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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Cock; Cockburn; Cockerell; Cockerill; Cockermouth; Cockney; Cocoawurzel

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Cock - Cocoawurzel.

die Insel Wight) und hat sich als Politiker wie als Schriftsteller einen Namen gemacht, so besonders durch sein Werk "Young Italy" (Lond. 1850), worin er als eifriger Verfechter der konservativen Politik auftrat. Auch im Parlament griff er mehrfach, namentlich im Juni 1850, Lord Palmerston an und nahm die österreichische und neapolitanische Regierung gegen die liberale Partei in Schutz. Seine "Lucille Belmont" (1848) und "Ernest Vane" (1849) sind schwache Nachahmungen von Bulwers Romanen. Außerdem veröffentlichte er: "Poems" (1838); "Exeter Hall or Church-Polemics" (1841); "The Morea with other poems" (2. Ausg. 1841); "Florence the beautiful" (1854, 2 Bde.); "The kingdom of Greece" (1862); "Young artist's life" (Lond. 1864); "Historic pictures" (das. 1865, 2 Bde.); "Francis I., and other historic studies" (das. 1870, 2 Bde.); "Historic châteaux: Blois, Fontainebleau, Vincennes" (das. 1876); "The Théâtre Français in the reign of Louis XV" (1879) und eine Reihe politischer Pamphlete.

4) John, berühmter engl. Schachspieler, geb. 1798, gest. 1878, Zeitgenosse Stauntons, mit welchem er bei zeitweiligem Aufenthalt in England (1841-42) viele Partien wechselte. Den größten Teil seines Lebens verbrachte C. als Rechtsgelehrter in Kalkutta, wo er seine in der Schachwelt wohlbekannten, meist siegreichen Kämpfe mit den Brahmanen Moheschunder und Saumchurn Guttack ausfocht. Nach ihm ist eine lebhafte Variante des Königsspringer-Gambits "C.-Gambit" genannt worden.

Cock (engl.), Hahn; C.-pit, Platz oder Gebäude für Hahnenkämpfe.

Cockburn (spr. kóhbörn), Inselland im Arktischen Meer, nördlich von der Halbinsel Melville; s. Nordpolarländer.

Cockerell, Charles Robert, engl. Architekt und Archäolog, geb. 28. April 1788 zu London, Schüler seines Vaters Samuel C. (gest. 1827), war 1809 am Wiederaufbau des Coventgarden-Theaters beschäftigt und studierte von 1810 bis 1817 die antike Architektur in Italien, Griechenland und Kleinasien. Er beteiligte sich an der Durchforschung des Athenetempels in Ägina und fand mit Haller die nach München verkauften Figuren der Giebelfelder. Auch nahm er an den Ausgrabungen teil, welche den Fries des Apollontempels in Phigalia (Britisches Museum) zu Tage förderten. Nach London zurückgekehrt, lieferte er die Entwürfe für das philosophische Institut zu Bristol, die Hannover Kapelle in London (1825), einen Flügel der Universitätsbibliothek zu Cambridge, das Feueramt zu Westminster und ein Versicherungsgebäude in Liverpool. Er gab heraus: "Die Altertümer von Athen", "Der Tempel des olympischen Jupiter in Agrigentum" (1830), "Die Ikonographie der Westfronte der Kathedrale in Wells" (1851) und "Die Tempel des Jupiter Panhellenios und des Apollon Epikurios" (1860). Er starb 17. Sept. 1863 in London.

