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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Credi - Creizenach.

Credi, Lorenzo di, ital. Maler, geb. 1459 zu Florenz, lernte als Mitschüler L. da Vincis bei Verrocchio und gewann dessen volle Zuneigung, so daß dieser ihn bei seinem Tod 1488 zu seinem Testamentsvollstrecker ernannte und ihm den Vorrat seiner Werkstatt und sein Hausgerät zu Florenz und Venedig vermachte. C. gewann bald eine sehr geachtete Stellung in seiner Vaterstadt. 1531 zog er sich ins Hospital zu Santa Maria Nuova zurück und starb 12. Jan. 1537. C. bewegte sich in einem beschränkten Kreis, indem er mit Vorliebe heilige Familien malte; um so sorgfältiger und selbst emailartig führte er seine Bilder aus, so daß Vasari sogar das Zuviel tadeln konnte. In früherer Zeit etwas herb und scharf in der Modellierung, milderte sich sein Stil immer mehr, ohne freilich zu dem großartigen Charakter und der Weichheit eines Leonardo sich aufschwingen zu können, dessen Kunstweise ihn übrigens beeinflußte. Die sorgfältige, fast peinliche Ausführung und die eng begrenzte Erfindungskraft des Meisters erklären es, daß er durchaus Staffeleimaler blieb. Schöne Bilder von ihm findet man in Pistoja, Paris, Mainz, Berlin, Dresden u. a. O.; sein Hauptwerk ist die Anbetung der Hirten in Florenz (Akademie der Künste), die sich zugleich durch eine bei ihm ungewohnte Dimension auszeichnet.

Credit und Debet (lat.), s. Buchhaltung, S. 564.

Crédit foncier (franz., spr. kredih fongssjeh), s. v. w. Hypothekenkredit oder auch "Anstalt zur Gewährung von Hypothekenkredit", also "Hypothekenbank"; schlechtweg die große französische Hypothekenbank, C. f. de France. S. Banken, S. 331.

Crédit mobilier (franz., spr. kredih mobiljeh, "Mobiliarkredit"), s. Banken, S. 331, und Kredit. An den deutschen Börsen bezeichnete man mit dem Ausdruck (abgekürzt und verdorben "Mobel") sonst die große österreichische Mobiliarbank, die "Kreditanstalt".

Crediton, Stadt in Devonshire (England), nordwestlich bei Exeter, am Creedy (Nebenfluß des Ex), mit (1881) 4541 Einw., hatte früher bedeutende Tuchfabrikation, jetzt fabrikmäßigen Betrieb der Schuhmacherei. C., früher Kirton genannt, ist Geburtsort des heil. Bonifacius und war bis 1409 Bischofsitz.

Creditor (lat.), Gläubiger.

Credner, 1) Karl August, Theolog, geb. 10. Jan. 1797 zu Waltershausen bei Gotha, habilitierte sich 1828 in Jena, wurde hier 1830 außerordentlicher Professor der Theologie und folgte 1832 einem Ruf als ordentlicher Professor der Theologie nach Gießen, wo er 16. Juli 1857 starb. Unter seinen zahlreichen Werken sind von bleibender Bedeutung: die "Beiträge zur Einleitung in die biblischen Schriften" (Halle 1832-38, 2 Bde.); die "Einleitung in das Neue Testament" (das. 1836, Bd. 1); "Das Neue Testament nach seinem Zweck, Ursprung und Inhalt" (Gießen 1841-47, 2 Bde.); "Zur Geschichte des Kanons" (Halle 1847) und die "Geschichte des neutestamentlichen Kanons" (hrsg. von Volkmar, Berl. 1860). Ein Mann von sittlicher Kraft, mußte er schließlich gehässigen Angriffen von seiten der Orthodoxie in zahlreichen Streitschriften entgegentreten.

