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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Crispus - Crocus.

Sage, daß sie das Leder stahlen, um den Armen unentgeltlich Schuhe zu verfertigen, weshalb man Wohlthaten, die auf andrer Kosten erzeigt werden, Crispinaden nennt. Tag: 25. Oktober.

Crispus, Konstantins d. Gr. ältester Sohn von Mamertina, hatte den beredten Lactantius zum Lehrer, wurde, 17 Jahre alt, Cäsar und mit der Verwaltung Galliens beauftragt, wo er bei den Einfällen der Deutschen seine kriegerische Tüchtigkeit bewährte. Sein Vater aber rief ihn in seine Nähe zurück und ließ ihn, angeblich auf die Anklage seiner Gemahlin Fausta, wahrscheinlich aber aus Eifersucht auf seine allgemeine Beliebtheit, 326 zu Pola in Istrien töten.

Crista (lat.), der Kamm eines Knochens.

Cristofori (auch Cristofali, Cristofani genannt), Bartolommeo, der Erfinder des Pianoforte, geb. 4. Mai 1653 zu Padua, lebte als Klavierbauer daselbst, später zu Florenz, wo er 1716 zugleich als Konservator der Instrumentensammlung Ferdinands von Medicis fungierte. Seine Erfindung des "Hammerklaviers" wurde 1711 vom Marchese Scipione Maffei im "Giornale dei letterati d'Italia" angezeigt und beschrieben. Trotzdem diese Beschreibung, von König übersetzt, in Matthesons "Critica musica" (1725) aufgenommen und in Adlungs "Musica mechanica Organoedi" (1767) wiedergegeben wurde, auch Schafhäutl in seinem bekannten "Sachverständigenbericht über die Münchener Ausstellung 1854" auf alle diese Belege hingewiesen hatte, gibt O. Paul doch noch in seiner "Geschichte des Klaviers" (1869) dem Organisten Schröter in Nordhausen die Ehre der Erfindung. Die von C. angewendete Mechanik ist, abgesehen von Verbesserungen einzelner Teile, dieselbe wie die Gottfried Silbermanns, Streichers, Broadwoods etc., die sogen. englische Mechanik (vgl. Klavier). C. starb 17. März 1731 in Florenz, wo ihm zu Ehren 1876 ein Fest veranstaltet und eine Gedenktafel im Kloster Santa Croce eingemauert wurde.

Cristus, Petrus, niederländ. Maler, geboren um 1420 zu Baerle, wurde 1444 Bürger in Brügge, wo er noch 1471 am Leben war. Er bildete sich vornehmlich nach Jan van Eyck, welchen er jedoch in seinen religiösen Gemälden nicht erreichte, während seine Porträte voll Charakter, Wahrheit und Leben sind. Seine Hauptwerke sind: eine Madonna mit Heiligen von 1446, im Städelschen Museum in Frankfurt a. M.; der heil. Eligius als Schutzpatron der Goldschmiede von 1449, im Privatbesitz zu Köln; das Jüngste Gericht, die Verkündigung und die Geburt Christi von 1452, im Berliner Museum; das Porträt des Eduard Grimston beim Earl of Verulam, in England, und das Bildnis einer Dame, im Berliner Museum.

Critchett (spr. krittschet), George, Augenarzt, geb. 1817 zu London, studierte im London Hospital besonders Chirurgie, wurde 1839 Mitglied, 1844 Fellow des College of Surgeons, 1845 Demonstrator der Anatomie, 1846 Assistenzwundarzt und 1861 Hauptwundarzt am London Hospital. Inzwischen hatte er sich der Augenheilkunde zugewandt, und 1863 gab er sein Amt auf, um sich letzterer ausschließlich zu widmen. 1876 wurde er Augenarzt und Professor der Augenheilkunde am Middlesex Hospital, und hier erwarb er sich durch das Geschick und die Genialität seiner Operationen europäischen Ruf. Er starb 1. Nov. 1882. C. schrieb: "A course of lectures on diseases of the eye" (1854) u. a.

