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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Copernicus - Coppino.

Es wird, geschmolzen, als Karnauba- oder Cereawachs vielfach nach Europa gebracht und zu Kerzen, Firnissen, zum Glänzendmachen des Sohlleders etc. benutzt. Die Fasern verarbeitet man zu Tauen, Matten, die bittere Frucht wird roh und gekocht von den Indianern gegessen, und aus dem Mark des Stammes gewinnt man Mehl (Farinha). Vgl. Macedo, Notice sur le palmier Carnauba (Pariser Ausstellung 1867). Einige C.-Arten werden in unsern Palmhäusern kultiviert.

Copernicus, s. Kopernikus.

Copĭa (lat.), Menge, Fülle; Vervielfältigung eines Schriftstücks etc. (s. Kopie).

Copiapó (San Francisco de la Selva), Hauptstadt der Provinz Atacama in Chile, am Nordufer des Flusses gleichen Namens, der, meist trocken, nur selten beim Dorf Puerto de C., 65 km unterhalb, das Meer erreicht, und 395 m ü. M. Die Gegend ist wüst und regenarm. Die Stadt ist hübsch, doch der Erdbeben halber nur leicht gebaut und mit Gas beleuchtet. Sie hat ein Krankenhaus, zwei höhere Schulen, eine Bergbauschule und (1882) 1200 Einw., die sich namentlich mit Schmelzen von Silber- und Kupfererzen beschäftigen und lebhaften Handel treiben. Eine Eisenbahn verbindet dieselbe mit dem Hafen Caldera und mit den ergiebigen Silbergruben von Chañarcillo, derem Entdecker Juan Godoi auf dem Hauptplatz ein Denkmal errichtet wurde. 110 km östlich von C. liegt der 6000 m hohe Vulkan von C. C. ist Sitz eines deutschen Konsuls.

Copla (span.), Kouplet, Strophe; Bonmot.

Copland, James, Mediziner, geb. 1792 zu Deerneß auf den Orkneys, studierte seit 1807 in Edinburg, praktizierte seit 1818 in London, übernahm 1822 die Redaktion des "London Medical Repository" und starb 12. Juli 1870. Sein Hauptwerk ist das "Dictionary of practical medicine" (Lond. 1833-58, 4 Bde.; neue Ausg. 1865; deutsch von Kalisch, Berl. 1834-59, 11 Bde.). Außerdem schrieb er: "Outlines of pathology and practical medicine" (Lond. 1822); "Elements of physiology" (nach Richerand, das. 1824); "On pestilential cholera" (das. 1832); "On the diseases of warm climates" (mit Annesley, anonym); "On palsy and apoplexy" (das. 1850); "On consumption and bronchitis" (das. 1861).

Copley (spr. koppli), John Singleton, engl. Maler, geb. 3. Juli 1737 zu Boston in den Vereinigten Staaten, besuchte von 1774 bis 1776 Italien, wurde 1779 Mitglied der königlichen Akademie in London und starb 1815. Seine hervorragendsten Werke sind: der Tod Chathams, der Tod des Majors Pierson, König Karl I. im Parlament; ein großes See- und Schlachtenbild, den Moment darstellend, wo der holländische Admiral de Winter seinen Degen an Duncan übergibt, reich an Porträten; die Familie des Königs Georg III., die Schlacht von Trafalgar u. a. V. Green, W. Humfred, Dunkarton, Piquenot u. a. haben nach ihm gestochen. C. starb 9. Sept. 1815 in London. Sein Sohn ist der bekannte Lordkanzler Lyndhurst. Vgl. Perkins, A sketch of the life of C. (Boston 1873).

