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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Clot; Clôture; Cloué; Clouet; Clouwet; Clove; Clovio

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Clot - Clovio.

Clot (spr. klo), Antoine, bekannter unter dem Namen Clot Bei, der Begründer des ägyptischen Medizinalwesens, geboren im April 1795 zu Marseille, studierte in Grenoble und Montpellier und ging 1825 nach Ägypten, wo er im Auftrag des Paschas zu Kairo den Gesundheitsrat des Heers und zu Abu Zabel eine medizinische Lehranstalt errichtete, an die er auswärtige Lehrer berief, während er selbst die Chirurgie und die chirurgische Klinik übernahm, ferner eine Schule der französischen Sprache, eine Apotheker- und Veterinärschule und 1832 ein Hebammeninstitut gründete. 1832 wurde er zum Bei ernannt. Er ordnete auch den Sanitätsdienst der ägyptischen Marine, wurde 1836 Generalstabsarzt der Armeen und Chef des gesamten Medizinalwesens und nahm seinen Wohnsitz in Kairo, wohin auch die Unterrichtsanstalten verlegt wurden. Nach Mehemed Alis Tod nahm er seinen Aufenthalt wiederum in Frankreich, kehrte jedoch 1854 nach Ägypten zurück und wurde 1855 Leibarzt des Vizekönigs Said Pascha. Er starb Ende September 1868 in Marseille. C. schrieb: "Compte rendu des travaux de l'école de médecine d'Abou-Zabel 1827-32, etc." (Marseille 1832-33); "Rélation des épidémies de choléra-morbus qui ont regné à l'Heggiaz, à Suez et en Égypte" (das. 1832); "De la peste observée en Égypte" (Par. 1840); "Aperçu général sur l'Égypte" (das. 1840, 2 Bde.); "Coup d'œil sur la peste et les quarantaines" (das. 1851); "De l'ophthalmie, du trichiasis, de l'entropion et de la cataracte observés en Égypte" (das. 1864).

Clôture (franz., spr. -tühr, "Einschließung, Umzäunung"), in der parlamentarischen Sprache Frankreichs s. v. w. Schluß der Debatte; auch der auf denselben gestellte Antrag (Schlußantrag). Unter der Restauration bezeichnete C. auch das Geschrei, womit die ultraroyalistische Partei in der französischen Kammer die liberalen Redner unterbrach, um zur Abstimmung zu kommen. Die Glieder dieser Partei hießen danach Clôturiers.

Cloué (spr. klué), Georges Charles, franz. Admiral, geb. 20. Aug. 1817, trat 1832 in die Marine ein, ward 1839 Fähnrich, 1846 Leutnant, 1855 Fregatten- und 1862 Linienschiffskapitän und war als solcher Unterbefehlshaber bei dem in den amerikanischen Meeren kreuzenden Geschwader. 1867 ward er zum Konteradmiral und Stabschef in Cherbourg, dann zum Gouverneur von Martinique ernannt. 1874 erhielt er den Rang eines Vizeadmirals und die Seepräfektur in Cherbourg und befehligte 1878 das Übungsgeschwader im Atlantischen Ozean. Darauf ward er Chef des hydrographischen Büreaus. Am 22. Sept. 1880 übernahm er im Kabinett Ferry das Marineministerium, trat aber im November 1881 wieder zurück. Er schrieb: "Renseignements hydrographiques sur la mer d'Azof" (Par. 1856); "Pilote de Terre-Neuve" (das. 1870, 2 Bde.) u. a.

Clouet (spr. kluä), 1) François, franz. Maler, Sohn des niederländischen Malers Jean C., der sich zu Tours und dann zu Paris niedergelassen. Dieser wurde nach seinem Vornamen Janet (eigentlich Jehannet) genannt, welcher Name auf den Sohn überging. François ward um 1510 zu Tours geboren, erhielt 1541 das französische Bürgerrecht und war Hofmaler Franz' I., Heinrichs II. und Karls IX. Er starb um 1572. Seine Hauptwerke sind: das Bildnis der Katharina von Medicis mit ihren vier Kindern, zu Howard Castle in England, und das Bildnis Karls IX., im Belvedere zu Wien, beide lebensgroß und in ganzer Figur. Das Louvre zu Paris besitzt die Bildnisse Karls IX. und der Elisabeth von Österreich. Eine Sammlung von 88 mit schwarzer und roter Kreide gezeichneten Bildnissen von Mitgliedern des französischen Hofes befindet sich in Howard Castle. Clouets Gemälde tragen deutlich die Spur seiner niederländischen Abkunft an sich; sie sind sehr fein ausgeführt, mit vorherrschend silbergrauem Ton, der die Modellierung des Fleisches etwas platt erscheinen läßt. Mit Holbein, dem seine Bilder häufig zugeschrieben werden, kann er sich übrigens nicht messen.