Crivelli, Carlo, ital. Maler, geboren um 1430-40 zu Venedig, bildete sich unter dem Einfluß der Schule von Padua und der Vivarini. Seit 1468 war C. besonders in den Städten der römischen Mark, namentlich in Ascoli, thätig, woselbst ihn der Stil Gentiles da Fabriano beeinflußte. Seine Gestalten sind eigentümlich hart und streng, wogegen ihm aber auch wieder in dem mütterlichen Ausdruck der Madonnen der Ausdruck des Liebreizes gelingt. Im Ornament schloß er sich an die paduanische Schule an und hegte zugleich eine besondere Vorliebe für Blumen- und Fruchtgewinde und in Gips reliefartig aufgesetzte Ornamente. Der König von Neapel, für den er arbeitete, verlieh ihm Titel und Rechte eines Adligen. C. starb nach 1493. Religiöse Werke von ihm befinden sich in Ascoli, Mailand, Ancona, Rom, Berlin u. a. O.

Crivoscie, s. Krivoscie.

Crnagora (spr. zrna-), serb. Name von Montenegro.

Croche (franz., spr. krosch'), Achtelnote.

Crochet (franz., spr. kroscheh), Haken; kleine, rückwärts gebogene Verlängerung der einzelnen Schläge der Laufgräben. Sie sollen diese Schläge vor enfilierendem Feuer aus der Festung schützen; nebenbei dienen sie als Ausweichestellen, als Aufstellungsplätze für Wachen, zu kleinen Materialiendepots etc.

Crociata (ital., spr. krotschata), Kreuzzug; Crociati, Kreuzfahrer, auch Name der römischen Freischaren von 1848, welche die Lombardei von der österreichischen Herrschaft befreien wollten.

Crocidura, Hausspitzmaus, s. Spitzmäuse.

Crocin C58H84O30 ^[C_{58}H_{84}O_{30}] findet sich in den chinesischen Gelbschoten (Gardenia grandiflora) und wird erhalten, indem man aus alkoholischem Gelbschotenextrakt den Alkohol abdestilliert, den mit Wasser gemischten Rückstand mit Thonerdehydrat maceriert, mit Bleiessig fällt, den Niederschlag mit Schwefelwasserstoff zersetzt und dem Schwefelblei das C. durch Alkohol entzieht. C. bildet ein morgenrotes, geruchloses, amorphes Pulver, ist in Wasser mit gelber Farbe löslich, besonders bei Gegenwart einer Spur Alkali, löst sich auch leicht in Alkohol, sehr schwer in Äther, bildet mit verdünnten Alkalien salzartige, in Wasser mit gelber Farbe lösliche Verbindungen und wird beim Kochen mit verdünnten Säuren in Crocetin C34H46O11 ^[C_{34}H_{46}O_{11}] und Zucker gespalten. Das Crocetin ist dunkelrot, amorph, in Wasser wenig, in Alkohol leicht löslich, färbt mit Zinnsalz gebeizte Gewebe grüngelb; doch wird die Farbe beim Behandeln mit ammoniakhaltigem Wasser glänzend goldgelb. Vgl. Polychroit. Die gelben Gewänder der Mandarinen sind mit Crocetin gefärbt.

Crocus L. (Safran), Gattung aus der Familie der Iridaceen, Knollengewächse mit linealen, rinnigen, in der Mitte mit weißem Streifen gezeichneten, gleichzeitig mit oder nach den Blüten sich entwickelnden Blättern, unmittelbar aus der dichten, netzfaserigen Zwiebelknolle hervorkommenden, langröhrigen, trichterförmigen Blüten und erst während der Reife über den Boden tretender, papierartiger, vielsamiger Kapsel. Etwa 50 Arten in Südeuropa, Westasien, Mauretanien. C. sativus L. (echter Safran, Herbstsafran, s. Tafel "Arzneipflanzen II"), mit niedergedrückt kugeligen Knollen, sehr schmalen, linienförmigen, am Rand umgerollten, dunkelgrünen Blättern, die mit der Blüte zugleich oder etwas früher hervortreten; die Blüten sind kurz gestielt, lilafarben, die Narben von der Länge des Perigons, später herabhängend, fast flach, nach oben allmählich und wenig erweitert, fein gekerbt. Der Safran stammt wahrscheinlich aus Kleinasien und Persien und wird in Asien und Europa vielfach kultiviert. Die Pflanze gedeiht in leichtem, humusreichem Boden in warmen Gegenden, besonders auf südlichen sanften Abdachungen, so weit, wie der Weinstock noch süße Früchte bringt. Die Ernte beginnt im Herbst, wenn die Blü-^[folgende Seite]

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