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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Curette; Curia; Curiatier; Curiboco; Curicó; Curio; Curiosa; Curitiba; Curius; Curius Dentatus; Currachee; Curragh; Currency; Currencytheorie

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Curette - Currencytheorie.

Kirchengeschichte des Johannes von Ephesus (Oxford 1853), des "Spicilegium syriacum" (das. 1855) mit Bruchstücken der Schriften des Bardesanes, Melito, Ambrosius u. a.; ferner die wichtigen Überreste eines alten, abweichenden Textes der syrischen Evangelien (das. 1850) und die Ausgabe von Eusebius' "Geschichte der Märtyrer in Palästina" (das. 1861). Auch übersetzte er El Schahrestanis "Buch der religiösen und philosophischen Sekten" (Lond. 1842-46, 3 Bde.) und gab Rabbi Tanchums "Kommentar über die Klagelieder Jeremiä" (das. 1843) und En Nasesis "Säule des Glaubens der Sunniten" (das. 1843) heraus.

Curette (franz., spr. kü-), ohrlöffel- oder röhrenförmiges Instrument zum Ergreifen von Steinfragmenten in der Harnröhre etc.

Curia (lat.), s. Kurie.

Curiatier (Curiatii), nach der röm. Sage ein albanisches Geschlecht, aus welchem in dem Krieg zwischen Rom, wo damals der König Tullus Hostilius herrschte, und Albalonga drei Brüder, Drillinge, mit den römischen Drillingsbrüdern, den Horatiern, kämpften. Die C. unterlagen, und infolgedessen kam Albalonga unter die Herrschaft Roms.

Curiboco, Abkömmling von Cafuso und Indianer.

Curicó, eine Provinz der südamerikan. Republik Chile, zwischen Colchagua im N. und Talca im S., mit einem Areal von 7545 qkm (137 QM.). Der Oberflächenbildung und Natur nach gleicht sie ganz dem benachbarten Colchagua, und sie erstreckt sich wie diese vom Meer bis zu den Andes. Sie hat (1882) 106,408 Einw., die von Landbau und Viehzucht leben. Die Hauptstadt C. (San José de C.), 1742 gegründet, liegt beim Rio Lontué, 284 m ü. M., hat lebhaften Handel, ein Lyceum und (1882) 11,000 Einw.

Curio, Gajus Scribonius, geboren um 84 v. Chr., zeichnete sich durch sein Rednertalent aus, bekleidete 54 die Quästur, ward Quästor in Kleinasien und erlangte 50 das Tribunat. Anfangs des Pompejus und der damals mit ihm verbündeten Senatspartei Freund, schloß er sich später an Cäsar an und wurde einer der thätigsten und gewandtesten Anhänger desselben. Er verteidigte als Tribun Cäsars Sache im Senat, begab sich nach Ablauf seines Amtes zu Cäsar und überbrachte dessen neue Vermittelungsvorschläge nach Rom. Nach dem Ausbruch des Bürgerkriegs (49) wurde er nach Sizilien gesandt, um diese Provinz in Besitz zu nehmen. Von da ging er nach Afrika, schlug die Pompejaner in mehreren Gefechten, fiel aber dann im Kampf gegen das an Zahl weit überlegene Heer der Numidier. Er soll bei Gelegenheit der Leichenfeier seines Vaters zwei Theater hergestellt haben, die so eingerichtet waren, daß sie durch Herumdrehung des einen zu einem Amphitheater vereinigt werden konnten. Die Frau des C. war Fulvia, die Witwe des Clodius und nachherige Gemahlin des M. Antonius.

Curiosa (lat., Kuriositäten), Seltenheiten, Sehenswürdigkeiten, welche die Neugierde und Aufmerksamkeit erregen; curiositatis causa, der Neugierde oder Seltenheit wegen.

Curitiba, Hauptstadt der brasil. Provinz Parana, 1025 m ü. M., am Flüßchen Yoo, einem der Quellflüsse des Yguassú, auf fruchtbarer Hochebene, hat ein Ständehaus, einen Regierungspalast, ein Schatzamt, 2 Kasernen, ein Krankenhaus, ein Lyceum und 10,000 Einw. Es erscheint eine deutsche Zeitung. Eine Eisenbahn verbindet es mit Paranagua. Etwa 90 km nördlich die deutsche Kolonie Assunguy.

