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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Contre-fort - Convolvulus.

Contre-fort (franz., spr. kongtr-for), Strebepfeiler.

Contre-maître (franz., spr. kongtr-mätr), Werkführer, Faktor.

Contreras, 1) Juan Senen de, span. General, geb. 1760 zu Madrid, bereiste seit 1787 im Auftrag Karls III. behufs Militärstudien England, Frankreich, Preußen, Österreich und Rußland und wohnte 1788 einem Feldzug gegen die Türken und der Eroberung Chotins unter Prinz Koburg bei. Zurückgekehrt, gab er 1791 sein Reisetagebuch und eine Geschichte des türkischen Feldzugs von 1788 heraus. Nach Ausbruch des Kriegs gegen Frankreich 1808 wurde er von der Junta von Sevilla beauftragt, Alemtejo und Algarve zu revolutionieren. Er warf Junot zurück; organisierte die Volkserhebung, folgte dem Herzog von Infantado in die Sierra Morena, hielt mit 11,000 Mann bei Montrion die französische Hauptmacht auf und focht bei Talavera auf Wellingtons linkem Flügel. Er ward darauf Divisionskommandeur und erhielt endlich den Oberbefehl über ein Armeekorps zur Deckung des Landes zwischen Tajo und Guadiana. Nachdem er Badajoz gerettet und in mehreren Gefechten gesiegt hatte, wurde er Generalkapitän von Galicien, stellte hier die Ordnung her und verteidigte dann das schwach befestigte Tarragona. Dasselbe fiel endlich, C. wurde gefangen und, da er nicht zu Napoleon I. übertreten wollte, nach dem Schloß von Bouillon abgeführt, aus dem er im Oktober 1812 entsprang. Er entkam glücklich nach London, wo er einen Bericht über die Belagerung von Tarragona veröffentlichte, der 1825 auch in der Pariser Sammlung der "Mémoires relatifs aux révolutions de France et d'Espagne" (Bd. 3) abgedruckt wurde. Mit Ferdinand VII. kehrte C. nach Spanien zurück, lebte fortan nur seinen Studien und starb 1826.

2) Juan, span. General, geb. 1807 zu Pisa, wohin sich seine Eltern geflüchtet hatten, erwarb sich seine ersten militärischen Grade in den Reihen der Christinos während des Erbfolgekriegs 1833-42. Seit 1845 General, nahm er stets den thätigsten Anteil an den Verschwörungen gegen Isabella, besonders im Juni 1866, August 1867, September 1868. Nach dem Sturz Isabellas wurde C. 1868 von Prim zum Generalkapitän von Katalonien ernannt, verlor diese Stelle später, erhielt sie im Februar 1873 wieder, hielt aber unter den Truppen des föderalistisch gesinnten Barcelona so schlechte Disziplin, daß er schon im März abberufen werden mußte. Von da an trat seine föderativ-republikanische Gesinnung immer mehr hervor, und als die Grundsätze der Föderation von der Regierung und den Cortes proklamiert wurden, das Land in einen Staatenbund zu zerfallen drohte und Murcia und andre Provinzen sich für unabhängige Staaten erklärten, begab sich C. nach Cartagena, das mit den dort befindlichen Kriegsschiffen in die Gewalt der Föderalisten gefallen war, und wurde zum Präsidenten der dort eingesetzten revolutionären Regierung ernannt. Als er sich in Cartagena nicht mehr zu halten vermochte, verließ C. 11. Jan. 1874 auf der Fregatte Numancia den Hafen von Cartagena, durchbrach die Blockade der fünf spanischen Schiffe, landete 13. Jan. bei Mers el Kebir in Algerien und ergab sich den französischen Behörden.

Contrexéville (spr. kongtreckssewil), Dorf im franz. Departement Vogesen, Arrondissement Mirecourt, am Vair und an der Ostbahn, mit 728 Einw. und kalten Stahlquellen (10° C.), welche gegen Skrofulose, Stein, Verschleimung der Nieren, schwache Verdauung etc. wirksam sind. Jährlich werden ca. 100,000 Flaschen versandt.

