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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Chrysopras; Chrysops; Chrysor; Chrysorhamnin; Chrysorin; Chrysorrhoas; Chrysos; Chrysosplenium; Chrysostomos

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Chrysopras - Chrysostomos.

Martinique, mit länglichen, glatten, unten blassen Blättern und olivengroßen Früchten von weinartigem Geschmack, hat sehr hartes Holz (indisches Eichenholz), welches besonders zu Zaunpfählen in den Kaffeepflanzungen dient. C. pyriforme Willd. (C. Macoucou Aubl.), ein 9 m hoher Baum in Guayana und Santo Domingo an den Ufern der Flüsse, trägt birnförmige, gelbe Früchte mit dicker, fleischiger und milchiger Schale, weißem, süßem und schmackhaftem Fleisch und großen, rundlichen, mandelartig schmeckenden Samenkernen. C. monopyrenum Sw. (C. acuminatum Lam.), ein Baum in Westindien und am Orinoko an überschwemmten Stellen, mit länglichen, unten rotfilzigen Blättern, liefert die bläulichen, wohlschmeckenden Damaszener Pflaumen.

Chrysopras (grüner Chalcedon), ein durch Nickel grün gefärbter Chalcedon, findet sich derb, in Platten und knolligen Stücken in Schlesien auf den Bergen bei Kosemitz, Gläsendorf, Grochau und Baumgarten unweit Frankenstein in einem aufgelösten, fast erdigen Serpentinfelsen dicht unter der Dammerde. Er soll 1740 von einem preußischen Offizier bei einer Mühle auf den Kosemitzer Bergen zuerst aufgefunden worden sein, ist aber schon früher als Schmuckstein verwendet worden, wie die Steinmosaiken der St. Wenzelskapelle in der Domkirche St. Veit zu Prag beweisen, welche aus dem 14. Jahrh. herrühren und viele große, prachtvolle Stücke C. enthalten. Neuerlich kam dieser Stein besonders durch Friedrich d. Gr. wieder in Aufnahme, der Sanssouci damit schmückte. Im königlichen Schloß zu Potsdam befinden sich noch zwei Tische aus jener Zeit mit 94 cm langen, 63 cm breiten und 5 cm dicken Platten von C. Obwohl derselbe kein kostbarer Schmuckstein ist, so ist er doch wegen seiner angenehmen, zarten Farben und seines Glanzes beliebt. Er wird vorzugsweise in Schlesien verschliffen und zu Siegelringen, Broschen, Arm- und Gürtelspangen etc. verarbeitet. Bei längerm Liegen an trocknen und warmen Orten und namentlich beim Gebrauch zum Siegeln verliert er seine Farbe zum Teil; doch kann man die verloren gegangene Farbe wiederherstellen, wenn man den erblaßten Stein einige Zeit in feuchte Erde eingegraben oder in befeuchtete Baumwolle eingewickelt liegen läßt, noch leichter aber, wenn man ihn mit einer erwärmten salpetersauren Nickelauflösung behandelt. S. Tafel "Edelsteine", Fig. 10.

Chrysops, s. Bremsen, S. 395.

Chrysor, ein phönik. Gott der Schmiedekunst und der Erfindungen überhaupt, wurde mit Hephästos identifiziert; doch nannte man ihn auch Zeus Meilichios.

Chrysorhamnin, s. Gelbbeeren.

Chrysorin (Mosaikgold, mosaisches Gold), feurig glänzende, dem 18-20 karätigen Gold ähnliche Legierungen mit feinkörnigem Bruch, welche sich gut an der Luft halten, wenn sie angelaufen sind, durch bloßes Abwischen ihren Glanz wiedererhalten und sich mit sehr wenig Gold gut vergolden lassen. Man benutzt sie namentlich zu gegossenen Luxusartikeln. Ganz ähnliche Legierungen sind: Prinzmetall, Prinz Ruprechts-Metall, Bristoler Messing.

Chrysorrhoas ("Goldstrom", hebr. Amana, jetzt Nahr Barada), Fluß in Syrien, entspringt am Antilibanon, durchfließt in zahlreichen Armen Damaskus, dessen Umgegend durch ihn nach mohammedanischer Anschauung zu einem der vier Paradiese auf Erden gemacht wird, und mündet östlich von der Stadt in einen Sumpfsee (See von Atebe).