Curius (Leptocircus C. Swains., s. Tafel "Schmetterlinge I"), Schmetterling aus der Gattung Leptocircus Swains. und der Familie der Tagfalter. Die Gattung steht der auch bei uns vertretenen Gattung Papilio L. sehr nahe, und der C. zeigt insbesondere die schwanzartige Verlängerung der Hinterflügel sehr ausgeprägt. Der nicht große Schmetterling hat braune Flügel, durch deren Mitte ein grüner, bei dem Weibchen fast farbloser und nahe dem Rand ein breiterer, bei beiden Geschlechtern glasheller Streifen zieht; die hintern Flügel sind von einem sehr schmalen, weißen Saum eingefaßt. Der C. lebt in Siam und auf Java.

Curius Dentatus, Manius, berühmter Römer aus plebejischem Geschlecht, ward 290 v. Chr. Konsul, schlug als solcher die Samniter und Sabiner, wodurch der dritte Samnitische Krieg beendet wurde. Im J. 275 zum zweitenmal Konsul, schlug er den König Pyrrhus bei Benevent, was zur Folge hatte, daß derselbe Italien im folgenden Jahr verließ. Im Jahr 274 abermals zum Konsul gewählt, schlug er in rascher Folge die Lukaner, Samniter und Bruttier und zog sich sodann, nachdem er 272 die Zensur bekleidet hatte, auf sein Gut im Sabinerland zurück, wo er in größter Einfachheit selbst das Feld bebaute. Alle seine Siege wurden durch Triumphe gefeiert, unter denen der über Pyrrhus dadurch besonders ausgezeichnet war, daß in demselben vier Elefanten aufgeführt wurden. Noch mehr aber als wegen dieser Siege wird er wegen seiner Einfachheit und Uneigennützigkeit gepriesen. Als ihm einst Gesandte der Samniter, während er gerade am Herd mit dem Kochen von Rüben beschäftigt war, Geschenke überbrachten, wies er sie mit den Worten zurück: "Ich will lieber über reiche Leute herrschen, als selbst reich sein". Um die Stadt Reate erwarb er sich ein Verdienst durch die Ablassung des Sees Velinus mittels eines durch Felsen gebrochenen Kanals, der das Wasser in den Nar (jetzt Nera) ergießt. Als Zensor ließ er aus dem Anio eine Wasserleitung nach der Stadt führen. Er starb 270.

Currachee (spr. körratschi), Stadt, s. Karatschi.

Curragh (spr. körra), eine Heide mit stehendem Lager unfern Kildare in der irischen Provinz Leinster.

Currency (engl., spr. korrenssi, "Umlauf, Gangbarkeit"), in England und Amerika Bezeichnung aller Umlaufsmittel (Metallgeld und Papier), welche allgemein als Zahlmittel dienen. Im engern Sinn versteht man unter C. in Amerika auch nur Papiergeld und Banknoten. Oft werden aber auch (z. B. von Macleod) Wertpapiere, welche keine Geldsurrogate sind, hierher gerechnet, wie Wechsel, Checks etc. Unter Currencyfrage versteht man die Frage nach den besten Einrichtungen zur gehörigen Versorgung des Verkehrs mit den erforderlichen Umlaufs- und Zahlungsmitteln.

Currencytheorie (Currency principle), die hauptsächlich von Normann und Lord Overstone verteidigte und auch von R. Peel angenommene Lehre, nach welcher Münzen und Banknoten miteinander das Landesgeld repräsentieren. Ein Land könne nur eine bestimmte Menge von Umlaufsmitteln (Münzen und Noten) beschäftigen. Werde dieselbe durch übermäßige Ausgabe von papierenen Zahlungsmitteln vermehrt, so würden die Warenpreise steigen, und da die edlen Metalle, nicht aber die Noten überall Abnehmer fänden, würden erstere aus dem Land abfließen. Da nun Münze das beste Umlaufsmittel sei, so müsse die Ausgabe von Banknoten beschränkt werden, bez., wie konsequente Vertreter der Theorie verlangen, es dürften nur metallisch voll gedeckte Banknoten ausgegeben werden. In England hat die Peels-Akte dieses Ziel durch

^[Artikel, die unter C vermißt werden, sind unter K oder Z nachzuschlagen.]