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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Christophania; Christophe

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Christophania - Christophe.

mißglückte ebenfalls, und C. trat nun endlich 1475 seinen Anteil an der Herrschaft auf zehn Jahre förmlich an Albrecht ab und erhielt dafür Schloß und Stadt Landsberg, das Schloß Pähl und die Stadt Weilheim. Heldenruhm erwarb er sich im flandrischen Krieg sowie in dem Heer des Herzogs Georg, welches dem Kaiser Maximilian gegen Ungarn zu Hilfe eilte; C. war der erste auf den Mauern von Stuhlweißenburg und öffnete dem Kaiser die Thore. Nach Ablauf der zehnjährigen Vertragsfrist wünschten die C. übergebenen Städte von dessen harter Herrschaft erlöst zu werden, und zugleich kündigten 59 Adlige C. Fehde an, so daß dieser der Übermacht weichen mußte. Er stellte sich an die Spitze des Löwlerbundes, den der unzufriedene Adel gegen Albrecht gestiftet hatte, zog dann in Begleitung mehrerer Fürsten und Edlen nach Palästina und starb, mit seinem Bruder versöhnt, 15. Aug. 1493 auf der Rückreise auf Rhodus. Die Sagen über C. behandelt Trautmann, Die Abenteuer Herzogs C. von Bayern (3. Aufl., Regensb. 1880).

[Könige von Dänemark.] 2) C. I., Sohn Waldemars II., folgte 1252 seinem Bruder Abel auf dem dänischen Thron, trat dann aber Schleswig an dessen Sohn ab. Durch den Übermut des Erzbischofs von Lund, Jakob Erlandson, in Kampf mit der Hierarchie verwickelt, ließ C. denselben verhaften und nahm alle den Geistlichen verliehenen Freiheiten zurück. Sofort traf das ganze Land der Bann, den nur Jütland unbeachtet ließ, und infolgedessen sich das Volk mehrfach gegen C. erhob. Er fand seinen Tod 1259 durch Gift, das ihm von einem Bischof im heiligen Abendmahl gereicht worden sein soll.

3) C. II., Sohn des Königs Erich (VI.) Glipping und der Prinzessin Agnete von Brandenburg, folgte seinem Bruder Erich VII. Menved 1320 durch die Wahl der Stände, nachdem er eine Wahlhandfeste beschworen, welche die Rechte der Stände beträchtlich erweiterte. Trotzdem rief er durch drückende, willkürliche Regierung bald Aufstände hervor und wurde schon 1326 vertrieben. Zwar kehrte er 1330 auf den Thron zurück, wurde aber schon 1331 vom Grafen Gerhard von Holstein besiegt und starb 2. Aug. 1332 auf der Flucht.

4) C. III. (als König von Schweden C. I.), Pfalzgraf am Rhein und Herzog in Bayern, Sohn Johanns von Bayern und der Prinzessin Sophie von Dänemark und Schweden, geb. 26. Febr. 1418, folgte dem Bruder seiner Mutter, König Erich X., der in Dänemark und Schweden des Throns für verlustig erklärt worden war, 1439 als König von Dänemark und 1440 auch von Schweden. Er regierte bis 1448 ruhig und glücklich, übertrug das Herzogtum Schleswig als erbliches Fahnenlehen dem Grafen Adolf von Schauenburg, verlegte die Residenz von Roeskilde nach Kopenhagen, erregte jedoch dadurch Unwillen gegen sich, daß er viele deutsche, namentlich bayrische, Familien ins Land zog und bevorzugte. Nach Christophs Tod (6. Jan. 1448) kam das Haus Oldenburg auf den dänischen Thron.

