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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Colquhoun; Colt; Colton; Colŭber; Columba; Columbānus; Columbarium; Columbia

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Colquhoun - Columbia.

Nach Fleischmann enthält das C. der Kühe 24 Stunden nach der Geburt im Mittel 78,7 Proz. Wasser, 4,0 Proz. Fett, 1,5 Proz. Milchzucker, 7,5 Proz. Albumin, 7,3 Proz. Kasein und 1 Proz. Asche; es enthält im Durchschnitt also 21,3 Proz. Trockensubstanz.

Colquhoun (spr. kō-húhn), Patrick, engl. Schriftsteller, geb. 14. März 1745 zu Dumbarton in Schottland, ging, früh verwaist, im 16. Jahr nach Virginia, um sich dem Handel zu widmen, kehrte aber schon nach 5 Jahren zurück, etablierte sich als Kaufmann in Glasgow, ward Lord provost dieser Stadt und traf als solcher viele zweckmäßige Einrichtungen. Er veranlaßte die Parlamentsakte, welche die Manufakturisten vom Auktionszoll befreite, und dehnte den Vertrieb der englischen Baumwollwaren auch auf den Kontinent aus. Eine Reise nach den Niederlanden gab ihm Gelegenheit, Wege des Vertriebs für die schottische Baumwollindustrie zu eröffnen. Im J. 1789 siedelte er mit seiner Familie nach London über, wo er seit 1792 verschiedene kommunale Ehrenämter bekleidete und durch Begründung gemeinnütziger Anstalten sich große Verdienste erwarb. Im J. 1797 ernannte ihn die Universität zu Glasgow zum Doktor der Rechte; 1804 ward er von Hamburg und dann auch von Bremen und Lübeck zu ihrem Agenten in London gewählt. Er starb 25. April 1820. C. schrieb unter anderm: "On the police of the Metropolis" (Lond. 1796, 8. Aufl. 1806; deutsch, Leipz. 1802); "Commerce and police of the river Thames" (Lond. 1800); "A new system of education for the labouring people" (das. 1806); "A treatise on indigence" (das. 1807); "On the wealth, power and resources of the British empire" (das. 1814; deutsch, Nürnb. 1815). - Sein Enkel, Sir Patrick Max Chombaich de, geb. 1815, zu Westminster, Cambridge und Heidelberg gebildet, war 1851-64 Oberrichter der Ionischen Inseln, ward 1868 königlicher Rat und Rechtsanwalt in London. Er ist Verfasser des "Summary of the Roman civil law" (Lond. 1850-60, 3 Bde.), welches durch Vergleichung des mosaischen, kanonischen, mohammedanischen und andrer Rechte einen spezifischen Wert hat.

Colt, Samuel, Industrieller, geb. 1814 zu Hartford in Connecticut, entlief im Alter von 14 Jahren der Schule und ging als Schiffsjunge nach Ostindien. Zurückgekehrt, trat er als Lehrling in eine Färberei und Bleicherei in Massachusetts und erwarb sich auf eigne Hand Kenntnisse in der Chemie. Schon auf seiner Seereise hatte er einen Revolver konstruiert, und nun verschaffte er sich durch Vorträge über Chemie, welche er in mehreren Städten hielt, die Mittel zur weitern Verfolgung seiner Erfindung. Im J. 1835 nahm er sein erstes Patent und errichtete eine Revolverfabrik zu Patterson in New Jersey; dieselbe fallierte aber 1842, und erst während des mexikanischen Kriegs 1847 konnte C. die Fabrikation wieder aufnehmen, da ihm die Regierung einen Auftrag auf 1000 Revolver erteilt hatte. Er errichtete eine Fabrik zu Whitneyville in Connecticut, verlegte dieselbe aber 1850 nach Hartford und vergrößerte sie sehr bald in solchem Maß, daß täglich 1000 Revolver geliefert werden konnten. Die starke Auswanderung nach Kalifornien und Australien, die Einführung des Revolvers in die amerikanische Armee, besonders aber der amerikanische Bürgerkrieg steigerten den Bedarf außerordentlich; doch starb C. während des größten Aufschwungs seiner Fabrik 10. Jan. 1862. C. konstruierte auch ein unterseeisches Telegraphenkabel, welches 1843 zwischen Coney und Fire Island einerseits und New York anderseits gelegt worden ist.

