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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Cyatheaceen - Cykadeen.

futter, in den alten Stämmen gutes Brennholz, in den jungen Stämmen sehr haltbare Pfähle. Man kultiviert mehrere Arten in unsern Warmhäusern.

Cyatheaceen, Pflanzenfamilie aus der Klasse der Farne (s. d.).

Cyathus (lat.), die Schöpfkelle, mit welcher bei den alten Römern der Wein aus dem Krater (s. d.) in die Becher gefüllt wurde. Als Flüssigkeitsmaß ist C. = 1/12 Sextarius = 0,0456 Liter.

Cyaxares, s. Kyaxares.

Cybĕle, s. Kybele.

Cycadītes, s. Cykadeen.

Cycas L. (Sagopalme), Gattung aus der Familie der Cykadeen, niedrige, meist astlose Bäume mit cylindrischem Stamm, welcher an seiner Spitze eine Krone schöner, fiederförmig geteilter, lederartiger, wedelförmiger Blätter trägt, in deren Mitte sich bei der weiblichen Pflanze die großen Fruchtzapfen entwickeln. 15 Arten im tropischen Asien, Australien und Polynesien. C. revoluta Thunb. (s. Tafel "Nahrungspflanzen I"), in China und Japan, mit etwa mannshohem Stamm, bis 2 m langen Blättern, linienförmigen, ganzrandigen und an den Rändern nach unten eingerollten Fiederblättchen, enthält in der Spitze der Stämme ein sehr stärkemehlreiches Mark, aus welchem ein Sago bereitet werden kann, der aber nicht in den Handel kommt. Mit den Blättern der C.-Arten schmückt man bei uns häufig die Särge (Friedenspalme), und in Frankreich dienen sie bei den kirchlichen Feierlichkeiten des Palmsonntags. Man kultiviert daher die genannten, aber auch andere Arten in Gewächshäusern wie Palmen; auch eignen sich größere Exemplare recht gut zur Zimmerkultur. C. circinalis L., mit braunfilzigem, 12 m hohem Stamm, 2-3 m langen Blättern mit linienförmigen, ganz- und flachrandigen, scharf zugespitzten, oben dunkelgrün glänzenden Fiederblättchen, wächst häufig in Ostindien, auf den Molukken, in Japan etc. in sandigen wie in gebirgigen Gegenden, liefert, wie die vorige Art, Sago und trägt eßbare Früchte; die jungen Blätter und jungen Stiele geben ein wohlschmeckendes Gemüse.

Cyclāmen L. (Erdscheibe, Saubrot, Alpenveilchen), Gattung aus der Familie der Primulaceen, perennierende, stengellose Gewächse, in den Mittelmeerländern mit knolligem, flachkugeligem Wurzelstock, grundständigen, langgestielten, ei-, herz- oder nierenförmigen Blättern, schlanken, einblütigen Schäften mit nickender, ansehnlicher Blüte und fünfklappiger Kapsel, die durch spiraliges Zusammenrollen der Blütenstiele auf den Boden gelangt. Acht Arten. Von C. europaeum L., in Südeuropa, an schattigen, bergigen Orten in Schlesien, Böhmen, Österreich, in der Schweiz, mit herzförmig rundlichen, zugespitzten, gezahnten, oben mit einer weißlichen Zone gezeichneten, unten purpurrötlichen Blättern und schönen, wohlriechenden, weißen, blaßrötlichen oder rosenroten Blumen, war die Wurzel (Radix Cyclaminis s. Arthanitae) früher als drastisches Purgiermittel gegen Würmer, Wassersucht, Gelbsucht, chronische Hautkrankheiten, Drüsenanschwellungen etc. im Gebrauch. Sie enthält viel Schärfe und wirkt giftig, kann aber nach dem Trocknen und Rösten gegessen werden und soll kastanienartig schmecken. Die Schweine sollen sie ohne Schaden fressen, daher der Name Saubrot. Sie enthält farb- und geruchloses, amorphes, sehr scharf schmeckendes, reizend giftiges Cyclamin, Arthanitin C20H34O10 ^[C_{20}H_{34}O_{10}], ein Glykosid, dessen wässerige Lösung wie Seifenwasser schäumt. C. persicum Mill., in Griechenland und auf der Insel Cypern, mit herzförmig-nierenförmigen, gekerbten Blättern und weißen, im Schlund roten Blüten, wird in zahlreichen Varietäten als Zierpflanze kultiviert. S. Tafel "Zimmerpflanzen II".

