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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Crapula; Craquelé; Craqueur; Cras; Crassa Minerva; Crassula; Crassus

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Crapula - Crassus.

heit und starb 11. Dez. 1842 in Nizza. Seine Ausgaben des Lafontaine (1814), Montesquieu (1816), Rousseau (1819), Voltaire (1819) und der "Poètes français" (1824) sind Meisterwerke. Er selbst schrieb: "Souvenirs de Londres en 1814 et 1816" (Par. 1817), "Progrès de l'imprimerie en France et en Italie au XVI. siècle" (das. 1836), "Études pratiques et littéraires sur la typographie" (das. 1837), "Rob. Estienne" (das. 1839), "De la profession d'imprimerie" (das. 1840) und gab heraus: "Collections d'anciens monuments de l'histoire et de la langue française" (1826 ff.).

Crapula (lat.), der Rausch, auch der Katzenjammer.

Craquelé (franz., spr. kracklé), gerissen, geborsten, Bezeichnung von Thongefäßen, auf welchen dadurch zahllose feine Haarrisse entstanden sind, daß die Glasur schneller kalt geworden ist als der darunter befindliche Thon. In China und Japan und jetzt auch in vielen europäischen Fabriken werden diese Risse, um eine dekorative Wirkung hervorzubringen, künstlich hergestellt, indem das noch heiße Gefäß in kaltes Wasser getaucht wird. Durch die Glasurrisse wird die dunklere Färbung der Masse sichtbar, und bisweilen reibt man auch in die Risse einen Farbstoff ein. Ganz feines C. mit braun oder rötlich gefärbten Rissen nennt man Forellenporzellan. Glas mit krakelierter Oberfläche heißt Eisglas (s. Glas).

Craqueur (franz., spr. -kör), Prahler, Aufschneider.

Cras (lat.), morgen; c. legam, ich werde es morgen lesen, Bezeichnung nachteiligen Aufschubs.

Crassa Minerva (lat. Ausdruck, s. v. w. mit derbem, schlichtem Hausverstand, ohne Gelehrsamkeit oder Kunst).

Crassula L. (Dickblatt), Gattung aus der Familie der Krassulaceen, Kräuter und Sträucher vom Vorgebirge der Guten Hoffnung, mit gegen- oder kreuzständigen, oft verwachsenen, sehr verschieden gestalteten Blättern, weißen und rosenroten, selten gelben, schönen Blumen in achselständigen Trugdolden oder Rispen und mit mehrsamigen Balgkapseln. Von den zahlreichen Arten werden einige als Zierpflanzen in den Gewächshäusern erzogen, so C. arborescens Jacq., strauchartig, mit entgegengesetzten, rundlichen, stachelspitzigen, fleischigen, flachen, graugrünen, oben punktierten, glatten Blättern und ziemlich großen, erst weißen, dann rosenroten Blumen; C. coccinea L. (s. Tafel "Kakteen"), ein 60-120 cm hoher Zierstrauch mit flachen, glatten, eirunden, spitzlichen, knorpelrandig gewimperten, entgegengesetzten, am Stengel vier Reihen bildenden Blättern und wohlriechenden, scharlachroten, großen, in große, flache Endbüschel gesammelten Blumen; C. pinnata L. fil. dient in China und Kochinchina zum Schwarzfärben.

Crassus (der "Dicke"), Beiname einer Familie des alten plebejischen Geschlechts der Licinier. Merkwürdig sind in dieser Familie:

1) Publius Licinius Gajus Dives, geboren um 254 v. Chr., wurde 212 zum Oberpriester gewählt, war 211 Ädil, 210 Magister equitum und Zensor, 208 Praetor peregrinus und 205 mit dem ältern Scipio Africanus Konsul. In diesem und dem folgenden Jahr (204) führte er in Unteritalien den Krieg gegen Hannibal (s. d.), ohne aber etwas Bedeutendes auszurichten. Er war ein gewandter Redner, besonders aber ein erfahrener Rechtsgelehrter. Er starb 183. Bei ihm findet sich zuerst der Beiname Dives, welcher später diesem Zweig der Familie verblieben ist.

