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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Coronilla; Coronini-Cronberg; Corossosnüsse; Corot; Corozal; Corpi; Corpŏra amylacĕa

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Coronilla - Corpora amylacea.

die nötigen Recherchen vorzunehmen, auch die Untersuchung bei Schiffbruch zu führen und die Bergung der auf den Wracken befindlichen Gegenstände zu überwachen hat.

Coronilla L. (Kronwicke), Gattung aus der Familie der Papilionaceen, Kräuter oder Sträucher mit unpaarig gefiederten Blättern, gelben, seltener rötlichen Blüten in langgestielten, blattwinkelständigen Dolden (die gleichsam eine Krone bilden) und länglicher, stielrunder oder vierkantiger Gliederhülse, welche später meist in ihre einzelnen Glieder zerfällt. Etwa 20 Arten, meist in den Mittelmeerländern. C. Emerus L. (Skorpionskronwicke), ein bis 2 m hoher Strauch Südeuropas, mit dreipaarigen Blättern und zahlreichen gelben, meist zu drei stehenden Blüten, dient zur Zierde der Parkanlagen. Die widrig schmeckenden Blätter waren sonst als abführendes Mittel im Gebrauch und enthalten einen indigoartigen blauen Farbstoff. C. varia L. (bunte Peltschen, Schaflinsen), ein 60-90 cm hohes Kraut mit niederliegenden Zweigen und blaßrot und weißen Blüten in 16-20blütigen, vor dem Aufblühen hängenden Dolden, findet sich durch ganz Europa. Das Kraut schmeckt unangenehm bitter, etwas salzig und wird für giftig gehalten.

Coronilla (spr. -nillja), span. Münze, s. Escudillo d'oro.

Coronini-Cronberg, 1) Johann Baptist Alexius, Graf von, österreich. Feldzeugmeister, geb. 16. Nov. 1794 zu Görz, trat 1813 als Kadett in das österreichische Pionierkorps, diente 1814 im italienischen Freikorps unter Oberst Schneider, trat 1824 in modenesische, dann wieder in österreichische Dienste. Als Hauptmann stand er mehrere Jahre in Italien, bis er 1836 als Kämmerer dem Erzherzog Franz Karl zugeteilt und zum zweiten Erzieher des ältesten Sohns desselben, des jetzigen Kaisers Franz Joseph, ernannt wurde. 1837 ward er Major, 1843 Oberst, 1848 Generalmajor und Brigadier in Südtirol, wo er die nach Italien führenden Pässe zu hüten hatte, und 1849 Feldmarschallleutnant und Adlatus des kommandierenden Generals in Slawonien und Kroatien. 1850 wurde er Militär- und Zivilgouverneur im Banat und in der serbischen Woiwodschaft. 1854 befehligte er das Observationskorps, welches Österreich während des Krimkriegs an der türkisch-russischen Grenze aufstellte, und besetzte die Walachei, die er erst 1856 wieder räumte. Zum Feldzeugmeister befördert, war er vom 28. Juli 1859 bis 19. Juni 1860 Banus von Kroatien. 1861 ward er an Benedeks Stelle kommandierender General in Ungarn, 1865 auf seine Bitten dieser Stelle enthoben und in den Ruhestand versetzt. Er starb 26. Juli 1880 auf seinem Schloß bei Görz.

2) Franz, Graf, österreich. Politiker, geb. 18. Nov. 1833, Sohn des vorigen, wurde nebst Taaffe mit dem jetzigen Kaiser Franz Joseph erzogen, studierte anfangs Philosophie und Jurisprudenz, trat aber 1850 in ein Dragonerregiment, ward 1859 Major im Adjutantenkorps, 1865 Oberstleutnant im 2. Kürassierregiment, zeichnete sich in der Schlacht von Königgrätz aus und nahm 1867 als Oberst seinen Abschied. Er zog sich nach Görz zurück, wo er 1870 zum Landeshauptmann ernannt und gleichzeitig zum Mitglied des Landtags sowie 1871 zum Abgeordneten im Reichsrat gewählt wurde. Er gehörte anfangs zum Klub der Linken, ging bei den Verhandlungen über den zweiten Ausgleich zum Fortschrittsklub über, der ihn zu seinem Obmann wählte, trennte sich aber 1878 von demselben, da er ein eifriger Annexionist war und Andrássys Orientpolitik, namentlich die Okkupation Bosniens, entschieden billigte, auch als Präsident der Delegation eifrig unterstützte. Am 14. Okt. 1879 ward er zum Präsidenten des Abgeordnetenhauses erwählt, legte aber im März 1881 wegen Differenzen mit der Verfassungspartei das Amt nieder und bildete im Abgeordnetenhaus eine regierungsfreundliche Mittelpartei.