[Württemberg.] 5) C., der vierte Herzog von Württemberg, geb. 12. Mai 1515, war der einzige Sohn Herzog Ulrichs und der bayrischen Prinzessin Sabina. Er wurde nach der Vertreibung seines Vaters durch den Schwäbischen Bund 1520-32 an den Höfen Ferdinands von Österreich und Karls V. erzogen. Da der Kaiser die Absicht hatte, das Herzogtum Württemberg, welches der Schwäbische Bund an ihn verkauft hatte, dauernd an das habsburgische Haus zu dringen, und es seinem Bruder, dem König Ferdinand, auf dem Reichstag zu Augsburg 1530 als erbliches Lehen gab, während C. dem Kaiser nach Italien und Spanien folgen sollte, vielleicht um in einem Kloster zu verschwinden, entfloh C. mit Hilfe seines Freundes und Lehrers Tiffernus und verbarg sich eine Zeitlang bei seinen Verwandten in Bayern. Als Herzog Ulrich durch den Sieg bei Lauffen (13. Mai 1534) sein Herzogtum wiedererobert hatte, kehrte auch C. in die Heimat zurück, fand aber bei dem mißtrauischen Vater keine freundliche Aufnahme und trat daher in französische Kriegsdienste. 1542 von Ulrich zurückgerufen, übernahm er die Statthalterschaft von Mömpelgard und vermählte sich 1544 mit der Prinzessin Anna Maria von Ansbach. Nach dem Tod Ulrichs (1550) trat er die Regierung in Württemberg an, gerade als das durch den Krieg zerrüttete Land als durch Ulrichs Teilnahme am Schmalkaldischen Krieg verwirktes Afterlehen dem österreichischen Haus zugesprochen werden sollte. Durch Festigkeit und Klugheit überwand C. alle Schwierigkeiten und erhielt im Vertrag von Passau 1553 gegen Anerkennung der Afterlehnshoheit Österreichs und Zahlung einer Summe von 250,000 Gulden den erblichen Besitz Württembergs zugesichert. C., einer der trefflichsten Regenten Württembergs, wandte seine eifrige Sorge den innern Angelegenheiten zu. Er erneuerte den Tübinger Vertrag, die Grundlage der landständischen Verfassung, ließ das sogen. württembergische Landrecht abfassen, förderte Ackerbau, Handel und Gewerbe und widmete den kirchlichen Einrichtungen eine besondere Aufmerksamkeit: 1559 erließ er die sogen. große Kirchenordnung und führte die reine lutherische Lehre anstatt des Interim ein, gründete Klosterschulen zur Bildung evangelischer Theologen, erweiterte die Universität Tübingen und schuf aus den Gütern und Einkünften der frühern Klöster das reich ausgestattete Kirchengut der evangelischen Kirche Württembergs. An den damaligen kirchlichen Angelegenheiten des Reichs nahm C. den lebhaftesten Anteil, indem er, freilich vergeblich, eifrig bemüht war, nicht bloß unter den beiden protestantischen Konfessionen die Einigkeit aufrecht zu erhalten, sondern auch mit den Katholiken wenigstens in Deutschland eine Verständigung herbeizuführen. Er erschien persönlich auf zahlreichen Zusammenkünften in Religionssachen und führte einen ausgedehnten Briefwechsel; bei Kaiser Maximilian II. stand er in hoher Gunst. Auch nahm er sich der Protestanten in Österreich, Graubünden und Friaul an. In Stuttgart baute er das jetzt sogen. alte Schloß. Er starb 28. Dez. 1568 und wurde in der Stiftskirche zu Tübingen beigesetzt. Vgl. Kugler, C., Herzog zu Württemberg (Stuttg. 1868-72, 2 Bde.). Seinen Briefwechsel mit P. Vergerius gab der Stuttgarter Litterarische Verein (1875), Bruchstücke desjenigen mit Herzog Albrecht von Preußen Th. Wichert (Königsb. 1877) heraus.

Christophania (griech.), Erscheinung Christi.

Christophe, Henri, als Heinrich I. Kaiser von Haïti, geb. 6. Okt. 1767 als Negersklave auf der Insel Grenada, kam früh nach Haïti, schwang sich nach Ausbruch des Aufstandes gegen die Franzosen 1793 zum Brigadegeneral empor und verteidigte mit Glück 1802 Cap Haïti. Als Haupt der Partei der Neger empörte er sich mit dem Mulatten Pétion 1805 gegen Dessalines, den er 1806 ermorden ließ. Darauf kämpfte er mit Pétion um die Alleinherrschaft, bis sie 1808 das Land so teilten, daß C. den von den Negern bewohnten nördlichen Teil erhielt. Diesen verwandelte er 1811 in eine erbliche Monarchie und ließ sich 1811 als Heinrich I. zum Kaiser

^[Artikel, die unter C vermißt werden, sind unter K oder Z nachzuschlagen.]