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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Cumberlandgolf - Cummins.

lover", "The jew" (auf der deutschen Bühne durch Iffland und Devrient heimisch gemacht) und "The wheel of fortune". Im Trauerspiel versuchte er sich mit "The battle of Hastings". Weniger Glück machte er in der epischen Poesie; auch seine Romane: "Arundel" (1789), "Henry" (1795) und "John of Lancaster" (2. Aufl. 1809) fanden die Anerkennung nicht, die sie wohl verdienten. Seine spätern Schriften, außer den "Memoirs of his own life" (Lond. 1806-1807, 2 Bde.; neue Ausg., Philad. 1856), fanden wenig Beifall; auch Theologisches ist darunter. Schätzbar ist sein "Observer" (zuerst Lond. 1785; besser 1790, 5 Bde.), der interessante Aufsätze über griechische Litteratur enthält, für welche er sehr wahrscheinlich Bentleysche Papiere benutzt hat. Sein letztes Werk ist "Retrospection, a poem in familiar verse" (1811).

Cumberlandgolf (Hogarthsund), an der Südostseite von Baffinsland zwischen den großen Halbinseln Cumberland und Pennysland, entdeckt von Davis 1585. Im Hintergrund der Kingawafjord, wo 1882 die deutsche arktische Station errichtet wurde.

Cumberland Mountains (spr. kömberländ mauntens), ein Zug des Alleghanygebirges in Nordamerika, im O. von Kentucky und Tennessee, bis 792 m hoch und an der Grenze der beiden Staaten vom Cumberland Gap, einem Engpaß, durchschnitten.

Cumberland Valley (spr. kömberländ walli), fruchtbare Thalebene im nordamerikan. Staat Pennsylvanien, erstreckt sich von Harrisburg am Susquehanna bis nach Williamsport am Potomac, wird von zwei Parallelketten der Alleghanies (Kittatinny und South Mountains) eingefaßt und von den Flüssen Conedoowinit und Conococheague bewässert. In ihr liegen Carlisle und Chambersburg (s. d.).

Cumbrae (spr. kömmbre), zwei schott. Inseln im Firth of Clyde, dicht an der Ayrshireküste, aber zu Buteshire gehörig, 14 qkm groß mit (1881) 1879 Bew. Millport, mit theologischem Seminar, ist Hauptstadt.

Cumbre (span.), "Gipfel", viel mit Bergnamen verbunden. Cumbrepaß (auch Portillo de la C. oder de Uspallata genannt), ein wichtiger Paß in den Kordilleren von Chile, die alte Kurierstraße von Mendoza nach Valparaiso, berühmt geworden durch den denkwürdigen Übergang der Revolutionsarmee unter San Martin 1817 und noch jetzt mit Telegraphenleitung versehene Hauptstraße von Santiago nach Buenos Ayres. Die Paßhöhe beträgt 3221 m.

Cumbria, im Altertum ein Königreich in England, das bis um die Mitte des 10. Jahrh. selbständig war und außer der jetzigen englischen Grafschaft Cumberland die schottischen Grafschaften Dumbarton, Renfrew, Ayr, Lanark, Peebles, Selkirk, Roxburgh und Dumfries umfaßte.

Cumbrian Mountains (spr. kómm-bri-en mauntèns, Kumbrisches Gebirge), die höchste Berggruppe Englands, erstreckt sich zwischen dem Solway- und Morecambebusen in den Grafschaften Cumberland und Westmoreland, im S. durch die Kumbrische Ebene von jeder Verbindung mit südlichen Gruppen abgeschnitten, im O. durch die Thäler des Eden und Lune von der Penninischen Kette geschieden, mit der sie jedoch durch einen niedrigen Erdrücken zusammenhängt. Das kumbrische Bergland besitzt in seinen kühn gestalteten Gebirgsästen und seinen langen, engen Thälern, in denen langgestreckte, tiefe Seen liegen, überraschende Naturschönheiten. Dem Engländer gilt es als die englische Schweiz, das romantische "Land der Seen". Man zählt deren gegen 20; die berühmtesten sind die von Windermere, Derwentwater und Ullswater. Nirgends sonst in Europa fällt so viel Regen (200 cm im Durchschnitt, stellenweise bis 4,9 m). Die höchsten Gipfel sind: der Scafell (984 m hoch), der Helvellyn (950 m) und der Skiddaw (932 m hoch). Die Grundbestandteile des wilden und schwach bevölkerten Gebirges, das vom Oktober bis zum April und Mai mit Schnee bedeckt ist, bilden silurische Schiefer, von Granit, Syenit und andern plutonischen Gesteinen durchbrochen und von den der Kohlenformation angehörigen Gebilden umlagert. Steinkohlen, Eisen, Blei, Kupfer, Graphit und andre Mineralien werden ausgebeutet. Zu seinen Naturschönheiten und mineralischen Schätzen gesellen sich noch historische Erinnerungen: Römerbauten, Druidendenkmäler, in Trümmer fallende Abteien.