2) L. Licinius, berühmter Redner, geb. 140 v. Chr., trat schon als 19jähriger junger Mann als allgemein bewunderter Redner auf, wurde Quästor in Asien und benutzte den Aufenthalt daselbst zu rhetorischen und philosophischen Studien. Nach Rom zurückgekehrt, wurde er 107 Volkstribun, 103 kurulischer Ädil, 95 Konsul, dann Prokonsul in Gallien, 92 Zensor. Seiner politischen Gesinnung nach gehörte er zu der gemäßigten Aristokratie; daher griff er in jener Rede, die er als 19jähriger Jüngling hielt, den Gajus Papirius Carbo, den ehemaligen Anhänger des Tiberius Gracchus, an, sprach 106 für das Servilische Gesetz, durch welches die Senatoren auf kurze Zeit wieder in den Besitz der Gerichte kamen, verteidigte auch später den Quintus Servilius, als er im J. 95 vom Tribun Gajus Norbanus angeklagt wurde; ferner gab er mit seinem Kollegen im Konsulat, P. Mucius Scävola, die Lex Licinia Mucia, wodurch den Bundesgenossen die ungesetzliche Ausübung des Bürgerrechts untersagt wurde. Im J. 91 verteidigte er im Senat die auf eine Aussöhnung der Senats- und Volkspartei abzweckenden Gesetze des M. Civius Drusus, starb aber infolge der Aufregung, mit welcher er seinen Gegner, den Konsul Gajus Marcius Philippus, bekämpfte. Er stand wegen seiner Beredsamkeit und juristischen Gelehrsamkeit in hohem Ansehen. Cicero läßt ihn in seinem Werk "Über den Redner" im Gespräch mit Antonius u. a. auftreten.

3) Marcus Licinius, der Triumvir, geboren um 115 v. Chr., floh während des Bürgerkriegs vor den Marianern nach Spanien, von wo er 83 mit Truppen zu Sulla stieß, für welchen er an verschiedenen Orten kämpfte, und welchem er namentlich in der Schlacht gegen die Samniter vor den Thoren Roms wichtige Dienste leistete. Er beutete die damaligen Wirren, namentlich die Proskriptionen, zu seinem Vorteil aus, und so brachte er es trotz seines großen Aufwandes zu einem Vermögen von 7100 Talenten oder etwa 30 Mill. Mk. Im J. 81 wurde er Quästor. Als Prätor besiegte er 71 den Spartacus, den Anführer der empörten Sklaven, in Lukanien und erhielt dafür die Ovation. Im J. 70 war er mit Pompejus Konsul und unterstützte diesen in seinen Anordnungen zur Wiederherstellung des Volkstribunats, während er selbst durch reiche Spenden das Volk für sich gewann, welches er an 10,000 Tischen bewirtete. 65 war er Zensor mit Quintus Lutatius Catulus. Sein Verhältnis zu Pompejus, dessen größere Gunst beim Volk von jeher seinen Neid erregt hatte, wurde gespannter, je mehr das Ansehen desselben durch die Führung des Kriegs gegen die Seeräuber und des Kriegs mit Mithridates stieg. Er näherte sich daher dem Cäsar, für den er sich schon bei seinem Abgang nach Spanien verbürgt hatte. Cäsar brachte eine Versöhnung mit Pompejus zu stande, und alle drei errichteten 60 das erste Triumvirat. Im J. 55 ward C. durch Cäsars Unterstützung mit Pompejus Konsul und erhielt dann die Provinz Syrien auf fünf Jahre mit dem Recht, Krieg zu führen und Frieden zu schließen. Diese Befugnis benutzte er, obgleich die Stimmung in Rom dem Unternehmen nicht günstig war, zu einem Kriege gegen die Parther. Er verachtete den noch wenig bekannten Feind und hoffte durch den Krieg große Schätze zu gewinnen. Nachdem er unter anderm auch den Tempel zu Jerusalem geplündert, überschritt er 53 mit einem großen Heer den Euphrat, ließ sich aber durch einen verräterischen arabischen Häuptling auf einem öden, wasserlosen Weg durch die Wüste führen, wo er von den Parthern umringt wurde. Als sein tapferer Sohn Publius getötet worden war, trat er den Rückzug nach Carrä an; aufs neue angegriffen, ließ er sich in Unterhandlun-^[folgende Seite]

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