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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Collin; Collin d'Harleville; Collingwood; Collīni; Collins

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Collin - Collins.

durchgreifende Revision des Textes der Shakespeareschen Dramen enthielten. Über die Echtheit dieser Bemerkungen entspann sich ein lebhafter Streit, der schließlich gegen C. entschieden ward, so daß er als der Betrogene erschien (vgl. Ingleby, Complete view of the Shakspeare controversy, Lond. 1861). Seit 1820 war C. auch Vizepräsident der Society of Antiquaries, zu deren "Transactions" er kritische Abhandlungen beigetragen hat. Von seinen Arbeiten sind noch hervorzuheben: "A book of Roxburgh ballads" (Lond. 1847); "Memoirs of the principal actors in the plays of Shakspeare" (das. 1846); "Bibliographical account of rare books" (das. 1865) und "Illustrations of old English literature" (das. 1866, 3 Bde.). Auch gab er 1861 Spensers Werke heraus und begann 1866 die Veröffentlichung einer Reihe von alten und seltenen Gedichten und Flugschriften. C. starb im September 1880 in Maidenhead.

Collin, 1) Heinrich Joseph von, dramat. Dichter, geb. 26. Dez. 1772 zu Wien als Sohn eines Arztes, erhielt nach vollendeten juridischen Studien eine Anstellung im Finanzfach und stieg bis zum Hofrat (1809). Den Krieg von 1809 machte er als Landwehroffizier mit. Seine angestrengte Thätigkeit hatte jedoch seine Gesundheit untergraben, und er starb 28. Juli 1811 am Nervenfieber. Seine nach Lessings Grundsätzen angelegten Trauerspiele: "Regulus", "Coriolan", "Polyxena", "Balboa", "Bianca della Porta", "Mäon" und "Die Horatier und Curiatier" zeichnen sich durch Streben nach antiker Größe und Einfachheit aus, leiden aber an Monotonie und an Einförmigkeit der Charakteristik. Sie erschienen gesammelt unter dem Titel: "Trauerspiele" (Berl. 1828, 3 Bde.). Unter seinen "Gedichten" (Wien 1812) sind die bekanntesten: "Kaiser Max auf der Martinswand", "Kaiser Albrechts Hund" und "Herzog Leupold vor Solothurn". Seinen Beruf für das Epos bekunden die Bruchstücke von "Rudolf von Habsburg". Gemeinschaftlich mit seinem Bruder dichtete er das Oratorium "Die Befreiung von Wien". Seine Werke erschienen gesammelt Wien 1812-14, 6 Bde. Sein Denkmal steht in der Karlskirche zu Wien. Vgl. Laban, Heinrich Joseph v. C. (Wien 1879).

2) Matthäus von, Dichter und Ästhetiker, Bruder des vorigen, geb. 3. März 1779 zu Wien, studierte neben der Rechtswissenschaft Philosophie und Geschichte und erhielt 1804 die juristische Doktorwürde. Im J. 1808 ward er Professor der Ästhetik und der Geschichte der Philosophie an der Universität Krakau und später Professor der letztern Wissenschaft zu Wien. 1813 übernahm er die Redaktion der "Wiener Litteraturzeitung", ward 1815 Erzieher des Herzogs von Reichstadt, redigierte seit 1818 die "Wiener Jahrbücher der Litteratur"; starb 23. Nov. 1824. Seine "Dramatischen Dichtungen" erschienen Pest 1813-1817 in 4 Bänden; seine "Nachgelassenen Gedichte" gab mit einem biographischen Vorwort J. ^[Joseph] v. Hammer (Wien 1827, 2 Bde.) heraus.

Collin d'Harleville (spr. kŏläng darl'wil), Jean François, franz. Dichter, geb. 1755 zu Mévoisins bei Maintenon, studierte anfangs die Rechte, wandte sich aber dann ganz der Litteratur zu und schrieb viele Charakterstücke, die mit ihren schönen Versen, komischen Situationen und ihrer liebenswürdigen Moral großen Beifall fanden, besonders sein Hauptwerk: "Le vieux célibataire" (1792). Seine übrigen Poesien, meist "Épîtres", sind leicht und anmutig im Ausdruck, im allgemeinen aber recht schwach; er spricht darin, wie La Harpe bemerkt, zu viel von sich und seiner Gutmütigkeit. C. starb 24. Febr. 1806 in Paris. Die beste Ausgabe seiner Werke hat sein Freund Andrieux besorgt unter dem Titel: "Théâtre et poésies fugitives" (Par. 1822, 4 Bde.); seine "Œuvres choisies" erschienen Paris 1826, 3 Bde.; eine Ausgabe seines "Théâtre" besorgte Moland (das. 1876).