Contubernium (lat.), im alten Rom die Verbindung eines Sklaven mit einer Sklavin (mit Einwilligung des Herrn) im Gegensatz zur Ehe der Freien. Die beiden Gatten hießen Contubernales und wurden durch das Los, durch den Willen des Herrn oder durch eigne Neigung zusammengeführt. Da es keine eigentliche Ehe war, so galt der Bruch des Verhältnisses nicht als Adulterium (Ehebruch). C. hieß auch die Heirat eines Freien und einer Sklavin oder eines Sklaven und einer Freien.

Contucci (spr. -tuttschi), Andrea, Bildhauer, s. Sansovino 1).

Contumacia (lat.), s. Kontumaz.

Contus (lat.), Spieß, Waffe der röm. Reiterei, ward sowohl als Lanze wie als Wurfspieß angewendet, kam aber wohl erst in später Zeit in Gebrauch. Die damit Bewaffneten hießen Contarii.

Contusus (lat.), zerquetscht, zerstoßen (auf Rezepten gebräuchlich), vgl. Concisus.

Conty (spr. kongti), Stadt im franz. Departement Somme, Arrondissement Amiens, an der Celle und der Nordbahn, mit 976 Einw., Stammhaus der Fürsten von Bourbon-Conti.

Conurus, s. Papageien.

Conus (lat., "Kegel"), in der Botanik s. v. w. Zapfen, der Blüten- und Fruchtstand der meisten Nadelhölzer (s. Koniferen).

Convallaria L. (Maiblume), Gattung aus der Familie der Asparagaceen, ausdauernde Kräuter mit kriechenden Wurzelstöcken, elliptischen bis elliptisch-lanzettlichen Blättern, glocken- oder röhrenförmigen Blüten in einseitswendiger Traube und kugeligen, dreifächerigen, meist dreisamigen Beeren. C. majalis L. (Maililie, Maiglöckchen), mit oval-lanzettförmigen Wurzelblättern und weißen, wohlriechenden, kugelig-glockenförmigen Blüten und roten Beeren, wächst in schattigen und trocknen Hainen und Laubwäldern durch ganz Europa, Nordasien und Nordamerika, wird häufig in Gärten kultiviert und getrieben (namentlichen Berlin). Die Wurzel galt früher als Mittel gegen Epilepsie, ist aber jetzt ganz obsolet. Die Blüten (Springaufblumen, Nieseblumen) schmecken bitter und scharf; daraus bereiteter Maiblumenessig wird als Hausmittel gegen Kopfschmerzen gebraucht, und getrocknet werden sie zu Niespulver benutzt. Sie enthalten Convallarin und Convallamarin. C. Polygonatum L., s. Polygonatum.

Convenae, Volk, s. Konvener.

Conventio in manum (lat.), bei den Römern der Akt der Verehelichung, durch welchen die Braut der väterlichen Gewalt entzogen und unter des Mannes Herrschaft gestellt war. Man zählte dies zu den Fällen der Capitis deminutio minima.

Conventus (lat.), s. Konvent.

Conversano, sehr alte Stadt in der ital. Provinz Bari, auf einem Hügel 8 km vom Adriatischen Meer gelegen, ist Bischofsitz, hat alte Mauern, ein Kastell, eine schöne Kathedrale, ein Seminar und (1881) 11,006 Einw., die Handel mit Wein, Oliven, Mandeln und Baumwolle treiben.

Conveyer (engl., spr. konwéh-er, "Fortschaffer", Mehlschraube), in Mühlwerken die Schnecke zum Fortschaffen des Getreides und des Mehls.

Convoi (franz., spr. kongwoa), s. Konvoi.

Convolvulus L. (Winde), Gattung aus der Familie der Konvolvulaceen, aufrechte, niederliegende oder windende Kräuter oder Halbsträucher, oder aufrechte, sehr ästige, bisweilen dornige Sträucher mit ganzen oder gelappten Blättern, einzeln achselständigen oder in Trugdolden stehenden, trichter-^[folgende Seite]

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