Cum grano salis (lat.), "mit einem Korn Salz", d. h. mit etwas Urteilskraft, nicht streng wörtlich, sondern unter Berücksichtigung gewisser modifizierender Umstände.

Cum infamia (lat.), s. Infamie.

Cumino, s. Comino.

Cuminum L. (Stachelkümmel, Kreuzkümmel), Gattung aus der Familie der Umbelliferen, mit der einzigen Art C. Cyminum L. (Mutterkümmel), einem Sommergewächs in Nordafrika und Südeuropa. Es ist etwa 30-40 cm hoch, wenig verzweigt, hat dreizählig vielteilige Blätter mit lineal-fadenförmigen Zipfeln, weiße oder rötliche Blüten in wenigstrahligen Dolden und oblonge, borstige Früchte, wird in Südeuropa kultiviert und liefert den früher offizinellen römischen, ägyptischen, welschen, Mutter-, Pfaffen- oder Pfefferkümmel, Kuminsamen. Diese Samen sind 5 mm lang, 1,5 mm dick, gelbbräunlich, riechen und schmecken unangenehm, entfernt fenchelartig und geben bei Destillation mit Wasser gelbliches ätherisches Öl (Ausbeute 2,8-3,2 Proz.) vom spez. Gew. 0,9-0,97, welches aus Kuminol und Cymen besteht. Die Samen wurden früher wie der Kümmel als erregendes und Blähungen treibendes Mittel, das ätherische Öl bei Magenkrämpfen und Hysterie empfohlen.

Cumming (spr. kömming), 1) Ronaleyn Gordon, Reisender und Jäger, geb. 1817, Sohn eines schottischen Barons, ward Leutnant bei den reitenden Jägern am Kap, verließ indessen 1845 die militärische Laufbahn und lebte seitdem lediglich von dem Ertrag seiner Büchse. Ein auf allen seinen Jagdzügen mit großer Sorgfalt geführtes Journal: "Five years of a hunter's life in the far interior of South Africa" (Lond. 1850, 2 Bde.; 6. Aufl. 1870; deutsch, Wurzen 1852), enthält über das tierische Leben in Südafrika viele wertvolle Mitteilungen. Seine Jagdbeute stellte er dann in Schottland aus, wo er auch 24. März 1866 starb.

2) John, neben Spurgeon der berühmteste Kanzelredner Londons in der Gegenwart, geb. 10. Nov. 1810 in der Grafschaft Aberdeen, predigte in der kleinen schottischen Kirche zu London, aber auch an öffentlichen Plätzen und anderswo in durchaus phantastisch-eschatologischer Weise. So hatte er den Untergang der Welt auf das Jahr 1867 prophezeit ("Der nahe bevorstehende Untergang der Welt oder das Tönen der letzten Trompete"). Er starb 5. Juli 1881.

Cummins (spr. kömmins), Maria, amerikan. Romanschriftstellerin, geb. 10. April 1827 zu Salem in Massachusetts, begann ihre litterarische Laufbahn 1853 mit dem "Lamplighter" (deutsch, 6. Aufl., Leipz. 1884), der gleich in den ersten Wochen einen Absatz von 40,000 Exemplaren hatte und seitdem in zahlreichen Auflagen erschienen ist, und ward durch denselben, bei dem weiblichen Lesepublikum wenigstens, eine

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