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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Chon - Chopin.

C. beteiligte sich auch bei vielen industriellen Unternehmungen und war ein eifriger Mitarbeiter an dem "Ökonomischen Anzeiger". In den Jahren 1844-45 machte er von neuem Reisen durch ganz Europa und legte nach seiner Rückkehr die Resultate seiner Beobachtungen in der "Russischen Unterhaltung" ("Russkaja Besséda") nieder, an deren Herausgabe er seit 1856 den thätigsten Anteil nahm. Im J. 1857 wurde er Mitglied der Petersburger Akademie der Wissenschaften, in deren Publikationen er unter anderm eine für die Sprachforschung wichtige "Vergleichung russischer Wörter mit dem Sanskrit" veröffentlichte. Auch sein nachgelassenes großes Werk "Über allgemeine Geschichte" ist voll von linguistischen Kombinationen. C. starb 5. Okt. 1860 an der Cholera. Eine Sammlung seiner Werke erschien seit 1861 in 4 Bänden, eine zweite Ausgabe derselben 1868.

Chon, eine ägypt. Gottheit, dem griechischen Herakles entsprechend; ihm soll die Nilmündung bei Kanobos geweiht gewesen sein.

Chondrin (Knorpelleim), ein dem Leim ähnlicher Stoff, der durch anhaltendes Kochen mit Wasser aus allen nicht verknöchernden Knorpeln, aus Knochen vor ihrer Ossifikation, aus den Hautknochen und der Hornhaut des Auges, am besten aber aus den Rippenknorpeln erhalten wird, indem man diese reinigt und anhaltend mit Wasser kocht. Es gleicht in seinen Eigenschaften ungemein dem Leim und unterscheidet sich von diesem nur durch einige chemische Reaktionen. Das Vorkommen des C. bildenden Körpers in den noch nicht ausgebildeten Knochen macht es wahrscheinlich, daß das C. eine Zwischenstufe zwischen Eiweiß und Leim sei. Das C. entsteht überall aus dem Chondrogen; dieses liefert aber, wenn man es mit Kalihydrat behandelt und dann das Kali wieder fortschafft, beim Kochen mit Wasser nicht mehr C., sondern Leim.

Chondrite, s. Meteoriten.

Chondrites Sternb., vorweltliche, vom Lias bis zum Tertiär vorkommende Tanggattung.

Chondritis, Knorpelentzündung.

Chondrogen, s. Chondrin und Leimgebende Materien.

Chondrologie (griech.), Lehre von den Knorpeln.

Chondroma, s. Knorpelgeschwulst.

Chondrus Lam. (Knorpeltang), Algengattung aus der Ordnung der Florideen, s. Sphaerococcus.

Chonia, in den ältern Zeiten ein Landstrich an der südöstlichen Küste Italiens, welchen vor den griechischen Ansiedelungen die Chones (deren auch in Epirus vorkommender Name vielleicht auf illyrischen Ursprung weist) bewohnten. Derselbe umfaßte die östlichen Apenninenabhänge Lukaniens zwischen den spätern Städten Siris und Kroton.

Choniátes, Niketas Akominatos, byzantin. Geschichtschreiber, s. Niketas 1).

Chonosinseln (spr. tscho-), Archipel an der Westküste von Patagonien, zwischen der Insel Chiloe im N. und der großen Halbinsel Taytao im S., besteht aus 45 größern Inseln und unzähligen Inselchen und Klippen, die zusammen ein Areal von 12,200 qkm (221,5 QM.) haben und von wenigen unabhängigen Indianern bewohnt werden. Sie sind hoch und felsig, dicht bewaldet und an guten Häfen reich. Die größte der Inseln heißt Magdalena und ist 1660 m hoch, bekannter aber sind die nach W., im offenen Ozean liegenden Inseln Huamblin (oder Socorro) und Ypun (Narborough). Politisch bilden die C. einen Teil der Provinz Chiloe (Chile).

