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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Couleur au feu; Coulisse; Coulmiers; Couloir; Coulomb; Coulommiers; Council; Council Bluffs; Counsel; Count; Country; County; County Court

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Couleur au feu - County Court.

braucht; auch Zuckerkouleur (Karamel) zum Färben von Essig etc.; die Farbe einer Studentenverbindung, eines Korps, auch dieses selbst.

Couleur au feu (franz., spr. kulör o föh), Feuerfarbe, in der Fabrikation von Thongefäßen diejenige Farbe, welche durch Erzeugung eines gewissen Hitzegrades hervorgerufen wird. In der Erzeugung der kirschroten Feuerfarben haben besonders die Chinesen eine große Fertigkeit erlangt.

Coulisse (franz.), s. Kulisse.

Coulmiers (spr. kulmjeh), Ortschaft ca. 20 km nordwestlich von der Stadt Orléans, bekannt durch das Gefecht, welches daselbst 9. Nov. 1870 zwischen den Franzosen unter Aurelle de Paladines und den Bayern unter v. d. Tann stattfand. Da v. d. Tann, der bis dahin mit dem 1. bayrischen Armeekorps Orléans besetzt hielt, fürchten mußte, von der neugebildeten, weit überlegenen französischen Loirearmee, welche bei Beaugency auf das rechte Ufer der Loire gegangen war, abgeschnitten zu werden, verließ er in der Nacht vom 8. zum 9. Nov. die Stadt und nahm seine Stellung bei C., wo er am Morgen des 9. Nov. angriffen wurde. Trotz der fast doppelten Zahl der Feinde hielten die Bayern fast den ganzen Tag über stand. Gegen Abend zog sich v. d. Tann, ohne vom Feind belästigt zu werden, nach St.-Peravy und am 10. nach Toury zurück, wo er sich mit der von General Wittich befehligten 22. Infanteriedivision und der 4. Kavalleriedivision vereinigte. Der Verlust betrug auf deutscher Seite 54 Offiziere und 1112 Mann, auf seiten der Franzosen nach ihren eignen Angaben 1500 Mann. Doch fiel nach der Schlacht noch eine Munitionskolonne mit zwei Geschützen in die Hände der Franzosen, und in dem aufgegebenen Orléans blieben 1000 kranke und verwundete Deutsche zurück.

Couloir (franz., spr. kuloahr), Flur oder Korridor zum Auf- und Abgehen, besonders in Theatern, Börsen- und Parlamentsgebäuden etc.

Coulomb (spr. kulóng), Charles Augustin de, Ingenieur, geb. 14. Juni 1736 zu Angoulême, trat sehr jung in das Geniekorps, baute auf Martinique das Fort Bourbon und ward nach seiner Rückkehr in Rochefort angestellt, beschäftigte sich aber ausschließlich mit wissenschaftlichen Studien. Im J. 1777 erhielt er für seine "Recherches sur la meilleure manière de fabriquer les aiguilles aimantées" von der Akademie einen Preis, 1779 den doppelten für seine "Théorie des machines simples" (Par. 1779, 2. Aufl. 1820). Als er der Anlegung schiffbarer Kanäle in der Bretagne widersprach, ward er einige Zeit eingekerkert. Beim Ausbruch der Revolution nahm er als Oberstleutnant des Geniekorps seinen Abschied. 1804 wurde er Mitglied des Nationalinstituts, 1806 Generalaufseher des öffentlichen Unterrichts; er starb 23. Aug. d. J. Seine Versuche über die Reibung (1779-90) gewährten eine festere Begründung dieses so schwierigen Kapitels; auch bereicherte er durch mannigfache Entdeckungen die Lehre vom Magnetismus und der Elektrizität und erfand oder vielmehr vervollkommte die nach ihm benannte Drehwage (s. d.) zur Messung magnetischer und elektrischer Anziehungskräfte.

Coulomb, Maßeinheit, s. Elektrische Maßeinheiten.

Coulommiers (spr. kulomjeh), Arrondissementshauptstadt im franz. Departement Seine-et-Marne, am Grand Morin und an der Ostbahn, mit Resten eines Schlosses, Kirche und ehemaliger Johanniterordens-Kommende aus dem 13. Jahrh., Museum lokaler Altertümer und Bibliothek, wichtigen Gerbereien, bedeutendem Getreide- und Käsehandel und (1881) 4422 Einw.

