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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Collinsia; Collinson; Collioure; Cölln

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Collinsia - Cölln.

er kehrte aber krank zurück, verfiel in Wahnsinn und starb 12. Juni 1756 in seinem Heimatsort. Erst lange nach seinem Tod fanden C.' Dichtungen die gebührende Anerkennung und wurden seitdem in zahlreichen Ausgaben verbreitet. Zu den besten gehören die von Barbauld (Lond. 1797), von Dyce (das. 1827) und Thomas (das. 1858).

2) William, engl. Maler, geb. 18. Sept. 1787 zu London, malte namentlich Küsten- und Waldszenen, über die er einen eigentümlichen melancholischen Hauch auszugießen wußte. Von einer italienischen Reise brachte er liebliche Bilder neapolitanischer und kalabresischer Gegenden mit anziehender Staffage mit. Zu seinen besten Werken gehören der Sonntagmorgen und: So glücklich wie ein König. Minder gelungen waren seine Versuche in der historischen Malerei, z. B. die Jünger zu Emmaus, der Heiland unter den Schriftgelehrten im Tempel. C. starb 17. Febr. 1847 in London.

3) William Wilkie, beliebter engl. Novellist, Sohn des vorigen, geb. 8. Jan. 1824 zu London, begleitete als Knabe seine Eltern nach Italien und trat nach der Rückkehr als Lehrling in ein Handelsgeschäft. Sein erster schriftstellerischer Versuch war die Biographie seines Vaters (Lond. 1848, 2 Bde.), die Beifall fand und ihn veranlaßte, sich ganz der Litteratur zu widmen. Er schrieb zunächst den Roman "Antonina, or the fall of Rome" (1850), dem "Basil, a story of modern life" (1852), "Mr. Wray's cash box" (1852) und "Hide and seek" (1854) nach folgten, und wurde dann Mitarbeiter an Dickens' "Household Words", in denen er die Novellen: "After dark" (1856) und "The dead secret" (1857) veröffentlichte, welche sein Talent als Sensationsschriftsteller, d. h. die Neugierde im höchsten Grad zu spannen und rege zu halten, entschieden bekundeten. Am glänzendsten zeigte sich dies in C.' beliebtestem Roman: "The woman in white", der zuerst 1859-60 in Dickens' Zeitschrift "All the year round" erschien. Ihm folgten, derselben Sphäre angehörend: "No name" (1863), "Armadale" (1864), "Moonstone" (1867), "Man and wife" (1870), "Poor Miss Flach" (1872), "The new Magdalen" (1873), "Miss or Mrs. and other stories" (1873), "The law and the lady" (1875), "Two destinies" (1876), "The black robe" (1881), "Heart and science" (1883), "I say 110" (1884) u. a. Das Geschick, welches C. in diesen meist auch ins Deutsche übersetzten Werken bekundet, über einem Geheimnis den Schleier bis zum letzten Augenblick zu bewahren, ist bewundernswürdig; da gegen vernachlässigt er oft die tiefere Charakteristik. Auch im Drama wußte C. Erfolge zu erzielen, so namentlich mit "The frozen deep" (1857) und "Light house", die Zugstücke der Londoner Bühnen wurden. Auch die dramatischen Bearbeitungen seiner Romane: "Armadale" (1866) und "The new Magdalen" (1873) fanden günstige Aufnahme. Vgl. E. v. Wolzogen, Wilkie C. (Leipz. 1885).

Collinsia Nutt. (Kollinsie), Gattung aus der Familie der Skrofulariaceen, nordamerikan. Sommergewächse mit gegen- oder quirlständigen Blättern, schönen, achselständigen, boukettartig gruppierten Blüten und eiförmiger, einfächeriger Kapsel. C. bicolor Benth., aus Kalifornien, mit 30 cm hohem, aufrechtem Stengel, glänzenden Blättern und hellvioletten Blüten mit weißer Unterlippe, C. grandiflora Dougl., aus Oregon, mit blauen Blüten, C. verna Nutt., aus Ohio, und andre Arten werden, zum Teil in vielen Varietäten, als schön und dankbar blühende Zierpflanzen in Gärten gezogen.

