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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Cotentin - Cotopaxi.

und salzhaltige, kalte und warme Quellen (zu Auvillars, Corcelles, Santenay etc.) sind vorhanden, aber meist unbenutzt. Die Industrie beschäftigt sich hauptsächlich mit Eisenraffinerie und Fabrikation von Stahl- und Eisenwaren (besonders Waffen), Dampfmaschinen (in Dijon), Töpferwaren, Zement, Leder, Zucker, Papier, Kerzen, Seifen und Chemikalien, Wollzeugen (besonders groben Tuchen), Bier, Essig, Senf etc. Auch der Handel mit Getreide, Mehl, Holz, Kohlen, namentlich aber mit den Weinen des Departements, ferner mit Vieh (meist nach Paris), Pferden, Wolle, Honig, Eisen etc. ist lebhaft. Das Departement ist in die vier Arrondissements: Beaune, Châtillon sur Seine, Dijon und Semur geteilt. Hauptstadt ist Dijon. Vgl. Souhart und Neunreiter, Notice descriptive et statistique sur le département de C. (Par. 1880).

Cotentin (spr. kottangtäng), franz. Landschaft in der Normandie, zum Departement Manche gehörig, ist eine in den Kanal hinausspringende Halbinsel, die von den Höhenrücken des Cotentin durchzogen wird und im äußersten Nordwesten das Cap de la Hague bildet. Hauptstadt ist Coutances. Vgl. Dupont, Histoire du C. et de ses îles (Caen 1875, 2 Bde.).

Côte Rôtie (spr. koht rottih), eine Hügelreihe bei Ampuis im franz. Departement Rhône, längs des Flusses Rhône, auf der ein feuriger geschätzter Rotwein wächst.

Cotes (franz., spr. kott, Kotentafeln), s. Aufnahme, topographische.

Côte Saint-André, La (spr. koht ssängt-angdrē), Stadt im franz. Departement Isère, Arrondissement Vienne, an der Lyoner Bahn, mit altem, schön gelegenem Schloß und (1876) 3496 Einw., bekannt durch seinen Weißwein und seine vorzüglichen Liköre. C. ist Geburtsort von Berlioz.

Côtes du Nord (spr. koht dü nōr, Nordküsten), Departement im nordwestlichen Frankreich, grenzt nördlich an den Kanal La Manche, östlich an das Departement Ille-et-Villaine ^[richtig: Ille-et-Vilaine], südlich an Morbihan, westlich an Finistère und ist aus dem nördlichen Teil der Oberbretagne gebildet. Es umfaßt 6886 qkm (125 QM.). Das Land wird von den felsigen und schluchtenreichen Menébergen (höchste Erhebung 340 m) durchzogen, die zum großen Teil mit Heideflächen bedeckt und dünn bevölkert sind, während sich gegen die Küste hin fruchtbare, gut bevölkerte Ebenen ausbreiten. Die Küste selbst ist zerrissen und reich an tiefen Buchten, als deren bedeutendste die von St.-Malo, von Frénay und von St.-Brieuc, dann die Mündungsbaien des Trieux und Tréguier zu erwähnen sind. Unter den vielen Inseln längs der Küste sind die Bréhatinsel und die Siebeninselgruppe bemerkenswert. Bewässert wird das Departement von den Küstenflüssen Guer, Tréguier, Trieux mit Leff, Gouet, Gouessant, Arguenon, Rance etc., von denen mehrere schiffbar sind. Im S. steht es durch den Blavet, Oust und Lié mit dem Kanal von Nantes nach Brest in Verbindung. Das Klima ist im wesentlichen ein Seeklima, feucht und veränderlich, aber gesund. Die Bevölkerung zählte 1881: 627,585 Seelen (1866 noch 641,210). An Erzeugnissen des Mineralreichs fehlt es, vom Baumaterial abgesehen, ganz; doch gibt es Mineralquellen zu Dinan, Paimpol und St.-Brieuc. Der Ackerbau, welcher in neuerer Zeit große Fortschritte macht und einen Teil seiner Produkte exportiert, liefert namentlich in den Küstenebenen: Weizen, Gerste, Flachs, Hanf und Äpfel, die man meist zu Cider verwendet; im Innern: Roggen, Hafer, Buchweizen, Zwiebeln und geschätzten Kohl. Im ganzen kommen vom Areal auf Ackerland 424,000 Hektar, auf Wiesen 56,700 Hektar, auf Wald und Busch 36,000 Hektar, während 128,000 Hektar (im Innern) von Heideflächen eingenommen werden. Lebhaft wird die Viehzucht und die Fischerei der Sardellen, Makrelen und Heringe betrieben. Die Industrie fängt erst an, sich zu entwickeln; ihre Hauptzweige sind: Eisenhüttenbetrieb, Leinweberei, Papierfabrikation und Gerberei; auch der Handel, der hauptsächlich Getreide und Vieh gegen die Bedürfnisse an industriellen Artikeln eintauscht, ist nicht bedeutend. Das Departement zerfällt in die fünf Arrondissements: St.-Brieuc, Dinan, Guingamp, Lannion und Loudéac und hat St.-Brieuc zur Hauptstadt. Vgl. Jollivet, Les Cótes du Nord (Guingamp 1855-61, 4 Bde.).

