Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Comb; Combat; Combe; Combes; Combin; Combourg; Combretum; Combustibilia; Combustio; Come; Comédia; Comédie

225

Comb - Comédie.

Comb, engl. Hohlmaß, s. Coom.

Combat (franz., spr. kongba), Kampf, Gefecht; combats à la foule, Turnierübung, bei der mehrere Ritter auf einmal gegeneinander kämpften; Combattant, s. Kombattant.

Combe (spr. kohm), 1) Abram, engl. Sozialist, geb. 15. Jan. 1785 zu Edinburg, war anfangs Zuckerfabrikant in Glasgow, dann in Edinburg, ward 1820 von Rob. Owen für den Sozialismus gewonnen und gründete zu Edinburg eine Cooperative Society, die aber fehlschlug; dennoch stiftete er 1825 mit andern eine noch großartigere ähnliche Anstalt zu Orbiston, für welche er in einem eignen 1825-27 herausgegebenen Journal Propaganda machte, die jedoch nach seinem schon 11. Aug. 1827 erfolgten Tod bald wieder zerfiel. Er schrieb: "Metaphorical sketches of the old and new systems" (Edinb. 1823), worin er die Owensche Gesellschaftslehre darzulegen suchte.

2) Andrew, Physiolog, geb. 27. Okt. 1797, war 1835-36 Leibarzt des Königs Leopold von Belgien, dann der Königin von England und starb 9. Aug. 1847. Er schrieb: "Observations on mental derangement" (Edinb. 1841); "Principles of physiology applied to the conservation of health" (das. 1834, 15. Aufl. 1860); "The physiology of digestion" (das. 1836, 10. Aufl. 1860); "Treatise on the physiological and moral management of infancy" (das. 1840, 10. Aufl. 1870). Vgl. "Life and correspondence of C." (Lond. 1850, 2 Bde.).

Combes (franz., spr. kongb), die isoklinalen Thäler im Juragebirge (s. Jura).

Combes (spr. kongb), François, franz. Geschichtschreiber, geb. 27. Sept. 1816 zu Albi, studierte in seiner Vaterstadt und ward 1844 Professor der Geschichte am Kollegium in Pamiers, 1848 am Collège Stanislas und 1853 am Lycée Bonaparte in Paris. Nachdem er 1856-60 die Stelle eines Inspekteurs der Akademie in Lons le Saunier bekleidet hatte, ward er als Nachfolger Geffroys zum Professor der Geschichte an der Fakultät in Bordeaux ernannt. Er unternahm mehrere wissenschaftliche Reisen nach Holland, Italien und der Schweiz. Unter seinen Werken sind hervorzuheben: "L'abbé Suger" (1853); "Histoire générale de la diplomatie européenne" (1854-55, 2 Bde.); "La Russie en face de Constantinople et de l'Europe" (1856); "Histoire de la diplomatie slave et scandinave" (1856); "La princesse des Ursins" (1858); "Correspondance française inédite du grand-pensionnaire Jean de Witt" (1874); "L'entrevue de Bayonne et la question de la Sainte Barthélemy" (1882) und "Madame de Sévigné historien" (1885). Seit den Kriegen von 1866 und 1870 richtete er seine Aufmerksamkeit auch auf die preußische und deutsche Geschichte und schrieb: "Histoire de la monarchie prussienne et de la fondation"; "Histoire des invasions germaniques en France" (1873) und "Les libérateurs des nations" (1874). Auch verfaßte er zwei Tragödien: "Le maréchal de Montmorency" und "Cathérine de Médicis".

Combin (Grand C., spr. grang kongbäng) oder Graffeneire, das Haupt einer der vier Gruppen der Walliser Alpen (4317 m), umstanden von andern hohen Felsgipfeln und umlagert von Firnmulden, von welchen sich drei beträchtliche Eisströme thalab senken, voraus der Glacier de Corbassière, dessen Abfluß sich in die Drance des Val de Bagnes ergießt. Nachdem 14. Aug. 1851 G. Studer den C. de Corbassière (3722 m) bestiegen hatte, wurde 1857 der Grand C. durch den Engländer W. Mathews, 15. Aug. 1861 Mont Avril (3341 m) durch den Engländer F. Buxton, 6. Juli 1867 Tournelon Blanc (3712 m) durch Hoffmann-Merian, 1872 der Grand C. zum erstenmal von der Südseite durch Isler überwunden. Durch Errichtung einer Klubhütte am östlichen Rande des Corbassièregletschers (1881) sind die Touren in diesem Gebiet wesentlich erleichtert.