Cockerill, John, Industrieller, geb. 3. Aug. 1790 zu Haslington in Lancashire, ward, als sein Vater, ein Maschinenbauer, sich 1797 nach Verviers begab, um daselbst Spinnmaschinen zu bauen, der Obhut von Verwandten übergeben. Von diesen verwahrlost, folgte er, zwölf Jahre alt, seinem Vater nach und wurde von demselben in der Werkstätte beschäftigt. 1807 etablierte er sich mit seinem ältern Bruder, James, in Lüttich und entwickelte hier sein industrielles Talent in immer steigendem Maß. Der Zentralpunkt seiner allmählich vielfach verzweigten Thätigkeit war die großartige Anstalt von Seraing, welche er mit James 1816 mit einem Anlagekapital von 16 Mill. Frank einrichtete. Sie umfaßte zur Zeit ihrer Blüte eine Maschinenfabrik, eine Dampfkesselfabrik, Stab- und Blechwalzwerke, ein Eisenbahnschienenwalzwerk, einen Hochofen, 16 Puddlings- und viele Flammöfen, eine Schmiedewerkstätte mit 80 Feueressen, zwei Steinkohlengruben, eine Erzgrube, eine Krämpelfabrik und wurde von 2500 Arbeitern und 22 Dampfmaschinen mit fast 1000 Pferdekräften betrieben. Der wöchentliche Bedarf an Eisen betrug 80 Ton., an Arbeitslöhnen 70,000. Fr. Im J. 1825 verkaufte James C. seinen Anteil an diesem Etablissement in Seraing an den König von Holland, welcher nun Johns industrielle Spekulationen mit allem Nachdruck unterstützte. James lebte fortan in Aachen, wo er 8. Mai 1837 starb. Durch die Revolution von 1830 geriet jenes Werk in Verfall, aber nur, um sich 1833, nachdem C. alleiniger Besitzer von Seraing geworden, wieder mächtiger als je zu heben. C. wurde in gewissem Sinn der Träger der belgischen Industrie, sowie er von ihr getragen wurde, und legte auch an andern Orten in Belgien, Frankreich, Deutschland, z. B. zu Aachen, Stolberg bei Aachen, Kottbus etc., in Spanien, Polen, selbst in Surinam, wo er Plantagen besaß, im ganzen gegen 60 verschiedene Etablissements an, vornehmlich Kohlenwerke und Eisenhütten, Maschinenbauwerkstätten (in Lüttich, Val-Benoît, Verviers, Aachen, Decazeville, Bezèche, Petersburg, Surinam), Spinnereien (in Lüttich, Namur, Spaa, Aachen, St.-Denis), Tuchfabriken (in Kottbus und Polen), eine Glasfabrik; eine Papierfabrik etc. Er war auch einer der Hauptgründer der Belgischen Bank. Die kriegerische Situation Belgiens 1838 erschütterte jedoch das Vertrauen zu den so ausgedehnten Cockerillschen Unternehmungen, und als die Belgische Bank ihre Zahlungen einstellte, geriet C. Anfang 1839 in finanzielle Verlegenheiten, ein Liquidationsverfahren ward eingeleitet und 12. April 1839 eine Bilanz der Aktiva und Passiva bekannt gemacht, wonach erstere gegen 26 Mill. Fr., letztere gegen 18 Mill. Fr. betrugen. C. bevollmächtigte hierauf seinen Schwager Pastor aus Aachen und Piercot, seine sämtliche Habe, jedoch mit Ausnahme der Etablissements in Seraing und Lüttich, allmählich zur Deckung seiner Schulden zu veräußern, und begab sich nach Rußland, um im Auftrag der dortigen Regierung die Arbeit des Schaffens von neuem zu beginnen, starb aber schon 19. Juni 1840 in Warschau.

Cockermouth (spr. kóckermauth), Stadt im W. der engl. Grafschaft Cumberland, am Einfluß des Cocker in den Derwent, hat eine Schloßruine, Baumwoll- und Wollindustrie, Papiermühlen und (1881) 5354 Einw. In der Nähe Kohlengruben.

Cockney (engl., spr. kóckni), alter, schon im 12. Jahrh. üblicher Spitzname der untern Mittelklassen von London, soll nach einigen daher entstanden sein, daß ein Londoner, der zum erstenmal einen Hahn krähen hörte, ausrief, der Hahn wiehere (the cock neighs). Wahrscheinlicher aber stammt der Name vom Land of Cockeign (s. Cocagna), d. h. dem Schlaraffenland, mit welchem London wegen des schon im Mittelalter daselbst herrschenden Luxus verglichen wurde. Der König von C. war eine von den Figuren, welche in den am Childermas Day (Fest der unschuldigen Kindlein) aufgeführten Spielen vorkamen, die mit den deutschen Narrenfesten Ähnlichkeit hatten.

Cocoawurzel, s. Colocasia.

^[Artikel, die unter C vermißt werden, sind unter K oder Z nachzuschlagen.]