Cotignola (spr. kotinjōla), s. Jochmus.

Cotin (spr. kottäng), Charles, franz. Dichter und Almosenier des Königs, geb. 1604 zu Paris, besaß gediegene Kenntnisse in der Theologie und Philosophie, besonders in den alten und orientalischen Sprachen, ward 1655 Mitglied der Akademie und starb 1682, vergessen und verlassen von allen. Die Unsterblichkeit seines Namens verdankt er den Spöttereien Boileaus und Molières. Letzterer brachte C., der ein eifriger Parteigänger des Hôtel Rambouillet war, in den "Femmes savantes" als "Trissotin" auf die Bühne. Seine Werke (ca. 12 Bde.) enthalten nichts Bedeutendes, seine Poesien sind meist wertlos.

Coton (franz., spr. -tóng), Baumwolle; baumwollenes Zeug; Cotonnerie, Baumwollpflanzung.

Cotonĕaster Med. (Quittenmispel), Gattung aus der Familie der Rosaceen, dornenlose Sträucher mit oft immergrünen, ganzen und ganzrandigen, bisweilen gekerbten, unterseits meist filzigen Blättern, weißen oder rötlichen Blüten, welche selten einzeln, meist am Ende verkürzter, selten verlängerter Zweige stehen und Doldentrauben oder doldentraubige Rispen bilden. Die Frucht ist eine Steinbeere mit 2-5 Kernen. 15 Arten. C. vulgaris Lindl. (C. integerrima Med., Zwergquitte, Steinmispel), ein Strauch von 1-2 m Höhe auf sonnigen Bergabhängen und Hügeln im mittlern Europa und im Orient, mit eiförmigen, ganzrandigen, unten graufilzigen Blättern, blaß fleischfarbigen Blüten und roten Früchten, welche herb schmecken und bloß eine Nahrung der Vögel sind, wird als Zierstrauch kultiviert. Das Holz ist sehr zäh und als Werkholz verwendbar. C. tomentosa Ait., aus Südeuropa, bis 1 m hoher Strauch mit breitlänglichen, unterseits graufilzigen Blättern, weißen oder rötlichen Blüten in gedrängten, rispigen Doldentrauben und früh erscheinenden, roten Früchten. C. nigra Wahlb., aus Nordeuropa und Sibirien, kleiner Strauch mit langgestielten, auf einem gemeinschaftlichen, überhängenden Stiel eine Doldentraube bildenden Blüten und schwarzen Früchten. C. Pyracantha L. (Crataegus Pyracantha Pers., Feuerdorn), aus Südeuropa und dem Orient, einer unsrer schönsten Ziersträucher, 1-2 m hoch, im Vaterland meist immergrün, oft dornig, mit länglichen oder elliptischen, gezähnelten, auf der Oberfläche glänzenden, durchaus unbehaarten Blättern, in Doldentrauben oder Rispen stehenden, weißen Blüten und runden, feuerroten Früchten, muß bei starker Kälte geschützt werden.

Cotopaxi (spr. -páchi), ein Vulkan der Kordilleren von Quito oder Ecuador, in der östlichen Kette südöstlich von der Stadt Quito, 5943 m hoch, der höchste der noch thätigen Vulkane der Erde; wurde von W. Reiß 27./28. Nov. 1872 zum erstenmal erstiegen. In den Jahren 1878 und 1880 hatte er Ausbrüche.

^[Artikel, die unter C vermißt werden, sind unter K oder Z nachzuschlagen.]