Collingwood (spr. -wudd), Stadt der Provinz Ontario (Kanada), an der Georgian Bay des Obern Sees, mit Seearsenal, lebhaftem Verkehr und (1881) 4445 Einw. Im J. 1883 liefen 191 Schiffe von 90,169 Ton. ein; Ausfuhr nach den Vereinigten Staaten 324,306 Doll., Einfuhr 333,356 Doll.

Collingwood (spr. -wudd), Cutberth, Lord, brit. Admiral, geb. 26. Sept. 1750 zu Newcastle upon Tyne, trat 1761 in den Seedienst, führte seit 1776 als Leutnant die Hornet, welche zur Station von Jamaica gehörte, wo er Nelsons Freund wurde, und 1781 in Ostindien als Postkapitän den Pelikan, mit dem er Schiffbruch litt. Im Kriege gegen Frankreich nahm er unter dem Konteradmiral Bowyer an dem Gefecht vom 1. Juni 1794 und demnächst an der Blockade von Toulon teil und zeichnete sich 1797 in dem Gefecht am Kap St. Vincent aus. 1799 zum Konteradmiral der weißen Flagge erhoben, nahm er teil an der Blockade von Brest. 1801 ward er Vizeadmiral der blauen Flagge, 1804 Admiral derselben und blockierte 1805 mit fünf Linienschiffen Ferrol. Für seine wesentliche Mithilfe zum Sieg bei Trafalgar ward er 20. Nov. 1805 zum Peer von England mit dem Titel Baron C. von Coldburne erhoben und erhielt eine Pension von 2000 Pfd. Sterl. Nach Nelsons Tod befehligte er die britische Seemacht im Mittelmeer bis zu seinem Tod, welcher 7. März 1810 auf dem den Franzosen genommenen und vor Menorca stationierten Schiff Ville de Paris erfolgte. Seine Leiche ward in der Kathedrale von St. Paul in London beigesetzt. Sein Schwiegersohn veröffentlichte des Admirals "Despatches and correspondence" (Lond. 1828). Vgl. Davies, Lord C. (Lond. 1878).

Collīni, Cosmo Alessandro, Schriftsteller, besonders durch seine Beziehungen zu Voltaire bekannt, geb. 14. Okt. 1727 zu Florenz, studierte in Pisa Geschichte und Rechtswissenschaft und wandte sich 1750 nach Berlin, wo er 1752 Voltaires Sekretär wurde, an dessen "Annales de l'empire" er wesentlichen Anteil hat. Er folgte später Voltaire auch auf dessen Landgut bei Genf, trat 1756 als Hofmeister in die Dienste des Grafen Sauer in Straßburg, wurde 1759 Geheimsekretär des Kurfürsten Karl Theodor von der Pfalz, 1763 zum Historiographen desselben, 1766 endlich zum Direktor des naturwissenschaftlichen Kabinetts zu Mannheim ernannt, wo er 22. März 1806 starb. Von seinen Schriften nennen wir: "Discours de l'histoire de l'Allemagne" (Frankf. 1761); "Précis de l'histoire du palatinat du Rhin" (das. 1763), eine der vorzüglichsten Quellen zur Geschichte der Pfalz; "Lettres sur les Allemands" (Mannh. 1784); "Exposé de la capitulation de Mannheim" (1794), und "Mon séjour auprès de Voltaire" (Par. 1807), sein bekanntestes, in glänzendem Französisch geschriebenes Werk. Auch eine Reihe naturhistorischer Schriften hat C. verfaßt.

Collins, 1) William, engl. Dichter, geb. 25. Dez. 1720 zu Chichester, studierte in Oxford und wandte sich dann (1744) nach London, um sich hier ganz der litterarischen Thätigkeit zu widmen. Nachdem er bereits als Schüler zu Winchester seine "Oriental eclogues" (gedruckt 1742) geschrieben hatte, trat er 1747 mit "Odes" hervor, die indessen keine Beachtung fanden. Seine leidende Gesundheit zwang ihn 1750, Heilung unter einem mildern Himmelsstrich zu suchen;

^[Artikel, die unter C vermißt werden, sind unter K oder Z nachzuschlagen.]