Council (engl., spr. kaunssil), Beratung, Ratsversammlung; Cabin etc., Kabinettsrat; Privy c., der englische Geheime Rat, welcher neben dem Kabinett ohne besondern Einfluß besteht und sich aus den von der Königin hierzu berufenen Vertrauenspersonen zusammensetzt.

Council Bluffs (spr. kaunssil blöffs), Stadt im nordamerikan. Staat Iowa, am Missouri, über welchen eine großartige, 1870 vollendete Eisenbrücke (838 m lang) führt, welche die Stadt mit dem gegenüberliegenden Omaha City verbindet, mit welchem sie im Handel wetteifert, hat (1880) 18,063 Einw. Von öffentlichen Gebäuden sind nur der Gerichtshof, das Rathaus und die Taubstummenanstalt erwähnenswert. Die Stadt hat Eisenwerke, Maschinen- und Wagenbau, Kornmühlen etc.

Counsel (engl., spr. kaunssel, abgekürzt aus counsellor, Rat), allgemeine Benennung der englischen Advokaten, nämlich der Barristers (s. Barrister) und der diesem Stand angehörigen höher Graduierten, der Sergeants-at-law, welche beide das ausschließliche Privilegium haben, vor den Gerichtshöfen zu plaidieren (vgl. Attorney). Der Titel Queens (King's) C. ist eine Auszeichnung, welche dem so Geehrten den Vorrang vor seinen Standesgenossen und das Recht gibt, einen seidenen Talar (silk-gown) zu tragen. Aus den Counsels gehen die Generalanwalte und Generalfiskale, die Richter, ja selbst die Lordkanzler hervor.

Count (engl., spr. kaunt), in England der Titel der nichtenglischen Grafen (Countess, Gräfin); der englische Graf heißt Earl, seine Gemahlin indes Countess.

Country (engl., spr. könntri), Gegend, Landschaft, Heimat; auch Land im Gegensatz zu Stadt.

County (engl., spr. kaunti, "Grafschaft"), in England und dessen Kolonien sowie in den Vereinigten Staaten von Nordamerika (mit Ausnahme Louisianas) politische Einteilung, etwa dem Kreis oder Departement entsprechend; stammt aus den Zeiten der Eroberung Englands durch die Normannen und ist gleichbedeutend mit dem seit der angelsächsischen Einwanderung gebräuchlichen Shire. In England ist der von der Krone auf Lebenszeit ernannte Lord-Lieutenant der oberste Beamte der C., dessen früher ausgedehnte Gewalt sich indes nur auf die Miliz beschränkt, der aber fast immer auch Custos Rotulorum (Aktenbewahrer) der Grafschaft ist. Ein Obersheriff, der gleichfalls von der Regierung ernannt wird, sorgt für Ausführung der Anweisungen und Vollstreckung des Urteils der obersten Gerichtsbehörden. Die Friedensrichter werden auf Vorschlag des Lord-Lieutenants vom Oberkanzler ernannt. Diese Beamten, welche ihre Ämter als Ehrenamt versehen, befassen sich nicht nur mit der niedern Gerichtsbarkeit, sondern setzen auch (in ihren sessions) die Steuern fest, welche von den Einwohnern für Polizei, Straßenunterhaltung u. dgl. zu entrichten sind. Außer ihnen hat jede Grafschaft noch einen von den Grundbesitzern erwählten, besoldeten Coroner, welcher bei plötzlichen Todesfällen Untersuchung über die Todesursache anstellt. In den Vereinigten Staaten gibt es natürlich keinen Lord-Lieutenant; die andern Beamten werden vom Volk gewählt und beziehen Diäten.

County Court (spr. kannti kohrt, "Grafschaftsgericht") bezeichnet in England einen niedern Gerichtshof mit besoldetem Richter, in den Vereinigten Staaten aber die Versammlung der Friedensrichter, gleichviel ob sie zu Zwecken der Verwaltung oder als Gerichtshof zu-^[folgende Seite]

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