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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Corvus; Corydalis; Coryllis; Corylus; Corymbus; Corypha; Coryphaena; Coryza; Cos.; Cosa; Cosalá; Coscile; Coseguina; Cosel

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Corvus - Cosel.

Corvus, Rabe; Corvidae (Raben), Familie aus der Ordnung der Sperlingsvögel (s. d.).

Corydalis Dec. (Hohlwurz, Taubenkropf), Gattung aus der Familie der Fumariaceen, einjährige oder ausdauernde Gewächse, häufig mit knolligem Wurzelstock, bisweilen rankend, mit zarten, dreizählig-fiederig zusammengesetzten Blättern, in Ähren oder Trauben stehenden Blüten, unregelmäßiger, am Grund höckeriger oder gespornter Blumenkrone und zweiklappiger, vielsamiger, schotenförmiger Kapsel; etwa 70 Arten, die meist der nördlichen gemäßigten Zone, besonders Europa und Asien, angehören. C. cava Schw. et K. (Lerchensporn), mit knolliger, hohler Wurzel und kleinen, purpurrötlichen, seltener weißen Blüten, ausdauernd, wächst in Gebüschen und Laubwäldern durch ganz Europa. Die Wurzel (Hohlwurzel, Herzwurz) war früher offizinell. Sie enthält ein kristallisierbares, nicht flüchtiges Alkaloid, Corydalin C18H19NO4 ^[C_{18}H_{19}NO_{4}], dessen alkoholische Lösung alkalisch reagiert und bitter schmeckt. Es findet sich auch in der scharf bitter schmeckenden Wurzel von C. fabacea Pers. (mit blaßrot violetten Blüten), welche als große Erdrauchwurzel offizinell war. Mehrere C.-Arten werden als Zierpflanzen kultiviert.

Coryllis, s. Papageien.

Corylus, s. Haselstrauch.

Corymbus, Doldentraube, s. Blütenstand; C. cymiformis, Trugdoldenrispe (s. d.).

Corypha L. (Schirmpalme), Gattung aus der Familie der Palmen, bis 9 m hohe Bäume mit geringeltem oder gefurchtem, sehr geradem Stamm, langen, stachligen Blattstielen, fächerförmigen Blättern, endständiger Blütenrispe (weshalb sie nur einmal im Leben blühen können), hermaphroditischen, weißen oder grünen, stark riechenden Blüten und rundlichen, einsamigen Beeren. Die Gattung ist besonders im tropischen Amerika, auch in Ostindien, Kochinchina, auf den Molukken u. dem Australkontinent vertreten. C. umbraculifera L. (Schattenpalme, Fächerpalme, Tallipotbaum, s. Tafel "Palmen I"), an felsigen Orten auf Ceylon, auf der Küste Malabar etc., wird über 20 m hoch, hat 2 m lange, armdicke Blattstiele und 1,9 m lange, 4 m breite Blätter mit 95-100 Segmenten, welche allgemein als Sonnen- und Regenschirme benutzt werden. Auf solchen Blättern sind die heiligen Überlieferungen der Singhalesen mit metallenem Griffel eingegraben. Der Saft aus den Rispenästen wirkt brechenerregend und wird gegen Schlangenbisse angewendet; die Wurzel dient als Mittel gegen Durchfall; das Holz ist fest und hart, das Mark des Stammes liefert eine geringe Sorte Sago, die jungen Triebe geben guten Palmkohl, aus den harten Steinkernen werden allerlei Zieraten verfertigt. Aus den Blättern von C. Gebanga Bl. (Gebangpalme), auf Java, werden Körbe, Beutel, Hüte etc. geflochten, aus den Fasern Mützen, Hemden etc. gewebt. C. australis R. Br. (s. Tafel "Blattpflanzen II"), s. v. w. Livistona australis; C. cerifera Arend, s. v. w. Copernicia cerifera Mart. Mehrere C.-Arten werden in Palmhäusern kultiviert.

Coryphaena, Goldmakrele.

Coryza, der Schnupfen.

Cos., mathemat. Abkürzung für Cosinus.

Cosa (ital., "Sache, Ding"), in der Algebra (s. d.) Bezeichnung der unbekannten, zu findenden Größe (daher der Ausdruck "Regel Coß").