Chons, ägypt. Gott, Sohn des Ammon und der Mut, besonders in Theben verehrt; als jugendlicher Gott wie Harpokrates durch die Seitenlocke ausgezeichnet. Er ist wie Thoth auch lunärer Gott und trägt als solcher den Monddiskos auf dem Haupte. Der neunte ägyptische Monat (Paschons) hat seinen Namen von dieser Gottheit.

Chontales, Departement des zentralamerikan. Staats Nicaragua, 30,853 qkm (560,3 QM.) groß, liegt im O. des Nicaraguasees und hat etwa 34,000 Einw., die meist zerstreut auf Haciendas leben oder als "wilde" Indianer in den Wäldern umherschweifen. Rindvieh, Maultiere, Häute und Käse sind die Hauptprodukte. Gold wird in den Gruben von Santo Domingo u. a. von englischen Gesellschaften gewonnen. Hauptstadt ist Acoyapa.

Choorie (Chooriebutter), s. Bassia.

Choper, Fluß im europäischen Rußland, welcher beim Dorf Kutschak im Kreis Pensa entspringt, die Gouvernements Pensa, Saratow, Tambow, Woronesh und das Land der Donischen Kosaken durchfließt und nach einem sehr gewundenen Laufe von etwa 740 km unfern Jelanskaja in den Don fällt. Sein bedeutendster Nebenfluß ist die Worona; außerdem münden in ihn der Kolytlei, Sawalla, Mitkirei, Arkadak, Karai, die mit zahlreichen Kolonistendörfern besetzt sind. Der C. ist ein echter Steppenfluß, oben 200-300 m, an der Mündung kaum 160 m breit. Sein rechtes Ufer ist fast überall steil, meist bewaldet mit den schönsten Laubhölzern und mit Hunderten von Grabhügeln (Kurganen) bedeckt; das linke ist meist niedrig und bebuscht, nur bei Balaschow ebenfalls hoch. Im Sommer hat der Fluß wenig Wasser, während er im Frühjahr sein ganzes Thal überschwemmt und 6-7 km breit wird; dann ist er unterhalb der Woronamündung von zahlreichen Barken bedeckt, die Cerealien und animalische Produkte, als Häute, Wolle etc., verschiffen. Oberhalb der Woronamündung machen ihn teils die auf demselben stehenden Mühlen, teils die vielen Baumstämme, die wild in den Fluß hineinwuchern, unfahrbar. Der Fischfang im C. liefert besonders schöne Sandarte und Hechte.

Chopersk, 1) s. Nowochopersk. -

2) (Ustchoperskaja Staniza) Großer Marktflecken im Lande der Donischen Kosaken, rechts am Don, hat eine Kirche, einen Kaufhof, ein Korn- und Salzmagazin, große Militärgebäude und etwa 4000 Einw., welche sich mit Viehzucht und Ackerbau beschäftigen, Barken bauen und ansehnlichen Handel treiben. Der Ort hält drei sehr besuchte Jahrmärkte.

Choperskische Steppe, ein aus fruchtbaren Wiesen und Waldflächen bestehender wellenförmiger Länderstrich im südöstlichen Rußland, zu beiden Seiten des Choperflusses, dehnt sich besonders im Gouvernement Woronesh zwischen den Orten Nowochopersk und Borissoglebsk aus und erzeugt treffliches Getreide sowie kräftiges Vieh, daher sich viele groß- und kleinrussische Kolonisten hier angesiedelt haben. Auch gedeihen in ihr verschiedene Obstsorten, namentlich Kirschen und Pflaumen. Letztere liefern den berühmten Choperskischen Pflaumengeist und werden gedörrt durch das ganze russische Reich verschickt. Bei Borissoglebsk schließt sich die sogen. Tambowsche Steppe an, welche die Worona (Nebenfluß des Choper) auf ihren beiden Uferseiten bis ins Gouvernement Pensa hinein begleitet.

Chopin (spr. schopäng), Friedrich Franz, Klavierspieler und Komponist, geb. 1. März 1809 zu Zelazowa Wola bei Warschau von französisch-polnischen Eltern, erhielt den ersten musikalischen Unterricht von Zywni, während ihm Fürst Anton Radziwill, der sein Talent erkannt hatte, die Mittel zur Erwer-^[folgende Seite]

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