Combourg (spr. kongbuhr), Stadt im franz. Departement Ille-et-Vilaine, Arrondissement St.-Malo, an der Westbahn, mit einem altertümlichen, von vier krenelierten Türmen flankierten Schloß (aus dem 14. Jahrh.), in welchem Chateaubriand einen Teil seiner Jugend verlebte, bedeutenden Gerbereien, zahlreichen Märkten und (1876) 1491 Einw.

Combretum L. (Langfaden), Gattung aus der Familie der Kombretaceen, meist kletternde Sträucher oder Bäume mit ganzen Gegen- und Wechselblättern, deren verhärtete, stehen bleibende Blattstiele der Pflanze zum Klettern dienen, achsel- oder endständigen, polygamisch-diözischen Blütenähren, langen Staubfäden und steinbeerartiger, einsamiger, vierflügeliger Frucht. Etwa 120 Arten in den Tropen beider Hemisphären, von denen mehrere bei uns in Warmhäusern kultiviert werden. C. grandiflorum Don., auf Sierra Leone, mit scharlach-karmesinroten Blüten in einseitigen, winkel- oder gipfelständigen Trauben; C. purpureum Vahl, auf Madagaskar, mit hoch karminroten, in einseitigen Endrispen und Trauben vereinigten Blüten; C. comosum Don., auf Sierra Leone, mit geschopften, dunkel scharlachroten, in dichten Ähren stehenden Blüten.

Combustibilia (lat.), Brennstoffe.

Combustio (lat.), s. Verbrennung.

Come (ital.), wie; C. prima oder sopra, abkürzende musikal. Vortragsbezeichnung: "wie zuerst, wie oben"; C. sta, wie es dasteht (ohne Verzierung oder Zuthat); auch s. v. w. wie geht's.

Comédia (span.), in der Blütezeit des span. Theaters Name aller weltlichen Schauspiele, gleichviel ob sie heitern oder ernsten Inhalts waren, im Gegensatz zum Auto (s. d.) und den Possen und Zwischenspielen. Naharro unterschied C. a noticia und C. a fantasia. Die erstere stellte wirkliche (historische) Begebenheiten, die letztere erdichtete dar. Später teilte man die Comedias in C. de capa y espada (Mantel- und Degenstücke) und C. de ruido oder de teatro (Spektakel- und Ausstattungsstücke). Jene, welche nach dem Kostüm der höhern Stände benannt wurden, in deren Kreisen sie sich bewegten, spielte man ohne alle dekorative Mittel. Sie waren ganz nur auf die Wirkungen einer feinen Intrige und deren Verwickelungen sowie auf den Reiz des sprachlichen Ausdrucks gerichtet. In dem Gracioso, welcher die Idealfiguren zu parodieren hatte, war das komische und satirische Element dieser Stücke gleichsam konzentriert. Die C. de ruido ging dagegen mehr auf die Wirkungen der äußern Handlung und der szenischen Mittel aus (wenn diese auch noch lange sehr bescheiden und unzulänglich blieben), wodurch ein tiefsinnigerer Inhalt aber nicht geradezu ausgeschlossen wurde. Neben diesen beiden Gattungen begegnet man noch der C. de santos und der C. divina, in denen man heilige Stoffe auf die weltliche Bühne brachte, die sich durch eine bald tiefsinnige, bald spitzfindige Symbolik und eine nicht selten ausschweifende Phantastik auszeichneten. Später bildete sich in der C. de figuron noch eine besondere Gattung aus. Ihr Charakteristikum ist, daß sich die Handlung um eine einzige, in chargierter Weise ausgeführte Figur bewegt; Moreto erwarb sich darin große Berühmtheit.

Comédie, die franz. Bezeichnung für Lustspiel.

^[Artikel, die unter C vermißt werden, sind unter K oder Z nachzuschlagen.]