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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Constable; Constans; Constant; Constant de Rebecque

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Constable - Constant de Rebecque.

1 m langer, 4 cm dicker Stab von Holz, oben mit dem königlichen Wappen, und ein kurzer Stab von Messing, 10 cm lang, oben mit einer kleinen Krone versehen. Sie werden jährlich auf Vorschlag der Gemeindevorstände (vestries) von den Friedensrichtern ernannt. Im Fall der Not kann jeder Bürger aufgefordert werden, als Special C. zu dienen. Wohlhabende lassen sich gewöhnlich durch einen Deputy C. vertreten, sind aber für dessen Handlungen verantwortlich. Zur Unterstützung der Constables, die ein unbesoldetes Ehrenamt verwalten, war es schon lange üblich, besonders in den Städten, bezahlte Wächter (watchmen) anzustellen, ehe noch Sir Robert Peel 1829 in London eine wohlorganisierte Polizei (police) einführte, die jetzt die Pflichten der Constables versteht. Auch in den andern Städten und auf dem Land wird jetzt der Polizeidienst von bezahlten Constables versehen, doch während die Polizei der Hauptstadt (mit Ausnahme derjenigen der City) vom Minister des Innern abhängt, steht diejenige der Provinzen unter den städtischen Behörden oder Friedensrichtern. Vgl. Konstabler.

Constable (spr. kónnstäbl), John, engl. Maler, geb. 11. Juni 1776 zu East Bergholt in Suffolk, trat 1800 als Schüler in die Londoner Akademie ein, wo er besonders den Unterricht von Reinagle genoß. Seit 1820 lebte er in Hampstead, dessen reizende ländliche Umgebungen ihm Motive für seine Gemälde boten. 1829 zum Mitglied der Akademie gewählt, starb er hochangesehen 30. Mai 1837 in London. Seine Bilder, von denen man über 100 kennt (2 davon in der Nationalgalerie und 6 in der Sheepshankssammlung des South-Kensingtonmuseums in London), geben die echt englische Landschaft mit der liebevollsten Treue und Wahrheit wieder. C. komponierte nicht und suchte auch nicht besonders pittoreske Punkte auf, er hielt sich an die freundliche Erscheinung des bebauten Landes, Wiesen, Felder, Sträucher und Hütten. Seine Farbe ist so einfach wie frisch und selbst bei flüchtigerer Ausführung, wie sie wohl vorkommt, doch immer voll warmen Lebens. Vgl. Leslie, Memoir of the life of John C. (Lond. 1842, mit 22 Stichen). - Sein Sohn Charles, geb. 1821, diente seit 1835 in der Flotte der Ostindischen Kompanie und hat sich namentlich um die Küstenaufnahmen im Orient (Arabien, Ägypten, Indien etc.) verdient gemacht. Nach Auflösung der Kompanie verfaßte er für die englische Admiralität einen Bericht über die gesamten indischen Küstenaufnahmen und schrieb den "Persian Gulf pilot". Er starb 18. März 1878.

Constans, der jüngste von Konstantins d. Gr. drei Söhnen aus dessen zweiter Ehe mit Fausta, geb. 323 (nach andern 320), war seit 333 Cäsar im westlichen Illyrien und Afrika gewesen und erhielt 337 nach seines Vaters Tod bei der Teilung des Reichs Italien, Sizilien und Afrika, während Constantius den Orient, Konstantin die übrigen westlichen Länder nebst der Hauptstadt Konstantinopel erhielt. Als der letztere auch Afrika verlangte, kam es zwischen ihm und C. zu einem Krieg, bei welchem Konstantin in einem Hinterhalt umkam, worauf dessen Anteil zum größten Teil ihm zufiel. Seine Unfähigkeit bewirkte indes, daß zu Augustodunum (Autun) in Gallien ein Militäraufstand ausbrach, der ihn zur Flucht nötigte, auf der er in der spanischen Küstenstadt Helena (vormals Illiberis) durch Magnentius, den Führer der kaiserlichen Leibgarde, 350 ermordet wurde.

