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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Claque; Claqueurs; Clara; Clara voce; Clare; Claremont; Clarenbach; Clarence

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Claque - Clarence.

second expedition into the interior of Africa" (das. 1829; deutsch, Wien 1830). Ergänzungen dazu enthalten Landers "Records of Clapperton's last expedition to Africa" (Lond. 1830, 2 Bde.).

Claque (franz., spr. klack), Klatsch, Schlag mit der flachen Hand; die Gesamtheit der Claqueurs (s. d.).

Claqueurs (franz., spr. klakör), die bezahlten "Klatscher" in den Theatern, deren Gesamtheit während einer Vorstellung oder überhaupt die Claque genannt wird. In Paris entstanden, erstreckt sich die Claque jetzt auch auf andre Städte und blüht in Deutschland vornehmlich in Berlin und Wien. Sie hat zunächst den Zweck, das Publikum zum Applaus zu reizen und dadurch einem Stück oder Darsteller Erfolg zu sichern. Schon 1820 errichtete in Paris ein gewisser Sauton eine Assurance de succès dramatiques, welche die C. in der nötigen Zahl stellte und ebenso einen Applaus besorgte, wie sie auch für eine bestimmte Summe einen Nebenbuhler auspfeifen ließ. Die C. werden in Paris gewöhnlich Chevaliers du lustre genannt, weil sie sich meist in die Mitte des Parterres unter den Kronleuchter setzen. Eingeteilt werden sie in Tapageurs, die häufig und stark applaudieren; Connaisseurs, die nur durch beifälliges Murmeln oder gelegentliche Bemerkungen ihrem Nachbar den Dichter oder Schauspieler zu empfehlen suchen; Rieurs, die so herzlich zu lachen wissen, daß auch ihre Nachbarn davon angesteckt werden; Pleureurs, die gleiches Geschick im Gerührtsein haben; Chatouilleurs, die vor Anfang des Stücks und in den Zwischenakten die Nachbarn freundlich stimmen; Chauffeurs, die bei Tage vor den Theaterzetteln stehen bleiben und die Schönheit des Stücks preisen, in Kaffeehäusern günstige Rezensionen vorlesen, ungünstige beiseite schaffen etc.; Bisseurs, Dakaporufer. Durch alle diese, bez. auch die gegenteiligen Mittel leiten die C. das Publikum entweder zum Applaudieren oder auch zum Auspfeifen an. In neuester Zeit sind in Paris auch weibliche C. aufgetaucht. So hat sich dieses Unwesen nach und nach zu einem System ausgebildet und ist zu einem ziemlich einträglichen Geschäft geworden. Das französische Publikum kennt dieses höchst nachteilige Unwesen und übt gegen die C. nicht selten strenge Justiz aus, wenn sie ihre Unverschämtheit übertreiben.

Clara (Sankta C.), Heilige, Stifterin des Ordens der Klarissinnen (s. d.).

Clara voce (lat.), mit heller, lauter Stimme.

Clare, Insel an der Westküste Irlands, an der Öffnung von Clew Bay, ist 26 qkm groß, steigt bis 463 m an und hat etwa 800 Bewohner. Die Insel gehört zur Grafschaft Mayo.

Clare (spr. klehr), Küstengrafschaft in der irländ. Provinz Munster, breitet sich halbinselartig zwischen der Galwaybai und dem Ästuar des Shannon aus und umfaßt 3350 qkm (60,8 QM.). Sie bildet ein kahles Hügelland, welches durch die fruchtbare Ebene des dem Shannon zufließenden Fergus in zwei Hälften geteilt wird. Slieve Bernagh (532 m) im W. ist der höchste Punkt. Periodische Seen (sogen. tulloghs), die nur im Winter Wasser haben, und unterirdische Flußläufe sind häufig. Die Grafschaft zählt (1881) 141,457 Einw. Landbau und Viehzucht bilden die Haupterwerbszweige. Angebaut sind nur 17,1 Proz. der Oberfläche; 5,7 Proz. sind Weiden, 0,9 Proz. Wald. Nach der Viehzählung von 1882 gab es 15,478 Pferde, 156,153 Rinder, 108,121 Schafe, 41,847 Schweine. Der Fischfang ist von Bedeutung. Steinkohlen, Eisen, Blei und Mangan kommen vor; Schiefer, Marmor und Bausteine werden gebrochen. Die Industrie beschränkt sich auf Herstellung grober Wollenzeuge. Hauptstadt ist jetzt Ennis. Der Name der Grafschaft stammt von dem Dorf C. an der Mündung des Fergus in den Shannon.

