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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Corigliano Calabro; Corinth; Corinto; Coriolano; Coriolanus; Corioli; Corisco; Corium; Cork

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Corigliano Calabro - Cork.

einen dunkelroten, sehr angenehm schmeckenden Saft enthalten. Die Samen sind giftig, weshalb die Neuseeländer beim Genuß der Beeren oder ihres Saftes, in den sie ihre gebackene Farnwurzel tauchen, jene vorsichtig entfernen. Von C. nepalensis Wall., aus dem Himalaja, die in allen Teilen größer ist als C. myrtifolia und gleichfalls als Zierstrauch kultiviert wird, sollen die Früchte ohne Nachteil genossen werden; von C. ruscifolia L., in Peru, dienen die Früchte zum Gerben und Schwarzfärben. C. thymifolia, in Neugranada, enthält einen rötlichen, bald schwarz werdenden Saft, der eine so treffliche Tinte liefert, daß zur spanischen Zeit alle offiziellen Dokumente damit geschrieben werden mußten.

Corigliano Calabro (spr. koriljano), Stadt in der ital. Provinz Cosenza, Kreis Rossano, liegt 5 km vom Ionischen Meer an der Kalabrischen Küstenbahn, hat ein Kastell, einen Aquädukt und (1881) 12,271 Einw., welche Wein- und Getreidebau treiben. C. ward 1806 von den Franzosen zerstört.

Corinth, kleiner, aber strategisch wichtiger Ort im nordöstlichen Teil des nordamerikan. Staats Mississippi, mit (1880) 2275 Einw.; diente den Konföderierten während des Bürgerkriegs als hauptsächlichster Verbindungspunkt zwischen dem Osten und Westen ihres Gebiets, ward daher befestigt und wiederholt Schauplatz größerer Kämpfe. Anfang April 1862 standen die Unionisten unter Grant und die Armeen der beiden südstaatlichen Generale Beauregard und Johnston bei dem nur wenige Meilen von C. entfernten Shiloh in zweitägigem Kampf einander gegenüber. Unter Hallecks Führung zogen die Unionstruppen hierauf noch näher an C. heran und lieferten den Konföderierten bei Farmington, östlich von C., 5. und 9. Mai zwei siegreiche Treffen. Ehe der Monat zu Ende ging, war der wichtige feste Punkt C. den Händen der Konföderierten entwunden. Im Oktober desselben Jahrs suchten dieselben unter General Price aufs neue in den Besitz von C. zu kommen, wurden indes von General Rosecrans, welcher inzwischen dort sein Hauptquartier aufgeschlagen hatte, zurückgeworfen und verfolgt, bis sie am Fluß Hatchie eine vollständige Niederlage erfuhren.

Corinto, Hafen, s. Realejo (Nicaragua).

Coriolano, italienisierter Name einer Familie aus Nürnberg, welche eigentlich Lederer hieß.

1) Christoph, Formschneider, geboren zu Nürnberg, ließ sich um 1560 in Venedig nieder und schnitt hier in Holz, namentlich für die Ornithologie des Ulysses Aldrovandini, die "Ars gymnastica" des Mercurialis, ferner die Künstlerbildnisse zu Vasaris "Vite de' pittori, scultori ed architetti" (Ausgabe von 1568).

2) Bartolommeo, wahrscheinlich jüngerer Bruder des vorigen, geb. 1599 zu Bologna, gest. 1676, war der letzte bedeutende italienische Formschneider. Er wandte gewöhnlich zu seinen Werken drei Helldunkelplatten an. Seine Blätter sind zumeist nach Guido Reni ausgeführt. Die Daten auf seinen Blättern gehen von 1630 bis 1647.

