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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Constanza - Contades.

pen von der Grenze Persiens zurück und brach, schon krank, gegen Julian auf, starb aber auf dem Marsch zu Mopsukrene in Kilikien 3. Nov. 361. C. trat während seiner Regierung entschieden feindselig gegen das Heidentum auf, welches sein Vater noch geduldet hatte, und verbot Opfer und Tempelbesuch durch strenge Edikte. In den innern Streitigkeiten neigte sich C. bald auf die Seite der Orthodoxen, bald auf die der Arianer und nährte so die Erbitterung der kirchlichen Parteien, anstatt ihr Einhalt zu thun.

Constanza (Constantza, bis 1878 Küstendsche), Hauptstadt eines Distrikts in der rumän. Dobrudscha, am Schwarzen Meer und am Ostende des sogen. Trajanswalles, Ausgangspunkt der von Tschernawoda nach dem Schwarzen Meer führenden Eisenbahn, mit bedeutendem Handel und ca. 5000 Einw. Die Ausfuhr (1883 im Wert von 3,3 Mill. Mk.) umfaßte besonders Getreide (190,000 metr. Ztr., meist Gerste und Leinsamen), Schafe, Wolle, Leder; der Wert der Einfuhr betrug 1883: 4,7 Mill. Mk., darunter für 4/5 Mill. Mk. aus Deutschland (meist Fabrikate). Der Transit von der Donau her betrug 380,000 metr. Ztr. an Getreide und Sämereien. C. war von 1879 bis 1883 Freihafen. Im J. 1883 liefen, von Postdampfern abgesehen, 252 Schiffe von 51,042 Ton. ein und aus. C. gilt für das römische Constantiana. Von Tschernawoda bis C. führt der sogen. Trajanswall (s. d.). In der Nähe lag Tomi, Ovids Verbannungsort. Im April 1854 fand hier ein Treffen zwischen den Russen und Türken statt.

Constipantia (lat.), s. Konstipation.

Constituante (franz., spr. kongstitüangt; zu ergänzen: Assemblée), Konstituierende Versammlung.

Constitucion (ehemals Nueva Bilbao), Hafenstadt in der Provinz Máule, in Chile, an der Mündung des Rio Máule, wurde 1794 gegründet, ist regelmäßig angelegt, hat Dampfsägemühlen, Schiffswerfte, Ausfuhr von Getreide, Fleisch, Käse, Fellen und Bauholz und (1875) 6542 Einw.

Constituens (lat.), das "Gestaltgebende", in der Rezeptierkunst dasjenige Mittel, durch welches eine Arznei die ihr nötige Form, Umfänglichkeit und Konsistenz erhält, bei flüssigen Arzneien Vehiculum (meist destilliertes Wasser), bei andern Präparaten Excipiens (Milchzucker, Althäapulver etc.) genannt.

Constituição, Stadt in der brasil. Provinz São Paulo, bei den Stromschnellen des Piracicaba (Nebenfluß des Tieté), mit Kaffeeplantagen, schöner Kirche, Hospital und 5000 Einw.

Constitutio criminalis Carolina (lat.), s. Halsgerichtsordnung Kaiser Karls V.

Constitutio Unigenitus (lat.), s. Unigenitus.

