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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Constantia; Constantiaweine; Constantin; Constantina; Constantine; Constantinus; Constantius

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Constantia - Constantius.

1824 zum Mitglied der Deputiertenkammer erwählt. Hier und in der Presse, namentlich der "Minerva", bekämpfte er die reaktionäre Politik der Bourbonen. Nach der Julirevolution stimmte er für die Erhebung des Herzogs von Orléans zum konstitutionellen König. Er wurde zum Präsidenten des Staatsrats ernannt, starb aber schon 8. Dez. 1830. Er schrieb: "Cours de politique constitutionelle" (Par. 1817 bis 1820, 4 Bde.; hrsg. von Laboulaye, 2. Aufl. 1872); "Mélanges de littérature et de politique" (1829). Seine "Discours prononcés à la chambre des députés" erschienen 1833 (3 Bde.; teilweise deutsch von Buß, Freiburg 1834). Zur Ergänzung und Erläuterung des Werkes "De la religion considérée dans sa source, ses formes et ses développements" (1824-30, 5 Bde.; deutsch von Peter, Berl. 1824-1827, 3 Bde.) hinterließ er die fast vollendete Schrift "Du polythéisme romain, considéré dans ses rapports avec la philosophie grecque et la religion chrétienne" (1833, 2 Bde.). Außerdem schrieb er noch: "Mémoires sur les cent jours" (1822, 2. Aufl. 1829), einen Roman, "Adolphe" (1816, neueste Ausg. 1879; deutsch von Künzel, Frankf. 1839), bearbeitete auch Schillers "Wallenstein" für die französische Bühne und gab Filangieris Werke (1822, 5 Bde.) heraus. Seine Korrespondenz erschien 1844, seine "Œuvres politiques" 1875, seine Briefe an Madame Récamier 1881; sein Briefwechsel mit Frau v. Staël ward deutsch von Strodtmann (Berl. 1877) herausgegeben.

Constantia (lat.), Beständigkeit, Standhaftigkeit; auch Göttin derselben, auf Münzen dargestellt als sitzende Frau, welche die Rechte gegen das Gesicht emporhebt (Ausdruck des Maßes).

Constantia, Ansiedelung im Kapdistrikt des Kaplandes, 11 km südlich von der Kapstadt, berühmt durch ihren Wein (Constantiawein). Es sind nur drei Höfe, in deren Gärten dieser vorzügliche Wein wächst: Hoch- (Van Reenen), Groß- (Cloete) und Klein-C. (Coligne).

Constantia, Name einiger fürstlicher Personen, s. Konstanze.

Constantiaweine, s. Kapweine.

Constantin (spr. kongstangtäng), Abraham, franz. Email- und Porzellanmaler, geb. 1785 zu Genf, malte erst Zifferblätter für Uhren und bildete sich dann in Paris und Rom. Nach sechsjähriger Thätigkeit in Paris begab er sich 1832 abermals nach Rom, um im Auftrag Ludwig Philipps Raffaels Gemälde in den vatikanischen Stanzen zu kopieren. Andre Kopien von ihm nach Meisterwerken, hauptsächlich aus dem Palast Pitti zu Florenz, bilden gegenwärtig in der königlichen Galerie zu Turin eine wertvolle Sammlung. Noch mehr Anerkennung fand C. in der Porträtmalerei. In seinem Buch "Idées italiennes sur quelques tableaux célèbres" (Flor. 1840) legte er seine Bemerkungen über Raffaels Art und Technik, über Zeichnung und Kolorit der großen Maler, über die Porzellanmalerei etc. nieder. Er starb 1845.

Constantina, Stadt in der span. Provinz Sevilla, am Südabhang der Sierra Morena, mit Silberminen und (1878) 10,988 Einw., welche bedeutenden Handel mit Wein, Branntwein und Essig betreiben.

Constantine, Stadt, s. Konstantine.

Constantinus, s. Konstantin.