Constans (spr. kongstangs), Jean Antoine Erneste, franz. Minister, geb. 3. Mai 1833 zu Béziers, widmete sich dem Kaufmannsstand und betrieb mehrere Jahre ein Geschäft in Spanien; dann aber studierte er die Rechte und wurde Professor der Jurisprudenz an der Fakultät zu Douai, hierauf in Dijon, endlich in Toulouse, wo er auch bis 1873 Munizipalrat und Adjunkt war und sich um die Errichtung von Laienschulen große Verdienste erwarb. 1876 wurde er in Toulouse zum Mitglied der Deputiertenkammer gewählt, in welcher er sich der Union républicaine anschloß. 1879 wurde er im Kabinett Freycinet zum Unterstaatssekretär im Ministerium des Innern und 17. Mai 1880 nach Lepères Rücktritt zum Ches desselben ernannt mit der Aufgabe, die Märzdekrete gegen die Jesuiten und die nicht ermächtigten Kongregationen durchzuführen, was ihm auch gelang. Mit dem Rücktritt des Kabinetts Ferry im November 1881 legte auch C. sein Ministerium nieder.

Constant (spr. kongstang), Benjamin, franz. Maler, Schüler Cabanels, geb. 10. Juni 1845 zu Paris, wurde in Toulouse erzogen, gewann dort 1867 den Hauptpreis der École des beaux-arts und begab sich nach Paris. 1869 stellte er das vom Staat angekaufte Gemälde: Hamlet und eine Allegorie: Zu spät, im Salon aus; aber erst der Anblick von Fortunys farbenglühendem Gemälde: die Vicaria entschied über seine Zukunft. Er wählte sich den Orient zum Stoffgebiet und unternahm zunächst eine Reise nach Spanien. In Granada schloß er sich der Gesandtschaft Tissots zum Sultan Mohammed an und begann neue Studien, deren Ergebnisse: die Haremsfrauen und marokkanische Gefangene (Salon von 1874), durch die leuchtende Farbenpracht überraschten. 1875 erhielt er für sein Bild: Janitschar und Eunuch eine Medaille dritter Klasse, 1876 eine zweiter Klasse für das jetzt im Museum zu Toulouse befindliche Gemälde: Einzug Mohammeds II. in Konstantinopel, eine Schöpfung von großer koloristischer Wirkung und von bedeutender Kraft der Charakteristik, zugleich aber von starker Neigung zum Grauenhaften erfüllt, da die zerhauenen Leichen der Verteidiger mit krassem Realismus dargestellt sind. Seine folgenden Gemälde: die Favoriten des Emirs (1879), die Tochter der Herodias (1881) und Christus im Grab (1882), haben jenes große Historienbild nicht erreicht.

Constant, W., Pseudonym des Schriftstellers Konstant v. Wurzbach (s. d.).

Constant de Rebecque (spr. kongstang. d'robcck), Henri Benjamin, berühmter franz. politischer Schriftsteller, geb. 23. Okt. 1767 zu Lausanne aus einer nach der Aufhebung des Edikts von Nantes emigrierten Familie, studierte die Rechte, trat in braunschweigische Hofdienste und begab sich zu Anfang der Revolution nach Paris, wo er 1796 vor dem Rate der Fünfhundert mutig die Sache seiner vertriebenen reformierten Landsleute führte. Nach dem 18. Brumaire 1799 Mitglied des Tribunats, vertrat er das Repräsentativsystem und die bürgerliche Freiheit. Seine Reden und Schriften hatten ihm indes die Ungunst des Ersten Konsuls zugezogen, weshalb er 1802 aus dem Tribunat entfernt ward und Paris meiden mußte. Mit Frau v. Staël durchreiste er darauf mehrere Länder, lebte später in Göttingen wissenschaftlicher Beschäftigung und erschien 1814 im Gefolge des Kronprinzen von Schweden wieder in Paris. Hier trat er, besonders im "Journal des Débats", für die Sache der Bourbonen auf, ließ sich aber dessenungeachtet im April 1815 von Napoleon I. zum Staatsrat ernennen und arbeitete an der Redaktion der Additionalakte. Nach der zweiten Rückkehr der Bourbonen ging er nach Brüssel, durfte aber 1816 nach Paris zurückkehren und ward 1819 und

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