Clare (spr. klehr), John, engl. Naturdichter, als einer der besten Beschreiber des Landlebens bekannt, geb. 13. Juli 1793 zu Helpstone (Northamptonshire) als Sohn eines Tagelöhners, entwickelte sich trotz sehr geringer Bildungsmittel glücklich und schnell. Thomsons "Seasons" weckten sein poetisches Talent und begeisterten den 13jährigen Knaben zu dem Lied "The morning walk" und dessen Gegenstück "The evening walk". John Turnill in Helpstone nahm sich seiner an und unterrichtete ihn im Schreiben und Rechnen. Durch Handarbeiten und Violinspiel sich seinen Unterhalt erwerbend, besang C. ohne Aufmunterung, zu eigner Freude Gott und die Natur. Im J. 1818 kam sein Sonett auf die untergehende Sonne in die Hände des Buchhändlers Drury zu Hamford, und dieser veranlaßte die Ausgabe einer Sammlung von Clares "Poems descriptive of rural life and scenery" (3. Aufl., Lond. 1820), die allgemeine Teilnahme erregte. Eine andre, ebenso erfolgreiche Sammlung seiner Gedichte erschien unter dem Titel: "The village minstrel, and other poems" (Lond. 1821, 2 Bde.). Hierdurch in den Besitz eines kleinen Vermögens gelangt, ließ sich C. in Helpstone häuslich nieder, geriet aber durch unglückliche Landspekulation in Elend. Er starb 19. Mai 1864 in einer Irrenanstalt. Seine Biographie schrieb Martin (Lond. 1865); nachgelassene Gedichte gab Cherry heraus (mit Biographie, das. 1877).

Claremont (spr. klehrmont), 1) Fabrikort im nordamerikan. Staat New Hampshire, im Thal des Connecticut, mit (1880) 4704 Einw. - 2) S. Esher.

Clarenbach, Adolf, Märtyrer der evangelischen Kirche, in der Gegend von Lennep geboren, suchte seit 1523 als Lehrer die reformatorischen Grundsätze zu Münster, dann in Wesel zu verbreiten, wurde deshalb vom Fürsten von Kleve seines Amtes entsetzt, begab sich 1525 nach Osnabrück, ward auch hier, ebenso wie dann zu Lüttringhausen, Büderich und Elberfeld, wegen seines offenen Bekenntnisses für die Lehre Luthers vertrieben und endlich in Köln nach anderthalbjähriger Gefangenschaft zugleich mit einem andern Glaubensgenossen, Peter Flistedten, 28. Sept. 1529 verbrannt. Vgl. Natorp, A. C. und die evangelische Diaspora am Rhein (Barm. 1879).

Clarence (spr. klärrens), Fluß im nördlichen Neusüdwales (Australien), entspringt am Südabhang der Macphersonkette und fällt nach 380 km langem Lauf in die Shoalbai des Stillen Ozeans. Sein linker Nebenfluß ist der Mitchell. Bis Grafton, 72 km von der Mündung, ist der Fluß für Dampfer fahrbar. Die Uferlandschaften gehören zu den reichsten Zuckerdistrikten der Kolonie, sind jedoch zuweilen zerstörenden Überschwemmungen ausgesetzt.

Clarence (spr. klärrens), Herzog von, Name jüngerer Prinzen des englischen Königshauses, wird abgeleitet von Clarenza (Chiarenza) in Morea, wo zur Zeit der Kreuzzüge ein englischer Ritter Herzog war. Hervorzuheben sind: 1) Thomas, Herzog von C., zweiter Sohn Heinrichs IV. von England, begleitete seinen Bruder Heinrich V. bei seinem Zug nach Frankreich 1415 und fiel in einem Treffen bei Beaugé in Anjou 23. März 1421.

2) George, Herzog von, Sohn des Herzogs Richard von York, geb. 1449, vermählte sich 1469 mit Isabella, einer Tochter des Grafen von Warwick, und empörte sich mit diesem gegen seinen Bruder Eduard IV. 1470 floh er nach Frankreich, kehrte

^[Artikel, die unter C vermißt werden, sind unter K oder Z nachzuschlagen.]