Corossosnüsse, s. Elfenbein.

Corot (spr. -ro), Camille, franz. Maler, geb. 20. Juli 1796 zu Paris, besuchte zuerst das Lyceum von Rouen und kam dann in eine Buchhandlung, die er aber 1822 wieder verließ, um sich der Kunst zu widmen. Nachdem er Michallons und V. Bertins Unterweisung genossen, ging er 1826 nach Italien und brachte 1827 ein Gemälde: Gegend bei Nemi, im Pariser Salon zur Ausstellung. Das wahre Talent Corots trat erst zu Tage, als er die französischen Gegenden zu durchstreifen und die Natur in ihren elementaren Äußerungen zu belauschen anfing. Im Anfang der 50er Jahre war Corots eigentümliche Naturanschauung zum vollen Durchbruch gekommen. Allmählich wich die Gleichgültigkeit, mit der man seine Werke anfangs aufgenommen, begeistertem Beifall auf seiten der Künstler und des Publikums. Corots Auffassung war eine vorwiegend lyrische, sentimentale; er wählte sich seine Stoffe nicht, um ein spezielles, treues Landschaftsbild daraus zu gestalten, sondern um in ihnen besondere Stimmungen, die ihn erfüllten, auszuprägen. Er legte darum keinen Wert auf die "schöne Ansicht", sondern einfache Motive, kleine Naturausschnitte, meist mit Nymphen bevölkert, Wald, Feld, ein Weiher, genügten ihm, um in ihrer Gesamterscheinung eine feierliche Ruhe, ein silbernes Licht, die Bewegung des Windes zur Anschauung zu bringen; er löste die einzelnen Formen der Natur in ihre Luft- und Lichtwirkungen auf und umhüllte sie zumeist mit einem klaren, hellen Grau, das die Kontraste und Härten milderte, ja oft völlig unterdrückte und daher leicht reizlos wurde. Er bedurfte dazu eines breiten Vortrags, der die Wirkung des Ganzen sicherte. Wie poetisch auch seine Bilder erscheinen, so läßt sich doch nicht leugnen, daß manche einen gar zu skizzenhaften Eindruck machen, und daß man die Abgeneigtheit des Künstlers vor der Wiedergabe fester Formen sehr oft unangenehm empfindet. Jedenfalls war dadurch der Jugend ein gefährliches Beispiel gegeben: solche Bilder ließen sich leicht hervorbringen, und der angehende Künstler gewöhnte sich daran, mit ein paar flüchtigen Strichen und einem grauen Gesamtton ähnliche Effekte zu erreichen, die doch bei C. das Ergebnis längerer und sorgfältiger Studien gewesen waren. Auf diese Weise hat C. vielen Schaden, nicht bloß in Frankreich, angerichtet. Im Museum zu Marseille befindet sich eine Ansicht von Riva (1835), in dem von Avignon ein italienischer Morgen (1842), im Luxembourg zu Paris ein Morgen (1851), in dem zu Rouen ein Morgen in Ville d'Avray (1868) etc. Er starb 23. Febr. 1875 in Paris. Vgl. Dumesnil, C., souvenirs intimes (Par. 1875); Robaut, Camille C. (das. 1880); Rousseau, C. C. (das. 1884).

Corozal, Villa im Staat Bolivar der Bundesrepublik Kolumbien, 240 km südlich von Cartagena in viehreicher Savanne, hat Tabaksbau, Brennerei, Fabrikation geschätzter Hängematten u. (1870) 6309 Einw.

Corpi Santi di Milano, s. Mailand.

Corpŏra amylacĕa, sehr kleine, homogene oder konzentrisch geschichtete, matt glänzende Körperchen, treten im Gefolge lokaler Krankheiten in verschiede-^[folgende Seite]

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