Constitutum (lat.), Feststellung, Vertrag; in der Rechtswissenschaft heißt C. debiti das Versprechen der Erfüllung einer bestimmten, bereits bestehenden Verbindlichkeit, sei es einer eignen des Konstituenten, C. debiti proprii, sei es einer fremden, C. debiti alieni. Im letztern Falle liegt eine Bürgschaft vor. Durch das C. wird die frühere Obligation nicht aufgehoben, aber die Erfüllung desselben tilgt letztere. Während das C. nach römischem Recht ein neuer, besonderer Vertrag war, welcher in gehöriger Weise abgeschlossen werden mußte, wird im heutigen Rechtsleben nach der Praxis vieler Gerichte die bloße einseitige Anerkennung einer Schuld als Verpflichtungsgrund angesehen und eine Klage auf Grund solcher Anerkennung zugelassen. Vgl. Bähr, Die Anerkennung als Verpflichtungsgrund (2. Aufl., Götting. 1867). C. possessorium heißt der Vertrag, vermöge dessen jemand eine Sache, in deren eigentümlichem Besitz er bis jetzt war, nun auf den Namen eines andern zu besitzen anfängt; das Gegenteil davon ist die Traditio brevi manu facta, ein Vertrag, vermöge dessen derjenige, welcher bisher eine Sache auf fremden Namen besaß, dieselbe nun als Eigentümer zu besitzen beginnt. Beides sind fingierte Besitzübertragungen und haben das Eigentümliche, daß dabei der Besitz durch bloßen Willen der Kontrahenten, ohne Hinzutritt einer äußern Thatsache, übergeht, sie setzen in der Regel, wie alle Besitzübertragungen; ein andres Rechtsgeschäft voraus, welches dadurch vollzogen wird. Das C. possessorium tritt z. B. meist da ein, wo jemand ein Grundstück verkauft, aber zugleich von dem Käufer für die Zukunft erpachtet, die Traditio brevi manu da, wo der bisherige Pachter das erpachtete Grundstück als Eigentum erwirbt. Vgl. über das C. possessorium insbesondere Savigny, Das Recht des Besitzes, § 27 (7. Aufl., Wien 1865).

Constrictor (lat.), Zusammenzieher, Schnür- oder Schließmuskel, z. B. C. ani, Afterschließmuskel; C. vesicae, Blasenschließmuskel.

Consualia (lat.), ein Fest, s. Consus.

Consuegra, Stadt in der span. Provinz Toledo, in einer getreide- und olivenreichen Gegend, mit einem alten, angeblich römischen Kastell und (1878) 6811 Einw.; gilt für das Consaburum der Römer.

Consularis, bei den Römern zur Zeit der Republik Prädikat desjenigen, welcher Konsul gewesen war; unter den spätern Kaisern wurden Titel und Rang der Konsuln auch solchen verliehen, welche nicht Konsuln gewesen waren, vorzugsweise den höhern Kriegsbefehlshabern, Provinzialstatthaltern und andern hohen Staatsbeamten, weshalb auch die Inhaber gewisser Ämter regelmäßig diesen Titel führten (z. B. Consulares aquarum). Vgl. Konsul.

Consulta (ital., span.), beratende Versammlung; auch s. v. w. Staatsrat.

Consumo, s. Portwein.

Consus, eine altitalische Saat- und Ehegottheit, welcher zu Ehren die Consualia dreimal im Jahr (7. Juli, 21. Aug. und 15. Dez.) gefeiert wurden. Das Hauptfest, an welches die Sage auch den Raub der Sabinerinnen knüpfte, war das im August. Der Flamen (Opferanzünder) des Quirinus (Romulus) und die vestalischen Jungfrauen besorgten das Opfer; die Pontifices hielten die circensischen Rennen mit Wagen und losen Pferden ab. Wenn dabei alles von der Arbeit ruhte, Mensch und Tier bekränzt sich pflegte, so deutet das auf ein Erntefest. Ähnlich verlief die Feier im Dezember (wenige Tage vor den Saturnalien, also wohl zum Abschluß der Saatzeit). Eigentümlich war dem Gott ein in der Erde steckender und zu jedem Fest erst aufgedeckter Altar. Auch dieses deutet offenbar auf eine aus der Stille des Erdenschoßes segenspendende Macht hin.

Cont., auf Rezepten Abkürzung für contusus (s. d.).

Contades (spr. kongtad), Louis Georges Erasme, Marquis de, Marschall von Frankreich, geb. 11. Okt. 1704 bei Beaufort in Anjou, trat 1720 in die französische Armee, zeichnete sich in den Kriegen 1733-48 unter dem Marschall von Sachsen durch Pünktlichkeit, Vorsicht und Wachsamkeit aus, rückte allmählich zum General auf und befehligte 1757-58 im Siebenjährigen Krieg unter d'Estrées und Clermont ein Korps der Armee am Niederrhein. Nach der Niederlage Clermonts bei Krefeld ward er an dessen Stelle 1758 zum Oberbefehlshaber der Armee ernannt und, nachdem es ihm gelungen, den Herzog Ferdinand von Braunschweig auf das rechte Rheinufer zurückzudrängen,

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