Cyclanthēra Schrad., Gattung aus der Familie der Kukurbitaceen, in Mexiko heimische, einjährige, mit Gabelranken kletternde Pflanzen mit drei-, fünf- und siebenlappigen Blättern und kleinen, grünen Blüten, werden wegen ihres schnellen Wachstums zum Bekleiden von Mauern und Spalieren benutzt. Die schönste Art ist vielleicht C. pedata Schrad. Die Früchte von C. explodens Naud. schleudern bei der Reife bei der geringsten Berührung ihre Samen fort.

Cyclītis, Entzündung des Ciliarkörpers im Auge, s. Aderhautentzündung.

Cyclophthalmus, s. Spinnentiere.

Cyclops, s. Ruderfüßer.

Cycloptĕris Brongn., vorweltliche Gattung der Farne (s. d.).

Cycloptĕrus, s. Lumpfisch.

Cycnus (Cygnus, lat.), Schwan; vgl. Kyknos.

Cydamus, Stadt, s. Ghadames.

Cydnus, Fluß, s. Kydnos.

Cydonia, Stadt, s. Kydonia.

Cydonĭa, s. Quittenbaum.

Cygnäus, Fredrik, finn. Dichter und Litterarhistoriker, geb. 1. April 1807 zu Tavastehus, studierte von 1823 an in Abo, war 1833-38 Lehrer an der Kadettenschule zu Fredriksham und machte sich zuerst durch eine Schrift über Runeberg unter dem Titel: "Jääkynstillät" (Helsingf. 1837) schriftstellerisch bekannt. 1839 zum Schulrektor und Dozenten der Geschichte in Helsingfors ernannt, veröffentlichte er "Höstispiggarne" (1841), ein ernstes, nach Inhalt und Form gleich schweres Gedicht, und begab sich 1843 auf Reisen nach dem Westen und Süden Europas, von wo er erst 1847 in die Heimat zurückkehrte. Eine Frucht derselben ist die teils in Versen, teils in Prosa abgefaßte Schrift "Ljus och skugga" ("Licht und Schatten", Helsingf. 1845). Sein "Bidrag till de nordeuropeiska folkslagens historia, hemtade ur sydeuropeiska källor" (Helsingf. 1848), hauptsächlich eine Sammlung französischer Gesandschaftsberichte ^[richtig: Gesandtschaftsberichte] über Karl XII., brachte ihm die Ernennung zum Professor der Geschichte, und nach einer Disputation über "Erik XIV., som dramatisk karakter" wurde er 1854 zum Professor der Ästhetik und modernen Litteratur ernannt. Polemischen Inhalts sind die Schriften: "Afhandlingar i populära ämnen" (Helsingf. 1852) und "Bilder ur förgångna tiders lif" (das. 1857). Seine Dichtungen "Skaldestycken" gab er 1851-64 in 5 Bänden heraus, denen 1870 ein neuer folgte. Eine interessante litterarhistorische Arbeit sind seine "Betraktelser om Fänrik Ståls sägner" (Helsingf. 1861), denen später "Små häfder rörande litteratur och kunst" (das. 1867-68) folgten. Seit 1867 in den Ruhestand versetzt, starb C. 7. Febr. 1881.

Cygnidae (Schwäne), Familie aus der Ordnung der Schwimmvögel.

Cygnopsis, s. Gänse.

Cykadeen (Palmenfarne, Sagobäume), Ordnung und deren einzige Familie in der Klasse der Gymnospermen, palmenartige Gewächse mit einfachem, aufrechtem, dickem Stamm von cylindrischer oder runder, knolliger Gestalt, dessen Oberfläche mit dicht gestellten, braunen Blattschuppen besetzt ist und aus seiner Endknospe große, gefiederte oder fiederteilige Laubblätter treibt, die beim Hervortreten aus der Knospe bisweilen wie bei den Farnen spiralig

^[Artikel, die unter C vermißt werden, sind unter K oder Z nachzuschlagen.]