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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Chloranthie - Chlorkalk.

Perisperm unterscheidet. Vgl. Solms-Laubach, Chloranthaceae (in "Prodromus", Bd. 16).

Chloranthie, s. v. w. Vergrünung, s. Anamorphose.

Chloranthus Swartz (Pflaumenpfeffer), Gattung, aus der Familie der Chloranthaceen, holzige Stauden mit gegenständigen, einfachen Blättern, kleinen, in Ähren stehenden Blüten und einsamigen Steinbeeren, hauptsächlich auf Java, in China und Japan. C. officinalis Blume, in den Bergwäldern Javas, hat eine frisch durchdringend kampferartig riechende, gewürzhaft bitterlich schmeckende Wurzel, die als kräftiges Reizmittel bei nervösen und typhösen Fiebern gebraucht wird. Die wohlriechenden Blüten werden in China unter dem Namen Chulan zum Parfümieren des Thees benutzt.

Chlorantimon, s. v. w. Antimonchlorid.

Chlorarsen, s. v. w. Arsenchlorid.

Chlorate, s. v. w. Chlorsäuresalze, z. B. Kaliumchlorat, chlorsaures Kali.

Chloräthyl (leichter Salzäther), s. v. w. Äthylchlorür.

Chlorbaryum, s. v. w. Baryumchlorid.

Chlorblei, s. v. w. Bleichlorid.

Chlorblei, Mineral, s. v. w. Bleihornerz.

Chlorcalcium, s. v. w. Calciumchlorid.

Chloreisen, s. v. w. Eisenchlorür und Eisenchlorid.

Chlorgold, s. v. w. Goldchlorid.

Chlorhydrat, s. Chlor, S. 48.

Chloride, s. Chlormetalle.

Chlorimetrie, s. Chlorometrie.

Chlorine, s. v. w. Chlor.

Chloris, 1) in der griech. Mythologie eine Nymphe, Gemahlin des Zephyros, als personifizierter Frühlingshauch Gefährtin der blumenspendenden Aphrodite, auch der Proserpina, von den Römern mit Flora (s. d.) identifiziert.

2) Tochter der Niobe und des Amphion, Gemahlin des Neleus, Mutter des Nestor, früher Meliböa genannt, blieb allein nebst Amyklas unter ihren Geschwistern von Apollons und Artemis' Pfeilen verschont, ward aber vor Entsetzen über den Tod der Ihrigen so blaß, daß sie von nun an C. (die "Bleiche") hieß.

Chlorit, Mineral aus der Ordnung der Silikate und der Chloritgruppe, deren Glieder sowohl in der äußern Erscheinungsweise als in der chemischen Konstitution und der Weise ihres Auftretens zwischen Glimmern und Talken stehen. Von erstern sind sie durch den großen Gehalt an Wasser und das Fehlen des Kalis, von den letztern durch den Gehalt an Thonerde unterschieden. Es gehören hierher unter andern C., Pennin, Klinochlor und Delessit. Der C. (Ripidolith) kristallisiert hexagonal tafelförmig, findet sich meist derb in blätterigen und schuppigen Aggregaten und als Chloritschiefer, auch nicht selten andern Mineralien in feinen Schuppen ein- und aufgestreut. Er ist lauch- bis schwärzlichgrün, in Kristallen quer auf die Hauptachse grün durchscheinend, perlmutter- bis fettglänzend, in Lamellen durchsichtig und durchscheinend, Härte 1-1,5, spez. Gew. 2,78-2,95. Die Zusammensetzung ist noch nicht endgültig festgestellt, vielleicht besteht er aus 2 Molekülen eines Silikats H2R5Si3O12^[H<sub>2</sub>R<sub>5</sub>Si<sub>3</sub>O<sub>12</sub>] (wobei R oxydulisches Eisen und Magnesium bedeutet) und 3 Molekülen Thonerdehydrat H6Al2O6^[H<sub>6</sub>Al<sub>2</sub>O<sub>6</sub>]. C. findet sich als Chloritschiefer und körnig schuppiges Chloritgestein mit Magneteisen in der Schweiz, Tirol, Salzburg, Berggießhübel in Sachsen, Nester und Trümer in Serpentin bildend, aus Erzgängen und in Drusen mancher kristallinischer Silikatgesteine.

Chloritischer Granit, Granit, welcher statt des Glimmers Chlorit enthält.