Coppée, François, franz. Dichter, geb. 26. Jan. 1843 zu Paris, erwarb sich noch sehr jung einen Ruf als Lyriker durch Veröffentlichung verschiedener Gedichte, die eine ungewohnte Originalität bekundeten, und galt bald als eins der ausgezeichnetsten Mitglieder der neuen Dichterschule der "Parnassiens". Er veröffentlichte die Gedichtsammlungen: "Le reliquaire" (1866) und "Les intimités" (1868), dann die von der Bühne herab deklamierte und mit vielem Beifall aufgenommene "Grève des forgerons" ein Plaidoyer für die arbeitenden Klassen (auch in Deutschland u. d. T.: "Der Streik der Schmiede" bekannt), und "Le passant" (1869), ein einaktiges poetisches Drama (übersetzt von Baudissin, Leipz. 1874), das, durch die meisterliche Darstellung der Sarah Bernhardt gehoben, besonders zu der ungewöhnlichen Popularität beitrug, deren sich der Dichter in Frankreich erfreut. Geringern Anklang fanden die spätern dramatischen Versuche: "L'abandonnée" (1871); "Le luthier de Crémone", Einakter (1876); das fünfaktige historische Drama "Madame de Maintenon" (1882); "Severo Torelli" (1883) u. a. Spätere Gedichtsammlungen sind: "Les Humbles" (1872) und "Le cahier rouge" (1874). Als erzählender Dichter versuchte er sich mit: "Une idylle pendant le siége" (1875); "Olivier" (1875; deutsch von W. v. Baudissin, Basel 1880; von v. Vincke, Stuttg. 1883); "L'exilée" (1876); "Récits et élégies" (1878) und "Vingt contes nouveaux" (1883). Seit 1884 ist C. Mitglied der französischen Akademie. Seine "Œuvres complètes" erschienen 1884 in 6 Bänden; eine Auswahl aus seinen Dichtungen in deutscher Bearbeitung veröffentlichte R. Waldmüller unter dem Titel: "Kleine Geschichten aus Frankreich" (Stuttg. 1881).

Copperah, s. Kopra.

Copperheads, in den Vereinigten Staaten von Nordamerika Name derjenigen Einwohner der Nordstaaten, welche im letzten Bürgerkrieg auf seiten der Südstaaten standen und diesen unter dem Deckmantel konstitutioneller Opposition Vorschub zu leisten suchten. Besonders viele Iren schlossen sich ihnen an. Im Juli 1863 versuchten sie sogar einen Aufstand in New York. Bei der Präsidentenwahl von 1864 wurde der Name C. auf alle diejenigen ausgedehnt, welche die gewaltsame und bedingungslose Unterwerfung der Südstaaten mißbilligten.

Coppermine River, s. Kupferminenfluß.

Copperópolis, Bergbauort im nordamerikan. Staat Kalifornien, am Fuß der Sierra Nevada, 40 km westlich von Stockton, mit 1861 entdeckter Kupferkiesgrube, aber nur (1880) 142 Einw.

Coppet (spr. -pä), Ort im schweizer. Kanton Waadt, in reizender Ufergegend des Genfer Sees, an der Eisenbahn Genf-Lausanne, mit (1880) 488 Einw. Das Schloß ist berühmt als Aufenthalt Bayles und durch den Kreis gefeierter Namen, welche Frau v. Staël, die Erbin des Schlosses, hier um sich versammelte: Saussure, A. W. v. Schlegel, Sismondi, Chamisso, Benj. Constant. Frau v. Staël und ihr Vater, der Minister Necker, sind hier beigesetzt. Jetzt gehört das Schloß dem Herzog von Broglie, dem Enkel der Frau v. Staël.

Coppi, Antonio, ital. Schriftsteller, geb. 12. April 1782 zu Andezeno in Piemont, ward im Seminar zu Turin erzogen und trat in den Paccanaristenorden, lebte seit 1806 in Rom mit ökonomischen und historischen Studien beschäftigt, verwaltete daneben das Vermögen des Fürsten Filippo Colonna, dann das des Fürsten Rospigliosi und starb 24. Febr. 1870 in Rom. Er schrieb: "Sulla servitù e libera proprietà dei fondi" (2. Aufl. 1842); "Sulle finanze di Roma nei secoli di mezzo" (1855). Sein Hauptwerk ist die "Continuazione degli Annali d'Italia del Muratori dal 1750" (bis 1861; Flor. u. Lucca 1824-1868, 16 Bde.). Auch gründete er 1813 die Accademia Tiberina in Rom.

Coppīno, Michele, ital. Gelehrter und Staatsmann, geb. 1. April 1822 zu Alba in Piemont als Sohn eines Schuhmachers, erlangte nach Absolvie-^[folgende Seite]

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