2) C. (auch Clouwet, Clowet), Peter, niederländ. Kupferstecher, geb. 1606 zu Antwerpen, besuchte. Italien und Frankreich und kehrte dann in seine Vaterstadt zurück, wo er 1677 starb. Seine besten Blätter sind: Herodias mit dem Haupt Johannis des Täufers, der Lusthof der Venus, der Tod des heil. Antonius, die Kreuzabnahme, St. Michael, der den Teufel bekämpft, alle nach Rubens; die heilige Jungfrau reicht dem Kinde die Brust, nach van Dyck; eine Gesellschaft bei Tisch, nach Diepenbeeck, etc. Mit gleichem Erfolg stach er Porträte, Historien und Landschaften; C. Bloemaerts Einfluß ist darin sehr erkennbar.

3) Albert, Kupferstecher, Neffe des vorigen, geb. 1624 zu Antwerpen, bildete sich in Rom unter Bloemaert und lebte lange hier; starb 1687 in Antwerpen. Das beste seiner Blätter historischen Inhalts ist die Empfängnis der heiligen Jungfrau nach P. da Cortona. Besonders aber hat er eine Menge Bildnisse gestochen.

Clouwet, s. Clouet 2).

Clove, altes Wollgewicht in England, = 3,5 kg; in Essex Gewicht für Butter und Käse, = 4 kg.

Clovio, Giulio, zubenannt Macedo, Miniaturmaler, geb. 1498 zu Grizane, einem Dorf des kroatischen Küstenlandes, bildete sich 1516-19 in Italien zum Künstler aus, und zwar widmete er sich mit Vorliebe der Miniaturmalerei im Anschluß an Raffael und Michelangelo. Er malte viele Heiligenbilder, die ihm einen so großen Ruf erwarben, daß ihn König Ludwig II. von Ungarn 1524 nach Ofen als seinen Hofmaler berief. Hier blieb C. bis zur Schlacht von Mohács und vollendete unter anderm für den König ein Bild in Helldunkel, das Urteil des Paris, und für die Königin Maria eine Darstellung der Lucretia. Nach jener Schlacht kehrte er nach Italien zurück. In Rom 1527 in die Gefangenschaft der Söldner Karls von Bourbon geraten, that er das Gelübde, daß er, wenn er die Freiheit wiedererhalten sollte, der Welt entsagen wollte. Er ward demzufolge 1528 Mönch des Skopetinerordens im strengen Kloster des heil. Rufinus zu Mantua, ließ aber nach drei Jahren sein Klostergelübde lösen. Seine folgenden Arbeiten schuf er in Perugia für den Kardinal Grimani. Ein Manuskript mit der Erklärung des Briefs an die Römer stattete er mit drei Gemälden aus (in London im Museum von Loane). Für Grimani malte er ferner ein lateinisches Meßbuch (gegenwärtig in England in der Bibliothek des Lords Holford). Auch versah er für seinen Gönner ein Manuskript der Gedichte Petrarcas mit prächtigen Bildern (gegenwärtig in der Bibliothek der Familie Trivulzi in Mailand). Der Kardinal Alessandro Farnese berief ihn im Namen des Papstes Paul III. 1540 nach Rom. Hier stattete C. Psalmen- und Meßbücher mit Miniaturen aus und lieferte auch selbständige Gemälde in diesem Genre. In Florenz malte er für Herzog Cosimo I. unter anderm ein Kopfbild Christi nach einem alten, einst dem König von Jerusalem, Gottfried von Bouillon, zugehörigen Bild, welches als das getreueste Abbild Christi galt. Für Philipp II. von Spanien schmückte er ein prachtvoll geschriebe-^[folgende Seite]

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