Coriolanus, Gnäus Marcius, röm. Patrizier, zeigte schon als Jüngling entschlossenen Mut und zeichnete sich besonders bei der Belagerung der Volskerstadt Corioli aus, weshalb er den Ehrennamen C. erhalten haben soll. Bald aber verdunkelte er den erworbenen Ruhm durch seine rücksichtslose Schroffheit gegenüber dem Volk. Als nämlich zur Linderung einer Teurung der Senat in Sizilien Getreide aufgekauft hatte, wollte C. dasselbe dem Volk nur unter der Bedingung überlassen wissen, daß es auf das vor kurzem eingesetzte Volkstribunat verzichte. Er wurde deshalb von den Volkstribunen in Anklagestand versetzt und trotz der eifrigen Bitten der Patrizier von den Tributkomitien (491 v. Chr.) für schuldig erklärt, worauf er voll Rachedurst nach Antium zu den Volskern ins Exil ging. Von diesen neben Attius Tullius zum Feldherrn gewählt, brach er an der Spitze eines Heers in das römische Gebiet ein und drang bis in die Nähe von Rom vor (488). Von hier aus verwüstete er die Ländereien der Plebejer, verschonte aber die der Patrizier, um den Samen zu neuem Hader in Rom auszustreuen. Hier war alles in der äußersten Bestürzung; das Volk beschuldigte den Senat des Einverständnisses mit C. und weigerte sich, die Waffen zu ergreifen; der Senat sah sich daher genötigt, mit C. in Unterhandlung zu treten. C. erklärte aber den an ihn abgesandten Senatoren: ehe er sich auf eine Unterhandlung einlassen könne, müsse den Volskern alles ihnen früher entrissene Land zurückgegeben werden. Auch die Priester und Augurn, die, mit ihren heiligen Amtsinsignien angethan, im feindlichen Lager erschienen, brachten keinen günstigere Bescheid zurück. Endlich zogen die römischen Frauen, an ihrer Spitze des C. alte Mutter Veturia und seine Gattin Volumnia mit seinen beiden kleinen Söhnen, ins Lager. Die mahnende Anrede der Mutter brach Coriolans Trotz. Mit den Worten: "Rom hast du gerettet, Mutter, aber deinen Sohn hast du verloren!" ließ er das Zeichen zum Rückzug geben. Die Nachrichten über sein Ende lauten verschieden. Nach einigen soll ihn Tullius des Verrats angeklagt und einen Aufstand gegen ihn angestiftet haben, in welchem er erschlagen worden sei; nach andern soll er ein hohes Alter erreicht und sein Exil oft beklagt haben. Die Frauen errichteten an dem Ort, wo sie ihr Vaterland gerettet hatten, der weiblichen Fortuna einen Tempel, in welchem Veturia Oberpriesterin wurde. C.' Leben hat Plutarch beschrieben; seine Schicksale haben Shakespeare und unter den Deutschen Collin zu Tragödien verarbeitet.

Corioli, Stadt in Latium, Waffenplatz der Volsker, von Marcius (daher "Coriolanus" genannt) zerstört und schon in der spätern Römerzeit spurlos verschwunden. Heute Monte Giove bei Ariccia (?).

Corisco, Bai an der Westküste von Afrika, bildet ein Glied des Golfs von Guinea und wird im Norden durch das Kap San Juan (Ninje), im Süden durch das Kap Esteiras begrenzt. In dieselbe fließt der für größere Schiffe hinlänglich tiefe Muni (Danger River), dessen Mündung gegenüber die Inseln Klein-Eloby (mit Hamburger Faktorei), Groß-Eloby und weiterhin die Insel C. (mit amerikanischer Missionsstation) liegt. Diese Inseln sind von mäßiger Höhe und fruchtbar; sie gehören mit dem nördlichen Küstenland der Bai zu Spanien, während das südliche einen Teil der französischen Kolonie Gabun bildet.

Corium (lat.), Lederhaut, s. Haut.

Cork, die größte Grafschaft der irischen Provinz Munster, reicht vom Kenmare River bis zum Hafen von Youghal und hat einen Flächenraum von 7485 qkm (135 QM.). Die Küste hat eine Entwickelung von nahezu 320 km mit zahlreichen sichern Häfen und Buchten, unter denen die Bantrybai, Dunmanusbai, Long Island-Bai im äußersten Westen, die Clonakiltybai, die Häfen von Kinsale, C. und Youghal an der Südküste die bedeutendsten sind. Die Oberfläche ist größtenteils hügelig, und nur nördlich am Blackwater und im östlichen Teil der Grafschaft kommen Ebenen von größerer Ausdehnung vor. Die Hügel erreichen ihre bedeutendste Höhe im W., wo

^[Artikel, die unter C vermißt werden, sind unter K oder Z nachzuschlagen.]