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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Clausewitz; Clausius; Clauson-Kaas; Clauß; Claustrales; Claustrenses; Claustrum

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Clausewitz - Claustrum.

Clausewitz, Karl von, preuß. General und Militärschriftsteller, geb. 1. Juni 1780 zu Burg, trat, kaum zwölf Jahre alt, in Neuruppin als Fähnrich in die preußische Armee und wohnte 1793 und 1794 den Feldzügen am Rhein bei. Er besuchte 1801-1803 die Berliner Akademie für junge Offiziere, bekundete seltene Anlagen und großen wissenschaftlichen Eifer und erwarb sich durch die Beharrlichkeit seines Strebens die Gunst Scharnhorsts. In dem Feldzug von 1806 begleitete er den Prinzen August als Adjutant, wurde infolge der Kapitulation von Prenzlau als Gefangener nach Nancy abgeführt, arbeitete nach seiner Auswechselung bis 1812 als Major im Generalstab und war seit 1809 unter Scharnhorst im Kriegsministerium thätig. Beim Ausbruch des russischen Kriegs trat er in russische Dienste und war zuerst Adjutant Phulls, dann Quartiermeister bei Pahlen, wurde von Kaluga aus zur Wittgensteinschen Armee versetzt und war, von Diebitsch beauftragt, beim Abschluß der Konvention von Tauroggen beteiligt. Sodann bearbeitete er den Entwurf zur Bildung der ostpreußischen Landwehr im Sinn Scharnhorsts. Im Feldzug von 1813 war er Chef des Generalstabs in Wallmodens Korps und leitete das Gefecht an der Göhrde. Während des Waffenstillstandes schrieb er: "Übersicht des Feldzugs von 1813" (Leipz. 1814). Nach dem Frieden von 1814 trat er wieder ins preußische Heer und wurde 1815 Chef des Generalstabs des 3. Korps unter Thielemann. In dieser Stellung blieb er in Koblenz bis 1818 und wurde dann Generalmajor und Direktor der allgemeinen Kriegsschule. Im Frühjahr 1830 ward er Artillerieinspekteur, später Chef des Generalstabs des Feldmarschalls Gneisenau und starb 16. Nov. 1831 in Breslau an der Cholera. Seine zuerst als "Unterlassene Werke über Krieg und Kriegführung" (Berl. 1832-37, 10 Bde.) erschienenen Schriften nehmen in der Theorie der Kriegskunst eine bedeutende Stellung ein, namentlich: "Vom Krieg" (4. Aufl. 1880, gleichzeitig Bearbeitung des Werks von v. Scherff, Berl. 1880); "Der Feldzug von 1796 in Italien" (2. Aufl. 1858); "Der Feldzug von 1815"; "Über das Leben und den Charakter von Scharnhorst" u. a. Vgl. Schwartz, Leben des Generals v. C. (Berl. 1877, 2 Bde.); v. Meerheimb, K. v. C. (das. 1875).

