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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Coxa; Coxe; Coxie; Coxwell; Coyang; Coyoten; Coypel

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Coxa - Coypel.

und Administrator der "Poor Clergy Relief Society", die Geld und Kleider an arme Geistliche und ihre Familien verteilt, und zehn Jahre lang Kaplan bei der Großloge der Freimaurer von England. Er veröffentlichte unter anderm: "Memoir of Sarah Martin" (der vielgenannten Yarmouther Gefängnisbesucherin); "Principles of the reformation" (1844); "Protestantism contrasted with Romanism" (1852, 2 Bde.); "Musical recollections of the last half century" (1872) und verschiedenes über das Freimaurertum, z. B. "The old constitutions of the order" (1870). Auch edierte er die Werke Cranmers (für die Parker Society) u. a.

3) George William, Sir, engl. Schriftsteller, geb. 1827 zu Rugby, studierte am Trinity College zu Oxford Theologie, ward 1850 als Magister of arts graduiert, bekleidete dann bis 1857 Pfarrstellen an verschiedenen Orten Englands und übernahm 1861 eine Professur am Cheltenham College. Nach dem Tod seines Oheims, Sir Edmund C., 1877 erbte er dessen Baronetschaft. Litterarisch trat C. zuerst mit "Poems, legendary and historical" (1850) hervor, denen ein "Life of St. Boniface" (1853) folgte. Nachmals hat er sich besonders durch Schriften über Mythologie, in denen er den kosmischen Vorstellungen den Vorrang einräumte, bekannt gemacht. Hierher gehören außer seinen "Tales from Greek mythology" (1861), "Tales of the gods and heroes" (1862) und "Tales of Thebes and Argos" (1863); das "Manual of mythology in the form of question and answer" (1867); die "Mythology of the Arian nations" (1870, 2 Bde.; 3. Aufl. 1882), sein Hauptwerk, durch übersichtliche und fesselnde Darstellung ausgezeichnet, und die "Introduction to mythology and folklore" (2. Aufl. 1883). Außerdem schrieb er: "Tales of ancient Greece" (3. Aufl. 1877); "Latin and Teutonic christendom" (1870); "History of Greece" (3. Aufl. 1878) u. "A general history of Greece" (neue Ausg. 1883); "The Greeks and the Persians" (1876); "The Athenian empire" (1876) u. a. Mit Brande gab er auch ein "Dictionary of science, art and literature" (1865-67, 3 Bde.; 2. Aufl. 1875) heraus.

Coxa (lat.), die Hüfte; Coxalgia, Hüftschmerz; Coxitis, Hüftgelenkentzündung (s. d.).

Coxe (spr. kocks), 1) William, engl. Reiseschriftsteller und Historiker, geb. 7. März 1747 zu London, ward Geistlicher, begleitete den jungen Grafen von Pembroke 1775-79 auf einer Reise durch den größten Teil Europas, trat 1784 als Führer des nachmaligen Parlamentsredners Whitbread eine zweite Reise durch Europa an, ward 1805 Archidiakonus in Wiltshire und starb 8. Juli 1828 in Bemerton, einige Jahre zuvor erblindet. Von seinen Reisewerken nennen wir nur die "Travels in Switzerland" (Lond. 1789, 3 Bde.; 4. Aufl. 1801) und "Travels in Poland, Russia, Sweden and Denmark" (das. 1784 bis 1790, 5 Bde.; 6. Aufl., das. 1803, 3 Bde.; deutsch, Zür. 1785-95). Als Historiker trat er zuerst auf mit den nach Familienpapieren bearbeiteten wertvollen "Memoirs of Horatio Lord Walpole" (Lond. 1802); später folgten: "History of the house of Austria" (das. 1807, 3 Bde., u. öfter; deutsch, Leipz. 1817, 4 Bde.); "Memoirs of the kings of Spain of the house of Bourbon" (Lond. 1813, 3 Bde.); "Memoirs of John Duke of Marlborough" (das. 1817 bis 1819, 3 Bde.; neue Ausg. 1847; deutsch, Wien 1820, 6 Bde.); "Correspondence of the Duke of Shrewsbury" (Lond. 1821) und die nach seinem Tod erschienenen "Memoirs of the Pelham administration" (das. 1829, 2 Bde.).