Colton (spr. kohlt'n), Caleb, engl. Dichter, geboren um 1780, ward auf dem College zu Eton erzogen, studierte in Cambridge und gelangte früh zu geistlichen Würden. Als Vikar in Kew und Petersham hatte er nicht unbedeutende Einkünfte, geriet aber durch regelloses Leben in tiefe Not. Diese trieb ihn, nachdem er 1810 sein "Narrative of the Sampford Ghost", 1812 das satirische Gedicht "Hypocrisy" sowie das Gedicht "Napoleon" und 1816 "Lines on the conflagration of Moscow" herausgegeben, zur Abfassung seines "Lacon, or many things in few words" (zuerst 1820 u. öfter, 2. Teil 1822; neue Ausg. 1867), eines aus Kernsprüchen besonders in Anlehnung an Bacon und Burdon zusammengestellten philosophischen Werkes, das die Bewunderung von ganz England erregte. Dieser Erfolg verbesserte seine Lage auf kurze Zeit; bald aber war alles vergeudet, und C. sah sich genötigt, nach Amerika zu entweichen. Später finden wir ihn in Paris, wo er nacheinander Gemäldetrödler, Weinhändler, Dichter, Korrespondent des "Morning Chronicle", stets aber leidenschaftlicher Spieler war, so daß er sich bald im Besitz ansehnlicher Summen sah, bald wieder betteln ging. Er erschoß sich 28. April 1832 in Fontainebleau.

Colŭber, Natter; Colubrĭdae (Nattern), Familie aus der Ordnung der Schlangen; s. Nattern.

Columba, Taube.

Columbānus, Heiliger, einer der ältesten Apostel des Christentums bei den Germanen, wurde um 540, nach andern um 550, in dem irländischen Distrikt Leinster (Lagenorum terra) geboren, ward Mönch des irischen Klosters Bankor, begab sich 590, nach andern 594, mit zwölf Klosterbrüdern zu Bekehrungszwecken nach Burgund und gründete hier die Klöster Anagrates (Anegray), Luxovium (Luxeuil) sowie verschiedene andre im Juragebirge und zu Besançon. Seine Regel war ursprünglich weit strenger als die des heil. Benedikt, welcher sie später freilich ganz weichen mußte. Differenzen mit der berüchtigten Brunhilde hatten zur Folge, daß man ihn 610 nach Nantes führte, um ihn nach Irland einzuschiffen; C. aber floh und begab sich zu Chlotar II., König von Neustrien, später zu Theodebert, König von Austrasien, zog dann mit Schülern, unter denen Gallus (s. d.) hervorragte, den Rhein hinauf tief in das Land der Alemannen hinein und ließ sich endlich in Bregenz nieder, von wo aus er mit Gallus sein Missionsgeschäft betrieb. 613 begab sich C. in die Lombardei, wo seine wichtigste Stiftung das Kloster Bobbio wurde, in dem er 615 starb. Sein Gedächtnistag ist der 21. November. Vgl. Hertel in der "Zeitschrift für historische Theologie" 1875.

Columbarium (lat.), s. Kolumbarium.

Columbia (Colombia), Republik, s. Kolumbien.

Columbia (spr. kolömbjä), mächtiger und merkwürdiger Fluß im westlichen Nordamerika, der für die Gewässer eines Areals von fast 772,000 qkm (14,020 QM.) die ausführende Hauptader bildet und, ganz und gar einer gebirgigen Plateaulandschaft angehörig, fast durchaus Oberlauf und nur auf einer kurzen Strecke Unterlauf ist. Er entspringt in dem kleinen Columbiasee am Westfuß des Felsengebirges (50° nördl. Br.), fließt bis zum Boat Encampment (52° 10' nördl. Br., 940 m ü. M.) am Fuß des Athabascapasses in nordwestlicher Richtung, wendet sich dann plötzlich nach S., durchfließt die beiden langgestreckten Arrow Lakes und tritt, nachdem er

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