Clausius, Rudolf, Physiker, geb. 2. Jan. 1822 zu Köslin, studierte seit 1840 in Berlin, habilitierte sich daselbst als Privatdozent und ward dann Lehrer der Physik an der Artillerieschule daselbst. Im J. 1855 als Professor der Physik an die polytechnische Schule in Zürich berufen, erhielt er 1857 auch eine ordentliche Professur an der dortigen Universität; 1867 folgte er einem Ruf nach Würzburg und 1869 nach Bonn. C.' Arbeiten erstrecken sich über die verschiedensten Gebiete der mathematischen Physik. Er gilt als der eigentliche Begründer der mechanischen Wärmetheorie. Nachdem R. Mayer, Joule und besonders Helmholtz die Allgemeinheit des Prinzips von der Erhaltung der Arbeit erkannt und den Satz der Äquivalenz von Wärme und Arbeit begründet hatten, erschien im J. 1850 in "Poggendorffs Annalen" die Abhandlung von C.: "Über die bewegende Kraft der Wärme und die Gesetze, welche sich daraus für die Wärme selbst ableiten lassen". In dieser Arbeit sind die Grundzüge der mechanischen Wärmetheorie gegeben, die dem Satz von der Äquivalenz von Wärme und Arbeit entsprechenden Folgerungen gezogen und der Carnotsche Satz, daß die von der Wärme geleistete Arbeit dem Quantum der aus dem Kessel der Dampfmaschine in den Kondensator übergeführten Wärme proportional sei, ohne daß Wärme verbraucht werde, dahin korrigiert, daß die in Arbeit verwandelte Wärme der übergeführten Wärme und der Temperaturdifferenz von Kessel und Kondensator proportional sei. C.' weitere Arbeiten beteiligten sich nicht nur in hervorragender Weise an dem Ausbau der eigentlichen mechanischen Wärmetheorie, sondern schlossen mit der Abhandlung "Über die Art der Bewegung, welche wir Wärme nennen" ein neues Gebiet auf, das der dynamischen Gastheorie, dessen weitere Bearbeitung durch C., Maxwell, Boltzmann u. a. zu den interessantesten Resultaten geführt hat. Höchst bedeutsam sind auch C.' Arbeiten auf dem Gebiet der Elektrizität, in denen er teils die Prinzipien der mechanischen Wärmetheorie für die elektrischen Erscheinungen verwertete, teils ein neues elektrodynamisches Grundgesetz entwickelte, welches die von Weber seinem Grundgesetz als Voraussetzung dienende Annahme, daß im elektrischen Strom gleiche Mengen entgegengesetzter Elektrizitäten sich mit gleicher Geschwindigkeit gegeneinander bewegen, nicht mehr notwendig macht. Seine "Abhandlungen über die mechanische Wärmetheorie" (Braunschw. 1864 u. 1867) erschienen in 2. Auflage in Form einer systematischen Behandlung (Bd. 1: "Die mechanische Wärmetheorie", Bd. 2: "Die mechanische Behandlung der Elektrizität", das. 1876 und 1879). Außerdem schrieb C.: "Über das Wesen der Wärme" (Zürich 1857); "Die Potentialfunktion und das Potential" (3. Aufl., Leipz. 1877).

Clauson-Kaas, A., verdienter dän. Volksfreund und Pädagog, geb. 16. Mai 1826 zu Lengenfelde bei Altona, trat als Kavallerieoffizier in das dänische Heer und verließ infolge des Wiener Friedens 1866 als Dragonerrittmeister die Armee, um sich von Kopenhagen aus, seinem innern Beruf folgend, ganz pädagogischen Bestrebungen, insbesondere der Gründung von Arbeitsschulen für die schulpflichtige und die erwachsene Jugend beider Geschlechter und der Beförderung des gewerblichen Hand- und Hausfleißes, zu widmen. Seine Bemühungen haben in seinem Heimatsland anregend gewirkt, namentlich aber im Ausland, besonders in Deutschland, beachtenswerten Erfolg gehabt, zumal seit der am 18. Febr. 1873 erfolgten Gründung einer eignen dänischen "Hausfleißgesellschaft". Auf mehreren größern Reisen, bei denen er in den Hauptstädten Vorträge hielt, und auf den Weltausstellungen in Wien und Paris hat C. seine Sache mit Glück vertreten. Er schrieb: "Über die Arbeitsschulen und Förderung des Hausfleißes" (Bremen 1881). Auch erscheinen unter seiner Leitung in Kopenhagen die Zeitschriften: "Nordisk Husflidstidende" und "Husflidsmeddelelser". Vgl. "Arbeiterfreund", Bd. 14 u. ff.

Clauß, Wilhelmine, Klaviervirtuosin, geb. 13. Dez. 1834 zu Prag, erhielt ihre Ausbildung in dem Musikinstitut von Proksch daselbst, trat 1849 zum erstenmal öffentlich auf und unternahm darauf größere Kunstreisen, die mit dem glänzendsten Erfolg gekrönt waren. Ihre Kunstrichtung ist eine durchaus gediegene und ihr Bestreben stets auf die Darstellung wirklich klassischer Werke gerichtet, die ihr denn auch in einer bewundernswürdigen Weise gelingt. Seit Mitte der 50er Jahre lebt sie in Paris, wo sie sich 1855 mit dem Schriftsteller Fr. Szárvady, ehemals Sekretär der ungarischen Gesandtschaft in Paris (gest. 2. März 1882), verheiratete. Hier ist sie für Pflege und Verbreitung klassischer Kammermusik auch gegenwärtig noch mit Erfolg thätig.

Claustrales (lat.), s. v. w. Mönche.

Claustrenses (lat.), s. v. w. Nonnen.

Claustrum (lat.), s. v. w. Kloster.

^[Artikel, die unter C vermißt werden, sind unter K oder Z nachzuschlagen.]