen eignen Sohn auf den Thron erheben wollte, auch Austrasiens und ward so wieder Herr des ganzen Frankenreichs, starb aber schon 656, kaum 23 Jahre alt, nachdem er die letzten Jahre seines Lebens an Geisteszerrüttung gelitten.

3) C. III., Theoderichs III. Sohn, folgte 690, noch ein Kind, während der Majordomus Pippin von Heristall die Herrschaft ausübte, starb aber schon 694.

Chloë (die "Grünende"), Beiname der Demeter als Beschützerin der jungen Saat. Ihr zu Ehren wurde in Athen am 6. Thargelion (Ende Mai) ein Frühlingsfest (Chloeia) mit Widderopfern und lustigen Spielen begangen. Ihr Tempel lag in der Nähe der Akropolis. C. ist auch Name von Mädchen, besonders Schäferinnen in Schäfergedichten und Schäferromanen.

Chlopicki (spr. -pitzki), Joseph, poln. General, geb. 24. März 1771 in Galizien aus einer unbemittelten

^[Artikel, die unter C vermißt werden, sind unter K oder Z nachzuschlagen.]