Collinson, Sir Richard, brit. Seefahrer, geb. 7. Nov. 1801 zu Gateshead, trat 1823 in die britische Marine, machte mehrere größere Reisen, wobei er auch die Küsten in den chinesischen Gewässern aufnahm, und segelte in der Enterprise 1850 mit Mac Clure, der unter ihm den Investigator befehligte, zur Aufsuchung Franklins und zugleich einer nordwestlichen Durchfahrt von der Beringsstraße ab. Unterwegs aber wurden die beiden Schiffe voneinander getrennt; C. fuhr mit der Enterprise zuerst direkt nach Norden bis über 73° hinaus und dann nach Osten, mußte aber bei der Barrowspitze umkehren und überwinterte in Hongkong. 1851 fuhr er wieder durch die Beringsstraße, drang durch die Prince Wales-Straße bis zu ihrer durch Eismassen verschlossenen Mündung, nachdem Mac Clure, der vor ihm bereits dort gewesen war, sie wieder verlassen hatte, und überwinterte in einer Bucht des Prince Albert-Landes. Dieses ließ er im Frühling genauer untersuchen, und eine seiner Schlittenexpeditionen kam sogar bis zur Melvilleinsel. Darauf gelangte er durch die Delphin- und Unionstraße bis in die Deasestraße, brachte den Winter 1852-53 in der Cambridgebai zu, ließ die Küsten noch weiter nach Osten aufnehmen und trat darauf die Rückreise an. Er mußte jedoch westlich vom Mackenzie in der Camdenbucht nochmals überwintern und traf erst 1854 wieder in Europa ein, wo Mac Clure (s. d.), der Entdecker der nordwestlichen Durchfahrt, schon angelangt war. Er schrieb: "Nine weeks in Canada" (Cambridge 1862); "The three voyages of Martin Frobisher etc. 1576-78" (Lond. 1867). C. starb 12. Sept. 1883.

Collioure (spr. kolliuhr), Stadt im franz. Departement Ostpyrenäen, Arrondissement Céret, im Halbkreis um eine Reede des Mittelländischen Meers gelegen, an der Südbahn, aufgelassener Kriegsplatz mit Schanzen von Vauban, einem festen Schloß und mehreren Forts, hat vorzüglichen Weinbau (rote Roussillonweine), Korkgewinnung und Pfropfenfabrikation, Seefischerei, Sardellenhandel, einen Hafen und (1876) 3446 Einw. - C. hieß im Mittelalter Caucoliberis, gehörte bis 1659 den Spaniern, wurde aber im damaligen Pyrenäischen Frieden an Frankreich abgetreten. Im Dezember 1793 bemächtigten sich die Spanier noch einmal der Stadt, verloren sie aber 26. März 1794 wieder.

Cölln, 1) Friedrich von, deutscher Publizist, geb. 1766 zu Örlinghausen im Lippeschen, studierte in Marburg, Halle und Jena, trat 1790 in den preußischen Staatsdienst, war erst Kammerreferendar zu Minden, ward 1793 Kriegsrat in Posen, 1800 Kriegs- und Steuerrat zu Glogau und 1805 Kriegs- und Domänenrat in Berlin und Redakteur des "Preußischen Staatsanzeigers". Seine rücksichtslose Darlegung der Schwächen der preußischen Staatsverwaltung, die er seit 1806 in einer Reihe meist anonymer Schriften veröffentlichte, brachte ihn 1808 auf die Festung Glatz, von wo er 1810 nach Österreich entfloh. Als 1811 die Untersuchung gegen ihn niedergeschlagen wurde, kehrte er nach Preußen zurück und fand eine Anstellung im Büreau des Fürsten Hardenberg. Er starb 31. Mai 1820 in Berlin. Von seinen Schriften nennen wir nur: "Vertraute Briefe über die innern Verhältnisse am preußischen Hof seit dem Tod Friedrichs II." (Amsterd. u. Köln 1807-1809, 6 Tle.), "Neue Feuerbrände" (Leipz. 1807-1808, 6 Bde.), "Wien und Berlin in Parallele" (das. 1808, 5 Bde.), "Aktenmäßige Rechtfertigung des Kriegsrats von C." (das. 1811); "Freimütige Blätter für Deutsche" (das. 1815-20) etc.

^[Artikel, die unter C vermißt werden, sind unter K oder Z nachzuschlagen.]