2) Henry Octavius, engl. Gelehrter, geb. 1811, besuchte die Westminsterschule und das Worcester College in Oxford und ward 1860 an Stelle Bandinels zum Oberbibliothekar der Bodleyanischen Bibliothek daselbst ernannt. Er starb 8. Juli 1881. C. gab für die Englische Historische Gesellschaft "The chronicles of Roger of Wendover" (Lond. 1841-1844) sowie für den Roxburghe-Klub "The black prince, an historical poem, written in French by Chandos Herald", mit Übersetzung und Noten (1842), und John Gowers "Vox Clamantis" (1850) heraus und verfaßte wertvolle Kataloge: "Catalogue of Mss. in the library of All Soul's College" (Oxford 1842); "Catalogue of the Mss. belonging to the colleges and halls of Oxford" (das. 1852, 2 Bde.); "Catalogus Codd. mss. Bibliothecae Bodleianae" (Bd. 1: Codices graeci, das. 1853; Bd. 2: Codices Laudiani, 1858; Bd. 3: Codices graeci et latini, 1854).

Coxie (spr. koksje, Cocxie, Coxcyen), Michiel van, niederländ. Maler, geb. 1499 zu Mecheln, lernte bei B. van Orley, hielt sich dann drei Jahre in Italien auf und kehrte 1539 nach Mecheln zurück, wo er in die Malergilde eintrat. Er wurde Hofmaler König Philipps II. von Spanien, nachdem er das berühmte Altarwerk der Gebrüder van Eyck in Gent: die Anbetung des Lammes, für denselben kopiert hatte; Teile dieser Kopie befinden sich in Berlin, München und Gent. Dieselbe ist mit großem Verständnis ausgeführt, und der Charakter des Originals hat sich trotz der etwas breitern und modernern Behandlung nicht verwischt. Ein Fall von der Treppe des Antwerpener Stadthauses, wo er mit Wandmalereien beschäftigt war, verursachte seinen Tod, der 19. März 1592 in Mecheln erfolgte. C. hatte sich nach der Raffaelschen Schule gebildet, konnte jedoch den Niederländer in seinem Kolorit und der Formenbildung nicht verleugnen. Der Bildersturm hat arg unter seinen Werken aufgeräumt; doch findet man noch Werke von ihm zu Mecheln, Antwerpen, Brüssel, Rom, Madrid u. a. O. Vasari schreibt dem C. die 32 Zeichnungen zu der Fabel der Psyche zu, die Agostino Veneziano gestochen hat. Auch sonst sind einige Blätter nach ihm gestochen worden, darunter mehrere, die mit seinem Monogramm versehen sind. - Michiels Sohn Raphael, geb. 1540 zu Mecheln, seit 1585 Mitglied der Antwerpener Gilde, war ebenfalls ein guter Maler, ohne aber den Vater zu erreichen. Im Genter Museum befindet sich von ihm ein Jüngstes Gericht. Er starb 1616.

Coxwell, Henry Tracey, Luftschiffer, geb. 2. März 1819 zu Wouldham bei Rochester Castle, widmete sich dem Militärdienst, wurde aber später Zahnarzt in London. Schon in der Jugend hegte er lebhaftes Interesse für Luftschiffahrt und hatte viele Luftreisen mit andern unternommen, bevor er selbst einen Ballon besaß. Im J. 1844 begann er sich ganz der Aeronautik zu widmen, und 1845 begründete er das "Aerostatic Magazine". Seitdem ist er wohl gegen 700mal aufgestiegen und hat die Luftschiffahrt mit vielen Erfahrungen bereichert. Im J. 1862 erreichte er mit Glaisher eine Höhe von 11,000 m und rettete nur durch große Energie sein und seines Gefährten Leben.

Coyang, s. Kojang.

Coyoten, s. Farbige.

Coypel (spr. koapell), 1) Noël, franz. Maler, geb. 25. Dez. 1628 zu Paris, lernte bei Poncet in Orléans und bei N. Quillerier in Paris und wurde dann von Ch. Errard bei seinen Malereien im Louvre beschäftigt. Der König wandte ihm seine Gunst zu, und C.

^[Artikel, die unter C vermißt werden, sind unter K oder Z nachzuschlagen.]