Chrysos (griech.), Gold.

Chrysosplenium L. (Milzkraut), Gattung aus der Familie der Saxifragaceen, ein- oder mehrjährige, etwas fleischige, zarte, bleichgrüne, niedrige Kräuter mit abwechselnden oder gegenständigen, gekerbten Blättern, kleinen, einzel- oder wenigblütigen Cymen, achsel- oder endständigen Blüten, in allen Weltteilen. C. alternifolium L. (Goldmilz, Goldsteinbrech, Steinkresse) hat abwechselnde, nierenförmige Blätter; goldgelbe, im ersten Frühjahr erscheinende Blüten und wächst in schattigen Wäldern, an Quellen durch ganz Europa. Sonst war das ganze fast geruchlose, sehr schwach kressenartig schmeckende Pflänzchen offizinell. C. oppositifolium L., mit gegenüberstehenden Blättern, ist viel seltener.

Chrysostomos (griech. "Goldmund"), 1) Johannes, Patriarch von Konstantinopel, einer der berühmtesten Kirchenväter und Redner, geboren um 347 zu Antiochia, wurde nach dem Tod seines Vaters Secundus von seiner frommen Mutter Anthusa trefflich erzogen und von dem berühmten heidnischen Rhetor Libanius unterrichtet, widmete sich anfangs dem Advokatenstand, fühlte sich aber von diesem Beruf bald nicht mehr befriedigt. Vom Bischof Meletius empfing er nach drei Unterrichtsjahren und darauf erfolgter Taufe in seinem 23. Jahr die Weihe zum Amt eines Vorlesers der Heiligen Schrift, unterwarf sich in der Nähe von Antiochia schweren Kasteiungen, bis ihn eine Krankheit 380 zur Rückkehr nach Antiochia nötigte. Hier zum Diakonus und dann zum Presbyter geweiht, entwickelte er vor seiner großen Gemeinde ein seltenes Rednertalent, welches sich besonders in den 21 Homilien "De statuis ad populum Antiochenum", als er 387 nach einem Aufstand der Antiochener diese zur Buße rief, kundgibt. 398 berief ihn der Kaiser zum Bischof der Hauptstadt. Die Strenge seiner Forderungen zog ihm in den höhern Klassen zahlreiche Feinde zu, die, als C. auch die lasterhafte Kaiserin Eudoxia nicht schonte, Anklage wegen Lästerung der Kaiserin und wegen Verschleuderung von Kirchengütern gegen ihn erhoben. Von einer bei dem kaiserlichen Landgut "Zur Eiche" (daher die Synode ad quercum genannt) in der Nähe von Chalcedon abgehaltenen Versammlung von Bischöfen unter dem Vorsitz des Theophilus von Alexandria, seines erbittertsten Gegners, ward er abgesetzt, begab sich 403 in die Verbannung, ward aber auf einstimmige Forderung seiner Gemeinde bald wieder zurückgerufen. Jedoch neue Ausfälle gegen die Kaiserin hatten schon 404 seine abermalige Verbannung zur Folge, zuerst nach Nicäa, dann nach Kukusus in den Wüsten des Taurus und zuletzt, da auch hier sein frommer Eifer nicht müßig blieb, nach Pityus am östlichen Ufer des Schwarzen Meers. Er starb aber auf der Deportationsreise dahin 14. Sept. 407. Der Name C. ward ihm erst nach seinem Tod beigelegt und sollte die Fülle seiner Beredsamkeit bezeichnen. Die griechische Kirche feiert sein Gedächtnis 13. Nov., die römische 27. Jan. Den Charakter des C. zeichnet ein streng sittlicher, mit Liebe gepaarter Ernst aus, der auch in der Schrift "Über den Priesterstand" hervortritt, und seine Gesinnungen waren bei aller Färbung durch die herrschende Orthodoxie und bei aller seiner Vorliebe für die mönchische Askese seiner Zeit echt christlich. Das Volk nannte ihn "Johannes den Almosenspender". Im großen und ganzen legt C. in seinen Predigten und Homilien, welche sich fast über das ganze Alte und Neue Testament erstrecken, die Bibel auf eine ungezwungene Weise aus und weiß

^[Artikel, die unter C vermißt werden, sind unter K oder Z nachzuschlagen.]