Cosa (Cossa), im Altertum Stadt in Etrurien, von Volci abhängig, nahe dem Meer auf der südlichen der beiden Landzungen gelegen, welche den Mons Argentarius mit dem Festland verbinden, 273 und 196 v. Chr. von Rom aus kolonisiert, mit gutem Hafen. Sie existierte bis ins 3. Jahrh. n. Chr. Ihre Ruinen, Ansidonia genannt, finden sich beim heutigen Orbetello. Wohl erhalten sind jedoch nur die Stadtmauern, oft bis zu einer Höhe von 9 m, mit vorspringenden viereckigen Türmen.

Cosalá, Bergwerksort im mexikan. Staat Sinaloa, 75 km südöstlich von Culiacan, an der nach Durango führenden Eisenbahn, hat Gruben von goldhaltigem Silber und 5000 Einw.

Coscile (spr. -schile, bei den Alten Sybaris), Fluß in der ital. Provinz Cosenza, entspringt am Abhang des Monte Polino und ergießt sich in den Crati, kurz vor dessen Mündung in den Golf von Tarent.

Coseguina, Vulkan in Mittelamerika, erhebt sich 1170 m hoch an der Fonsecabai und ist namentlich durch seinen gewaltigen Ausbruch von 1835 bekannt.

Cosel, 1) (Cossell) Anna Konstanze, Gräfin von, Geliebte Augusts des Starken, geb. 17. Okt. 1680 auf Deppenau im Holsteinischen als Tochter des dänischen Obersten v. Brockdorf, vermählte sich 1699 zu Wolfenbüttel mit dem sächsischen Kabinettsminister v. Hoym, der sie, um sie vor den Verführungen des Hofs zu sichern, auf seinen Gütern wohnen ließ. Infolge einer Wette erreichte es der Fürst von Fürstenberg doch, daß König August sie sah. Da dieser sich sofort wegen ihrer auffallenden Schönheit in sie verliebte, ließ sie sich nach einigem Sträuben von ihrem Gatten scheiden und wurde 1707 als Reichsgräfin von C. anerkannte Mätresse des Königs. Über neun Jahre behauptete sie sich in der Gunst des Königs und benutzte dieselbe zur Ansammlung eines großen Vermögens. Durch ihre Versuche, sich in die Regierung und die Politik einzumischen, machte sie sich aber die Minister, namentlich Flemming, zu Feinden. Als sie dem König 1716 nach Warschau folgen wollte, ward sie unterwegs zur Rückkehr nach Dresden genötigt, entfloh zwar nach Berlin, wurde aber, da sie sich weigerte, das Dokument, in welchem der König sie und ihre Kinder anerkannt hatte, herauszugeben, 1716 in Halle verhaftet und nach der Festung Stolpen gebracht. Da sie jede Auskunft über den Verbleib ihres Vermögens verweigerte, ward sie in strengem Gewahrsam gehalten; ihre Briefe blieben vom König unbeachtet. Nach dem Tode des Königs bot man ihr größere Freiheit an, doch wollte sie nunmehr ihr Gefängnis nicht mehr verlassen. Sie starb 31. März 1765. Sie war unbezweifelt eine der schönsten und geistreichsten Frauen ihrer Zeit, hochgebildet und besonders in der französischen Litteratur sehr bewandert, welche ihr in ihrer Gefangenschaft fast den einzigen Genuß gewährte. Von ihren mit August erzeugten und 1724 legitimierten Kindern war Friedrich August, Graf von C., geb. 1712, General der Infanterie und Kommandant der Garde du Korps, erbaute das Coselsche Palais in Dresden, legte den Coselschen Garten an und starb 1770 zu Sabor i. Schl.; eine Tochter, Auguste Konstanze, 1708-28, heiratete den Oberkammerherrn v. Friesen, die zweite, Friederike Alexandrine, 1709-84, den polnischen Großschatzmeister Grafen Moczinski. Vgl. K. v. Weber, Anna Konstanze, Gräfin von Cosell (im "Archiv für sächsische Geschichte", Bd. 9, 1870).

2) Charlotte von, unter dem Pseudonym Adelheid von Auer bekannt gewordene Schriftstellerin, geb. 6. Jan. 1818 zu Berlin als Tochter des Generals v. C., lebt seit 1848 in Schwedt a. d. O. In einer größern Anzahl von Romanen und Erzählungen, von denen wir "Fußstapfen im Sand" (Berl. 1868), "Modern", Roman in Briefen (das. 1868;

^[Artikel, die unter C vermißt werden, sind unter K oder Z nachzuschlagen.]