2) Hermann, Geolog, geb. 1. Okt. 1841 zu Gotha, Sohn des durch seine Monographien und Kartenwerke über Thüringen und das nordwestliche Deutschland bekannten Geognosten Heinrich C., studierte in Klausthal das Bergfach, widmete sich jedoch vorzüglich der Geologie und Paläontologie, studierte dann in Breslau und Göttingen, bereiste 1865-68 den Osten und die zentralen Regionen Nordamerikas, habilitierte sich 1869 in Leipzig für Geologie und Paläontologie, wurde 1870 zum außerordentlichen Professor ernannt und übernahm 1871 auch die Direktion der geologischen Landesuntersuchung und Spezialkartierung des Königreichs Sachsen. 1877 wurde er zum ordentlichen Honorarprofessor und 1881 zum Oberbergrat ernannt. C. lieferte zahlreiche paläontologische und geognostische Arbeiten, welche sich teils auf norddeutsches, teils auf nordamerikanisches Material beziehen. Wesentlich hat er auch zur Lösung der Glazialfrage beigetragen. Erwähnenswert sind: "Geognostische Beschreibung des Bergwerksdistrikts Andreasberg" (Berl. 1865); "Die vorsilurischen Gebilde der obern Halbinsel von Michigan" (1869); "Die Gliederung der eozoischen Formationsgruppe Nordamerikas" (1869); "Die Kreide von New Jersey" (1870); "Die Geognosie und der Mineralreichtum des Alleghanysystems" (1871); "Nordamerikanische Schieferporphyroide" (1872). In seinen "Elementen der Geologie" (5. Aufl., Leipz. 1883) versuchte er die Erde als ein in lebendiger Fortentwickelung begriffenes, kosmisches Individuum darzustellen.

Credo (lat., "ich glaube"), das nach dem Anfangswort benannte sogen. Apostolische Glaubensbekenntnis (s. d.); auch der dritte Teil einer Messe, welcher das Apostolische Glaubensbekenntnis enthält.

Credo, quia absurdum est (lat., "ich glaube, weil es unvernünftig ist"), Maxime einiger Kirchenväter, z. B. des Tertullian (s. d.), die aber auch von Augustinus (s. d.) aufgestellt worden ist und aus der Geringschätzung der menschlichen und jeder endlichen Vernunft gegenüber und im Vergleich mit der göttlichen als der unendlichen Weisheit entspringt. Dieselbe begnügt sich nicht, einzuräumen, daß, was der beschränkten Vernunft des Menschen entgegen, d. h. vor dieser undenkbar sei, deshalb noch nicht der Vernunft an sich entgegen und vor einer solchen undenkbar sei, sondern behauptet, daß, was vor der letztern denkbar sei, vor der erstern undenkbar sein müsse.

Creek (engl., spr. krihk), in Nordamerika Name für kleine Flüsse und Bäche, die sich zu einem Hauptstrom ziehen; in Surinam bezeichnet man damit Kanäle.

Creeks (spr. krihks), Indianerstamm, s. Krik.

Crees (spr. krihs), Indianervolk, s. Kri.

Creil (spr. kräj), Stadt im franz. Departement Oise, Arrondissement Senlis, an der Oise, Knotenpunkt der Eisenbahnlinien nach Amiens, Beauvais und St.-Quentin, mit gotischer Kirche, Fayence- und Glasfabrikation, Kupferschmieden und (1876) 5438 Einw. Auf einer Insel der Oise bei C. baute Kar IV. ein königliches Schloß, in welchem sich Karl VI. während der Zeit seines Wahnsinns gewöhnlich aufhielt.

Creizenach, 1) Michael, jüd. Gelehrter, geb. 16. Mai 1789 zu Mainz, widmete sich ganz der Bildung der Juden, zunächst der rheinhessischen. Unter unsäglichen Mühen gründete er eine Volksschule und hielt religiöse Vorträge in deutscher Sprache. Zugleich stiftete er eine jüdische Zeitschrift: "Geist der pharisäischen Lehre" (Mainz 1824), und trieb eifrig mathematische Studien. Außer einem "Versuch über die Parallelentheorie" (Mainz 1822) schrieb er ein "Lehrbuch der darstellenden Geometrie" (das. 1822) und, 1825 als Prediger und Lehrer an die israelitische Realschule (Philanthropin) in Frankfurt a. M. berufen, ein "Lehrbuch der technischen Geometrie" (Frankf. 1828) und "Lehrbuch der Algebra" (Stuttg. 1835). Sein Hauptwerk: "Schulchan Aruch, oder encyklopädische Darstellung des mosaischen Gesetzes" (Frankf. 1833-40, 4 Bde.), in Bezug auf die Kunde des rabbinischen Judentums von Bedeutung, und seine "32 Thesen über den Talmud" (das. 1831), welche denselben als ein Werk ohne innere Notwendigkeit

^[Artikel, die unter C vermißt werden, sind unter K oder Z nachzuschlagen.]