Chloritschiefer, einfaches Gestein, wesentlich aus Chloritschuppen bestehend, zu denen häufig Talk und Glimmer treten. Dazwischen liegen nicht selten Quarz- und Feldspatkörnchen, unbestimmbare weiße Nadeln (Mikrolithen) und Magneteisenkörnchen. Als accessorische Bestandteile sind zu nennen: größere Kristalle von Magneteisen, zuweilen auch Titaneisen, Bitterspat, seltener Kalkspat, Granat, Turmalin, Strahlstein, Epidot, Titanit, Eisenkies, Kupferkies, Gold. Der C. ist meist lauchgrün, weich beim Anfühlen, deutlich geschichtet; erfindet sich gewöhnlich mit Talkschiefer, kristallinischem Thonschiefer und Glimmerschiefer schichtenweise vergesellschaftet, auch wohl dem Gneis eingelagert und bildet sonach ein Glied der huronischen Formation (s. d.). In den Salzburger und Tiroler Alpen, namentlich am Greiner und Großglockner, in Graubünden, im Veltlin u. a. O. in der Schweiz ist er sehr verbreitet. Im Ural und in den Staaten Vermont und Massachusetts von Nordamerika bildet er ebenfalls ansehnliche Gebirgsmassen. Der Verwitterung ist der C. sehr wenig unterworfen und bedeckt sich nur langsam mit einer dünnen Haut einer schmutzig grünen Thonsubstanz. Chloritoidschiefer nannte Sterry Hunt die analogen dunkeln Schiefer Kanadas, welche Chloritoid anstatt Chlorit enthalten.

Chlorkadmium, s. v. w. Kadmiumchlorid.

Chlorkali, s. v. w. unterchlorigsaures Kali.

Chlorkalischwefel, Mischung von chlorsaurem Kali mit Schwefel, wird in der Feuerwerkerei benutzt.

Chlorkalium, s. v. w. Kaliumchlorid.

Chlorkalk (Bleichkalk, Bleichpulver), ein meist in den Sodafabriken dargestelltes Präparat, welches erhalten wird, wenn man Chlor auf gelöschten Kalk einwirken läßt. Der Kalk muß möglichst rein, namentlich von thonigen und kieseligen Bestandteilen, Eisen, Mangan und Magnesia möglichst frei sein und nach dem Brennen vorsichtig gelöscht werden. Das dabei entstehende Kalkhydrat muß 6-8 Proz. Feuchtigkeit, also zusammen mit dem Hydratwasser 29-30 Proz. Wasser, enthalten. Die Kammern, in welchen das Chlor auf den Kalk einwirken soll, werden aus Bleiplatten, Holz, Sandstein oder Schieferplatten konstruiert und mit Teer sorgfältig überzogen. In diesen Kammern breitet man den Kalk auf Etagen in dünner Schicht aus, man baut aber auch viel größere Kammern aus Mauerwerk, Blei oder Gußeisen und breitet den Kalk nun auf dem asphaltierten Fußboden in 8-10 cm hoher Schicht aus. In diese Kammern leitet man nun kaltes, trocknes, salzsäurefreies Chlorgas, welches gewöhnlich aus Salzsäure und Braunstein hergestellt wird, und fährt damit fort, bis bei einem Überschuß von Chlor in der Kammer das Gas nur noch sehr schwach absorbiert wird. Man unterbricht dann die Zuleitung des Chlors, läßt den nicht absorbierten Rest in eine zweite und dritte Kammer treten und verbindet vor dem Öffnen die Kammer mit dem Schornstein oder mit einem mit Kalkmilch gespeisten Absorptionsturm, in welchen die chlorhaltige Luft aus der Kammer gesaugt wird. Der C. enthält jetzt 25 bis höchstens 30 Proz. wirksames Chlor und wird daher umgeschaufelt und abermals mit Chlor behandelt, um die im Handel übliche Stärke von 35 Proz. zu gewinnen. Den fertigen C. verpackt man sofort bei möglichster Abhaltung des Lichts, namentlich des Sonnenlichts, in Fässer aus scharf getrocknetem Holz, deren Böden nach dem Zuschlagen mit Gips vergossen werden. C. bildet ein weißes, krümeliges, etwas backendes Pulver, welches eigentümlich nach unterchloriger Säure riecht, an der Luft langsam Feuchtigkeit anzieht und endlich ganz zerfließt. Mit wenig Wasser angemacht, erhitzt

^[Artikel, die unter C vermißt werden, sind unter K oder Z nachzuschlagen.]