Constantius, 1) C. I. Chlorus, d. h. der Blasse, vollständig Flavius C. Chlorus, Vater Konstantins d. Gr., Sohn eines vornehmen Dardaners, Eutropius, und der Claudia, einer Nichte des Kaisers Claudius II., geb. 250 n. Chr., machte sich durch Kriegsthaten einen Namen, ward von den Kaisern Diokletian und Maximian 292 nebst Galerius zum Cäsar gewählt und bald darauf auch von Maximian adoptiert und mit dessen Stieftochter Theodora vermählt. Das Reich wurde nun in vier Teile geteilt, und C. erhielt als seinen Anteil Spanien, Gallien und Britannien mit der Hauptstadt Trier. Britannien war zwar zur Zeit im Besitz des Carausius (s. d.), derselbe wurde aber, während C. noch mit den Vorbereitungen zum Kriege gegen ihn beschäftigt war, von seinem Minister Allectus getötet (293), und auch Allectus, der nun ebenfalls den Kaisertitel annahm, wurde von C. 296 besiegt, so daß Britannien nach zehnjähriger Trennung wieder mit dem übrigen römischen Reich vereinigt werden konnte. Außerdem hatte C. mit den Germanen zu kämpfen, er befreite das Bataverland von den eingedrungenen Franken und schlug die Alemannen bei Langres (300). C. bildete durch seine Milde und Mäßigung sowie durch seine Hinneigung zum Christentum einen entschiedenen Gegensatz zu Galerius, der die Christen grausam verfolgte; doch kam es nicht zu offenem Konflikt, da C. bereits 306 auf einem Feldzug gegen die Kaledonier in Eboracum (York) starb, 13 Monate nachdem er infolge des Rücktritts Diokletians den Augustustitel angenommen hatte.

2) C. II., Konstantins d. Gr. zweiter Sohn von seiner zweiten Gemahlin, Fausta, geb. 317 zu Sirmium in Illyricum, bekam bei der Teilung des Reichs 337 unter Konstantins drei Söhne den Orient, Asien und Ägypten. Eine seiner ersten Handlungen war, daß er, angeblich wegen einer Verschwörung, seine beiden Oheime und sieben seiner Vettern (nur zwei derselben, Gallus und Julian, wurden wegen ihres zarten Alters verschont) morden ließ. Er hatte fast während seiner ganzen Regierung im Osten Kriege zu führen, zunächst gegen den kriegerischen Perserkönig Sapor II. Er wurde 348 bei Singara in Mesopotamien völlig geschlagen; doch ward bald darauf, da Sapor durch die Skythen abgerufen wurde, ein Waffenstillstand geschlossen. Nach dem Tode des Constans 350 unterwarf C. den Vetranio, den Oberbefehlshaber Illyriens, welcher sich zum Kaiser hatte ausrufen lassen, schenkte ihm jedoch das Leben; dann aber hatte er den schweren Kampf gegen den tapfern Usurpator Magnentius, den Mörder des Constans, auszufechten. Dieser wurde bei Mursa (Essek) an der Drau 28. Sept. 351 geschlagen und gab sich 353 nach mehreren andern Verlusten auf der Flucht selbst den Tod. Dadurch kam C. in den Besitz des ganzen römischen Reichs. Im J. 351 übertrug er seinem Vetter Gallus die Verwaltung des Ostens, entsetzte ihn aber wegen seiner Untüchtigkeit und Grausamkeit 354 und ließ ihn hinrichten; 356 ernannte er seinen andern Vetter, Julianus (Apostata), zum Cäsar und Regenten der gallischen Provinzen. Nach einem Besuch in Rom, 356, zog C. gegen die Quaden, die an der mittlern Donau Einfälle machten, und zwang sie zum Frieden. Ein Einfall Sapors rief ihn 359 nach Mesopotamien; doch kehrte er von da zurück, ohne Weiteres zu unternehmen. Neidisch auf den Ruhm, den sich inzwischen Julian durch glückliche Kriege in Gallien erworben, verlangte er von demselben den besten Teil seines Heers zur Beschützung von Asien. Julian war zwar bereit, dem Befehl Folge zu leisten; die Truppen aber weigerten sich, ihn zu verlassen, und riefen ihn wider seinen Willen zum Kaiser aus. Julian bat C. zuerst auf gütlichem Weg um seine Einwilligung. Dieser aber, ganz von Eunuchen beherrscht, zog sofort seine Trup-^[folgende Seite]

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